Philipp Hildebrand über die Wahl der Schweiz

Der Ex-Präsident der SNB kommentierte den Abstimmungssonntag – und sichtet eine Ursache in der politischen Mitte: «Es ist schwierig, im Ring zu siegen, wenn man sich weigert, beide Fäuste zu benutzen».

Worum ging es bei der «Masseneinwanderungsinitiative»? Dies kommentiert nun auch Philipp Hildebrand.

In einem Artikel für die «Financial Times» (Paywall) urteilt der ehemalige Nationalbank-Präsident, jetzige BlackRock-Vice-Chairman und zeitweilige Blocher-Antipode, dass sich die Schweiz nun vor einer echten Grundsatzentscheidung steht: Will sie den Wohlstand, der sich aus der Einbettung in Europa ergibt, weiter geniessen – und gibt sie dafür einen Teil ihrer Souveränität auf? Oder will sie mehr politische Eigenständigkeit – zum Preis, dass ein grösserer Abstand von den europäischen Märkten auch einen tieferen Lebensstandard bedeutet?

Angst vor dem Kampf

Die Rechte – Hildebrand spricht von «far-right sponsors» der Initiative – setzte sich nun durch, weil sie wusste, was sie wollte. Eine wichtiger Aspekt liegt für den Ex-SNB-Präsidenten denn auf der Gegenseite: «Die Mitte und die linke Mitte verloren, weil sie es nicht schafften, eine alternative Deutung (narrative) zu bieten und Angst davor hatten, den Kampf aufzunehmen. Es ist schwierig, im Ring zu siegen, wenn man sich weigert, beide Fäuste zu benutzen.»

Für Hildebrand wiederholt sich das Muster aber auch auf einer höheren Ebene: Auch Europa steht vor einer Grundsatzentscheidung. Einerseits benötigt die Eurozone eine vertiefte Integration, hin zu einer gemeinsamen Fiskalbehörde. Andererseits wollen Teile Europa dem nicht folgen – für sie bedeutet Reform eine Rückwendung auf die Ideen der ursprünglichen Handels- und Zollunion. 

Die Wirtschaft kann es sich nicht länger leisten

Gerade dieser Doppelweg würde auch Chancen bieten, so Hildebrand: Er würde unabhängig denkenderen Ländern wie Grossbritannien und der Schweiz Formen der Beziehung mit der EU eröffnen, die eine nachhaltige Unterstützung in der Bevölkerung hätten.

Aus Investorensicht verweist Hildebrand auf die Wachstumsprobleme, die sich wegen der anhaltenden Unsicherheit über den institutionellen Rahmen der EU ergeben: Dies sei etwas, was sich die Wirtschaft Europas nicht länger leisten kann. «Für die Politiker des Kontinents», so Hildebrand, «gibt es keine dringendere Aufgabe, als die Zweifel über die demokratische Legitimation des europäischen Projekts zu beschwichtigen.»

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NEWS GANZ KURZ

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

Die Ende Oktober angekündigte Lancierung der Beteiligungsgesellschaft BB Healthcare Trust plc an der London Stock Exchange wurde erfolgreich abgeschlossen. Im Rahmen eines Aktienplatzierungs-programms konnte in der Erstemission ein Platzierungsvolumen von GBP 150 Mio. realisiert werden. Der erste Handelstag im Premium Segment der Londoner Börse ist der 2. Dezember 2016 (ISIN: GB00BZCNLL95, Bloomberg-Ticker: BBH LN).

Acron

Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

Raiffeisen

Die beiden Raiffeisenbanken Fulenbach-Murgenthal-Langenthal und Oberes Gäu-Aare haben sich für einen Zusammenschluss entschieden. Die neue Raiffeisenbank soll unter dem Namen «Raiffeisenbank Aare-Langete» auftreten.

Schroder

Schroder Real Estate hat drei Schweizer Geschäftsimmobilien für den kotierten Immoplus-Fonds erworben. Die Transaktion bringt das Fondsvermögen auf rund 1,5 Milliarden Franken. Das Portfolio hat Rockspring Investment Managers verkauft. Es handelt sich dabei um vollständig vom «Do it yourself»-Spezialisten Hornbach Baumarkt gemietete Liegenschaften.

Glarner Kantonalbank

Die Glarner Kantonalbank (GLKB) weitet die Laufzeiten ihrer angebotenen Hypotheken aus. In Filialen erworbene Hypotheken können neu eine Laufzeit von bis zu 15 Jahren haben, online erworbene eine solche von bis zu 20 Jahren. Käufer sollen somit länger von tiefen Zinsen profitieren können.

Zurich

Die Zurich Gruppe Deutschland hat den Altezza Bürokomplex in München erworben. Verkäufer des 2009 erbauten Bürogebäudes ist die Warburg-HIH Invest Real Estate. Über den Kaufpreis vereinbarten die Parteien Stillschweigen. Beraten wurde Zurich bei der Transaktion durch Luther Köln.

BEKB

Die BEKB Roggwil wird per 30. Juni 2017 in die Niederlassung Langenthal integriert. Die betroffenen Mitarbeitenden werden bei der BEKB weiterbeschäftigt. Die Integration erfolgt, weil sich das Kundenverhalten im Bankgeschäft stark verändert hat.

UBS

Mit Blick auf die Art Basel im amerikanischen Miami fasst die Schweizer Grossbank ihre erhebliche Kunstsammlung in einem neuen Bildband zusammen. Das Buch «UBS Art Collection: To Art its Freedom» wird an Januar 2017 erhältlich sein.

Vontobel AM

Die europäische Ratingagentur Feri EuroRating Services und die Verlagsgruppe Handelsblatt haben die Schweizer Bank Vontobel als besten Asset Manager für Rohstoffe in Deutschland, Österreich und der Schweiz ausgezeichnet.

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