Finanzplatz: Markant mehr offene Stellen

Seit die Boni ausbezahlt sind, wechseln viele Bankleute den Job. Darum ist die Zahl der offenen Stellen in der Finanzbranche im ersten Quartal 2014 deutlich gestiegen.

Per Ende März 2014 waren 3'880 Stellen bei Banken, Versicherungen und anderen Finanzfirmen ausgeschrieben; Anfang Jahr waren es erst 3'601 gewesen. Dies entspricht einem Plus von fast 8 Prozent. So viele offene Stellen wie jetzt, gab es letztmals im September 2011, also vor zweieinhalb Jahren.

Dies geht aus dem neusten Finews-JobDirectory-Index hervor. Er wird alle drei Monate mit den Daten des Stellenportals JobDirectory.ch veröffentlicht

Die Banken hatten per Ende März 2014 insgesamt 1'338 Jobs ausgeschrieben; innert Jahresfrist entspricht dies einem Plus von 16 Prozent, bei den Versicherungen waren 1'197 Positionen (+6,7 Prozent) offen sowie 1'344 Arbeitsstellen (+20 Prozent) bei den übrigen Finanzfirmen. Damit ist nicht nur im 1. Quartal 2014 sondern auch über die vergangenen zwölf Monate eine klare Steigerung erkennbar (vgl. Grafik 1).

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Vor allem die Kantonal-, Regional- und Raiffeisenbanken, die vorwiegend im Firmen- und Kleinkundengeschäft tätig sind, bauen ihre Kapazitäten und Kompetenzen aus. Denn gleichzeitig scheint es, dass die beiden Grossbanken UBS und Credit Suisse (CS) das Feld im Retailbanking zunehmend den kleineren Finanzinstituten überlassen, während sie sich auf die Vermögensverwaltung für reiche Kunden sowie auf bestimmte Investmentbanking-Geschäfte konzentrieren.

Grossbanken suchen Assistenten

Die UBS hatte Ende März 2014 insgesamt 359 offene Positionen gegenüber 265 Jobs vor Jahresfrist (+35 Prozent). Das grösste Wachstum war in den Bereichen Controlling, Internal Audit, Accouting, Risk Management sowie Legal & Compliance zu beobachten. Eher stagnierend waren die offenen Stellen in der Beratung. Hier scheint es vor dem Hintergrund der Konsolidierung im Private Banking eher noch ein Überangebot an Mitarbeitern zu geben.

Die Credit Suisse wies Ende März 2014 total 307 offene Stellen aus, gegenüber 289 Jobs vor Jahresfrist (+6 Prozent). Ausser in den «unproduktiven» Bereichen (Buchhaltung, Revision, Rechtsabteilung, etc.) sucht die CS auffallend viele Leute in den Supportbereichen für die Kundenfront, also Assistenten für Relationship Manager. Zudem ist die Nachfrage nach Projektleitern und Business Analysts gestiegen. Die CS hat rund 30 solcher Stellen offen.

Die übrigen Banken bieten ein bemerkenswertes Bild: Hatten sie vor Jahresfrist 598 Stellen ausgeschrieben, so waren es Ende März 2014 bereits 671 Jobs. Das ist eine Zunahme von gut 12 Prozent. Alle übrigen Banken zusammen suchen also mittlerweile fast ebenso viele Leute wie die beiden Grossbanken. Das ist neu (vgl. Grafik 2).

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Deutliche Konsolidierung unter den Privatbanken

Am meisten offene Positionen bei den «übrigen Banken» boten Ende März 2014 die Regional- und Retailbanken mit 168 Jobs, gegenüber 142 Stellen vor Jahresfrist (+18 Prozent), gefolgt von den Kantonalbanken mit 157 ausgeschriebenen Stellen, gegenüber 100 Positionen vor einem Jahr (+57 Prozent). Bei den Auslandsbanken stieg die Zahl der zu besetzenden Stellen um fast 20 Porzent auf 181 (151 vor Jahresfrist).

Besonders hervorzuheben ist die Situation bei den Privatbanken. Bei dieser Gruppe ist der Personalbedarf regelrecht eingebrochen. Hatten die Privatbanken Ende März 2013 noch 142 Stellen ausgeschrieben, waren es zwölf Monate später, also Ende März 2014, bloss noch 103. Dies entspricht einem Rückgang von 27 Prozent (vgl. Grafik 3).

Screen 4

Es scheint, dass der Übergang zur «neuen Normalität» nun vollzogen ist. Es wird zwar weitere Sparübungen bei einzelnen Instituten geben. Doch die Zahl der offenen Stellen im klassischen Vermögensverwaltungsgeschäft (Wealth Management/Private Banking) dürfte sich bei den Privatbanken auf diesem Niveau eingependelt haben.

Bankbranche im 1. Quartal 2014

Seit die Boni ausbezahlt sind, hat unter den Beschäftigen in der Bankbranche eine rege Jobrotation eingesetzt. Das wiederum führte zu einem markanten Anstieg der offenen Stellen im 1. Quartal 2014. Vor allem die CS (+18 Prozent, trotz anhaltender Sparübugen) sowie die Regional- und Retailbanken (+29 Prozent) wiesen im Verlauf der vergangenen drei Monate einen deutlich erhöhten Bedarf an Personal auf.

Ein Blick auf die übrigen Finanzfirmen im 1. Quartal 2014 zeigt, dass Unternehmen wie BlackRock, Cembra (ehemals GE Money Bank), Crédit Agricole Finance, BANK-now sowie Leonteq und Swissquote am meisten offene Stellen ausweisen.

Versicherungen im 1. Quartal 2014

Bei den Versicherungen hat die Zahl der offenen Stellen im 1. Quartal 2014 leicht (knapp 4 Prozent) zugenommen – vor allem auf Grund der Nachfrage bei den Sachversicherungen und den Krankenkassen.

Bei den Marktleadern Axa und Zurich Insurance Company fand eine interessante Verschiebung statt. Ende 2013 hatte die Zurich 138 offene Positonen, während es bei der Axa 89 waren. Inzwischen hat die Zurich bloss noch 93 Stellen ausgeschrieben; bei der Axa sind es demgegenüber nun 100. Hier zeigen sich die jüngst angekündigten Sparmassnahmen bei der Zurich.

Interessant ist auch der grosse Rückgang bei der Swiss Re. Das Angebot verringerte sich in den vergangenen drei Monaten von 82 auf 51 offene Stellen. So wenige Jobs hat der Schweizer Rückversicherungskonzern seit Jahren nicht mehr ausgeschrieben. Selbst diese Vorzeigefirma hat die Sparschraube offenbar ohne grosse Ankündigung angezogen.


Der Finanzjob-Index

Der Finews-JobDirectory-Index zeigt die Entwicklung aller online ausgeschriebenen Arbeitsstellen in der Finanzbranche der Schweiz und Liechtenstein. Dafür werden die Angebote von 1'400 Firmen ausgewertet. Der Index wird alle drei Monate vom Schweizer Finanzportal finews.ch mit Daten des Portals JobDirectory.ch der Fenom AG veröffentlicht.

  • Nächste Publikation: 7. Juli 2014

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Allianz Suisse

Der Versicherer hat in der Romandie Wohn- und Büroimmobilien im Volumen von rund 290 Millionen Franken erworben. Dabei handelt es sich bislang um die grösste Immobilieninvestition in der Westschweiz für die Allianz Suisse. Angesichts des anhaltenden Tiefzinsumfelds investiert der Versicherer verstärkt in Immobilien.

Swiss Re

Die Ratingagentur Fitch hat das Rating für Finanzstärke für den Rückversicherer Swiss Re mit AA– und den Ausblick mit «stabil» bestätigt. Auch das Langfristrating bleibt mit stabilem Ausblick unverändert bei A+.

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Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

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Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

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Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

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Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

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Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

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Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

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