Kantonalbanken sind echte Renditeperlen

Für die Kantone sind ihre Staatsbanken überraschend gute Investments. Die Risiken sind vertretbar.

Das Institut für Finanzdienstleistungen der Hochschule Luzern IFZ hat in seiner soeben veröffentlichten Retailbanken-Studie die Finanzströme zwischen Kantonalbanken und Kantonen untersucht. Das Ergebnis ist zum einen erfreulich – und auf der anderen Seite zumindest nicht beunruhigend.

Erfreulich sind die durchschnittlichen jährlichen Renditen, welche die Kantone mit ihren Staatsbanken erzielen. Das IFZ hat dazu die Ausschüttungen der Banken sowie die Wertsteigerungen auf dem Buchwert des Eigenkapitals der Jahre 2002 bis 2012 herangezogen.

Das Ergebnis: Im Durchschnitt erzielen die Kantone eine Rendite von 11,2 Prozent, was «beachtlich» sei, so das IFZ. Das beste Investment hat dabei der Kanton St. Gallen mit einer Rendite von jährlich 13,7 Prozent, die er auf der Kantonalbank erzielt, die an der Börse kotiert ist (und die in letzter Zeit wegen eher riskanter Geschäfte eher umstritten war).

Ansehnliche Beiträge an Kantonseinnahmen

In der Studie wurde auch die Relevanz der einzelnen Kantonalbanken für die Staatseinnahmen untersucht. Bei erheblichen Unterschieden errechnete das IFZ einen Durchschnitt von 3,5 Prozent der jährlichen Fiskaleinnahmen.

Bei kleineren und strukturschwächeren Kantonen liegt der Anteil aber deutlich höher. Spitzenreiter sind die Kantone Appenzell Innerrhoden und Graubünden mit Ausschüttungen von 16 und 13 Prozent in Relation zu den Steuereinnahmen.

Rekapitalsierung wäre hart, aber machbar

Das IFZ untersuchte aber auch, wie hoch die Risiken bei diesen ansehnlichen Renditen sind. Das Fazit des IFZ: Sie sind meistens vertretbar. Angenommen wurde ein Worst-Case-Szenario, bei welchem 100 Prozent des gesetzlich erforderlichen Eigenkapitals abgeschrieben und die Bank anschliessend wieder rekapitalisiert wird.

Dafür müssten die Kantone im Durchschnitt einen Betrag in der Höhe von 27 Prozent der Fiskaleinnahmen aufwenden. Das ist nicht wenig. Aber das IFZ weist daraufhin, dass die meisten Kantonalbanken über eine Eigenkapitaldecke verfügten, die über den geforderten Mitteln liege. In einem Szenario wie dem beschriebenen ist das von Vorteil, wie das IFZ ergänzt.

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Im Verlaufe des Jahres 2017 werden zentrale Funktionen von Generali Schweiz in Adliswil ZH zusammengeführt. Dazu werden rund 100 Stellen aus Nyon VD dorthin verschoben, wie auch finews.ch berichtete. Nun hat der Versicherer ein Konsultations-Verfahren eröffnet. Die gewählte Arbeitnehmer-Vertretung startet umgehend mit den Arbeiten.

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