Euroland: Weil teurer noch immer günstig ist

Euroland-Aktien sind in den vergangenen zwei Jahr um mehr als 30 Prozent gestiegen. Sind sie jetzt teuer oder doch nicht? Eine Einschätzung von Nick Sheridan von Henderson Global Investors.

Nick Sheridan verwaltet den Henderson Horizon Euroland Fonds

Auch wenn es durchaus schwerfällt, zu argumentieren, dass Euroland-Aktien noch so günstig zu haben sind wie vor einer Weile – schliesslich sind sie in den letzten zwei Jahren um mehr als 30 Prozent im Wert gestiegen – erscheinen sie relativ gesehen aus unserer Sicht immer noch nicht teuer. Zumal im Vergleich mit anderen etablierten Märkten.

Für stärker international ausgerichtete Anleger, die sich auf Abschläge basierend auf längerfristigen, konjunkturbereinigten Bewertungskriterien konzentrieren, haben Euroland-Aktien zweifellos Wertpotenzial zu bieten.

Amerikaner stehen auf Europa

Vor allen anderen haben US-Investoren offenbar die Chancen erkannt, die Aktien aus Europa und der Eurozone bieten, und ihr Engagement seit Jahresbeginn ausgeweitet.

Für zusätzlichen Rückenwind sorgen die Wirtschaftsnachrichten aus der Eurozone, aus denen eine breit angelegte, wenn auch verhaltene Erholung spricht. Angesichts niedriger Anleiherenditen und billigen Geldes entwickeln sich Aktien immer mehr zur bevorzugten Anlageklasse.

Liegt der CDS-Markt falsch?

Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang auch die unterdurchschnittliche Wertentwicklung europäischer Aktien verglichen mit dem entsprechenden Markt für Kreditausfallversicherungen (CDS), der sich in den letzten Jahren spürbar erholt hat.

Entweder liegt der CDS-Markt ganz offensichtlich falsch oder europäische Aktien sollten ihren Aufwärtstrend fortsetzen. Mit einem Satz: Auf kurze Sicht erscheint das Umfeld für Euroland-Aktien jedenfalls günstig.

Attraktiver Blutplasma-Spezialist

Im Rahmen unseres Investmentprozesses spielen Bewertungen eine zentrale Rolle. So haben wir etwa eine Position bei Grifols aufgebaut, und zwar über die vom führenden Blutplasma-Spezialisten ausgegebenen B-Aktien. Diese werden, weil nicht stimmberechtigt, mit einem erheblichen Abschlag gegenüber A-Aktien gehandelt.

Da sich aber ein Grossteil der A-Aktien im Besitz der Grifols-Familie befindet, erscheint der Abschlag in dieser Höhe nicht gerechtfertigt. Er bietet uns auf der anderen Seite die Chance, einen «Wachstumswert» zu einem erschwinglichen Preis zu erwerben.

Probleme lösen sich auf

Die Aussichten für das Unternehmen sind rosig, denn in den Schwellenländern bieten sich erhebliche Chancen. Überdies dürfte der Gewinn in nächster Zeit von den zuletzt gesunkenen Finanzierungskosten des Konzerns profitieren.

Natürlich könnten Anleger auf die sattsam bekannten Probleme in der Eurozone als Grund für die Abschläge verweisen, mit denen Titel aus der Region gehandelt werden. So wie sich die Probleme aber zunehmend auflösen, sollten auch die Abschläge schrumpfen.

Streng gehütete Barvermögen

Das Wirtschaftswachstum in Europa nimmt Fahrt auf, die politische Unsicherheit schwindet und die Konsolidierung scheint auf einem guten Weg, da die Unternehmen einen Teil ihres streng gehüteten Barvermögens wieder investieren.

Vor diesem Hintergrund sollten die Unternehmen in der Eurozone wieder in der Lage sein, ihre Kapitalrenditen zu steigern und damit letztlich die Aktienkurse zu beflügeln.

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NEWS GANZ KURZ

Allianz Suisse

Der Versicherer hat in der Romandie Wohn- und Büroimmobilien im Volumen von rund 290 Millionen Franken erworben. Dabei handelt es sich bislang um die grösste Immobilieninvestition in der Westschweiz für die Allianz Suisse. Angesichts des anhaltenden Tiefzinsumfelds investiert der Versicherer verstärkt in Immobilien.

Swiss Re

Die Ratingagentur Fitch hat das Rating für Finanzstärke für den Rückversicherer Swiss Re mit AA– und den Ausblick mit «stabil» bestätigt. Auch das Langfristrating bleibt mit stabilem Ausblick unverändert bei A+.

Swiss Life

Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

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