Hierhin fliessen die Schweizer Offshore-Gelder

Die Schweiz ist als Hort für anonymes Geld nicht mehr die erste Adresse. Diese findet sich nun in New York. Immobilien sind für Superreiche das neue Nummernkonto.

Wohin transferieren die Superreichen ihre unversteuerten Vermögen, wenn sie auf Schweizer Konten nicht mehr erwünscht sind? Die Antwort: Sie verlagern sie nach New York. Aber nicht etwa an die Wall Street. Vielmehr fliesst das Geld in ein Gebiet zwischen Park und Fifth Avenue sowie zwischen 49. und 70. Strasse.

Dort, so schreibt das «New York Magazine» in einer Reportage, ist ein neues globale Zentrum für UHNWI-Banking und -Beratung entstanden. Dort bieten Apartments eine sichere Anlage mit intakten Renditechancen. Dort bieten spezialisierte Makler und Anwaltsbüros den Superreichen das, was früher Schweizer Privatbanken offerierten: Einen sicheren, anonymen Ort für expatriierte Millionen.

Offshore-Konstrukte als Versteck

Dass die Apartments dem Geld als Hort dienen, und nicht den Besitzern als Wohnort, zeigen Zahlen, die vom Census Bureau in New York stammen: Knapp ein Drittel der Wohnungen in besagtem Viereck in Manhatten steht während mindestens zehn Monaten im Jahr leer.

Und knapp ein Drittel der Immobilienkäufe in Manhatten tätigten Käufer mit Offshore-Adressen oder im Namen einer LLC-Firma. LLC steht für Limited Liability Company und ist eine Rechtsform, hinter der sich die Besitzer verstecken und so ihre Privatsphäre wahren können.

In der Reportage heisst es, mit Hilfe kreativer unternehmerischer Strukturen könne sich der wahre Eigentümer eines New Yorker Apartments so unsichtbar machen wie seinerzeit mit einem Schweizer Nummernkonto.

Legale Offshore-Überweisungen

Und darum sei New York eine sichere Insel für jene, die ihr Geld vor der laufend strenger werdenden Überwachung im globalen Finanzsystem verstecken wollten, heisst es weiter. Der Immobilienmarkt sei die Alternative für all jene mit Schweizer Offshore-Konten, die ihre Gelder nun versteuern müssten.

Wie das funktioniert, wird in der Reportage wie folgt beschrieben: Als Besitzerin eines Apartments wird eine LLC im US-Bundesstaat Delaware angegeben. Die LLC wird durch eine Briefkastenfirma auf den British Virgin Islands gemanagt, die einem Trust auf der Isle of Man gehört, der ein Konto bei einer Schweizer Privatbank hat. Überweisungen von Offshore-Konten sind in den USA nicht illegal.

Immobilien-Broker wie Daniela Sassoun von der Immobilienfirma Corcoran fliegen regelmässig nach Genf, um Kunden Objekte in New York vorzuschlagen. «Wir erklären ihnen die Marktbedingungen, und die Anwälte erklären ihnen, wie das Objekt mit Hilfe einer LLC oder eines Trusts gekauft werden kann», sagt Sassoun. «Das ist Vermögensberatung: Hier ist eine Option, wie sich 100 Millionen Dollar diversifiziert anlegen lassen.»

Bankschliessfach für eine globale Elite

Schlagzeilen machen zwar Käufer wie der russische Dünger-Oligarch Dmitry Rybolovlev, der für 88 Millionen Dollar eine Wohnung in Manhattan gekauft hat oder der ägyptische Baumogul Nassef Sawiris (Bruder von Samih Sawiris), der 70 Millionen Dollar ausgegeben hat.

Doch der durchschnittliche Preis, den ausländische Käufer für ein Manhattan-Apartment zurzeit bezahlen, liegt bei 1,3 Millionen Dollar. «Die globale Elite sucht nach einem neuen Bankschliessfach», sagt Immobilienentwickler Michael Stern.

Und wie bedeutend ist New York als Magnet für Superreiche und ihr Geld? Gemäss dem «Wealth Report» der Firma Knight Frank sehr: New York sei die Stadt ausserhalb Asiens, die am meisten Geld anziehe.

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NEWS GANZ KURZ

Finma

Die Eidgenössische Finanzaufsicht revidiert ihre Anforderungen an die externe und interne Auslagerung von Bankdiensten. An systemrelevante Banken werden für die Auslagerung kritischer Dienstleistungen nochmals erhöhte Anforderungen gestellt.

UBS

Die Grossbank muss nach einem Entscheid der amerikanischen Finanzbehörde Finra weitere 18,5 Millionen Dollar an Investoren in Puerto-Rico-Anleihen zahlen. Nach hohen Verlusten auf den Papieren sieht sich die Bank nicht abreissen wollenden Forderungen ausgesetzt. Laut dem Bericht ist dies die höchste Einzelzahlung, welche die UBS in dem Fall bisher leistete.

Gottex

Der angeschlagene Vermögensverwalter Gottex will den Nennwert seiner Aktien von 1 auf 0,10 Franken senken. Darüber sollen die Aktionäre am 30. Dezember an einer ausserordentlichen GV befinden. Das Unternehmen hat erst kürzlich die zweite Runde einer Rekapitalisierung abgeschlossen.

Generali

Im Verlaufe des Jahres 2017 werden zentrale Funktionen von Generali Schweiz in Adliswil ZH zusammengeführt. Dazu werden rund 100 Stellen aus Nyon VD dorthin verschoben, wie auch finews.ch berichtete. Nun hat der Versicherer ein Konsultations-Verfahren eröffnet. Die gewählte Arbeitnehmer-Vertretung startet umgehend mit den Arbeiten.

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

Acron

Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

Raiffeisen

Die beiden Raiffeisenbanken Fulenbach-Murgenthal-Langenthal und Oberes Gäu-Aare haben sich für einen Zusammenschluss entschieden. Die neue Raiffeisenbank soll unter dem Namen «Raiffeisenbank Aare-Langete» auftreten.

Schroder

Schroder Real Estate hat drei Schweizer Geschäftsimmobilien für den kotierten Immoplus-Fonds erworben. Die Transaktion bringt das Fondsvermögen auf rund 1,5 Milliarden Franken. Das Portfolio hat Rockspring Investment Managers verkauft. Es handelt sich dabei um vollständig vom «Do it yourself»-Spezialisten Hornbach Baumarkt gemietete Liegenschaften.

Glarner Kantonalbank

Die Glarner Kantonalbank (GLKB) weitet die Laufzeiten ihrer angebotenen Hypotheken aus. In Filialen erworbene Hypotheken können neu eine Laufzeit von bis zu 15 Jahren haben, online erworbene eine solche von bis zu 20 Jahren. Käufer sollen somit länger von tiefen Zinsen profitieren können.

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