Drei Schritte zur Bändigung der Regulierungsflut

Der Avenir Suisse ist es auch nicht entgangen: Das Dickicht von Regulierungsbestimmungen breitet sich immer wilder aus. Nun zeigt der Think Tank einige Anwendung, um die Wucherung zu stoppen.

Wo gehört die Schweiz zu den international kompetitivsten Ländern? Bei den Regulierungen. Das schreibt der Wirtschafts-Think-Tank Avenir Suisse soeben publizierten in einem Artikel. Dabei meint Avenir Suisse nicht einmal nur die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht Finma, welche die Finanzbranche immer enger in den Regelgriff nimmt.

Aber auch. Nimmt man allein die 7'000 Seiten Bundesrecht, um welche das bestehende Kompendium jährlich wächst, dann dünkt es einem, Regulierung ist eine besonders schnell wachsende Branche der Schweiz.

Rückschlag in den Standort-Rankings

Die Folge: Die an Spitzenpositionen gewohnte Schweiz fällt in den Standort-Rankings seit geraumer Zeit zurück. Die Befürchtungen am Finanzplatz, die Schweiz verliere international an Boden im Wettbewerb mit anderen globalen Finanzzentren, stehen da in einem engen Zusammenhang.

Avenir Suisse nennt nur einen einziges Ranking, um dies zu zeigen: Im vielbeachteten «Doing Business Index» der Weltbank habe sich die Schweiz vom Rang 11 im Jahr 2005 auf den Rang 29 im Jahr 2014 verschlechtert.

Drei Gründe für mehr Regulierung

Für die anhaltende Regulierungswut gebe es drei Ursachen: Erstens besteht laut Avenir Suisse ein grundlegender Interessenkonflikt, da die Behörden mit der Abschaffung von Regulierungen ihre eigene Arbeit in Frage stellen würden. Zweitens sei aufgrund der internationalen Verträge auch die Globalisierung ein Regulierungstreiber. Drittens seien Regulierungen für Unternehmen ein bewährtes Mittel zum Schutz vor Konkurrenz.

Drei Schritte nennt Avenir Suisse, um die Regulierungsmanie zu bändigen. Sie hätten sich zum Teil im Ausland bewährt. Hier sind sie:

1. Regulierungs-Quality-Check zu einem möglichst frühen Zeitpunkt: Die Folgen von Regulierungen werden in der Schweiz mit zum Teil sehr aufwändigen Methoden berechnet. Als Alternative – und als erster Schritt – bietet sich eine standardisierte, einfache und früh im Regulierungsprozess verfügbare Kosten-Nutzen-Analyse in Form eines «Quality Check» an.

2. Unabhängige Prüfstelle: Wenn ein «Quality Check» durch eine unabhängige Behörde durchgeführt wird, können Interessenkonflikte vermieden werden. Ein gutes Beispiel für ein unabhängiges Evaluationsbüro ist «Actal» in den Niederlanden. Auch Grossbritannien, Schweden und Deutschland kennen vergleichbare Einrichtungen.

3. Einführung einer «Regulierungsbremse»: Als institutioneller Automatismus hat schon die Schuldenbremse grosse Wirksamkeit bewiesen. Analog könnten ein Maximum für zusätzliche Regulierungen und ein Grenzwert für die administrative Belastung der Unternehmen definiert werden.

Der Think Tank ist der Meinung, dass gerade der Standortfaktor Regulierung einer ist, der noch aktiv gesteuert werden könne. So könne unter anderem auch das Fidleg so effizient wie möglich umgesetzt werden.

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NEWS GANZ KURZ

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

Die Ende Oktober angekündigte Lancierung der Beteiligungsgesellschaft BB Healthcare Trust plc an der London Stock Exchange wurde erfolgreich abgeschlossen. Im Rahmen eines Aktienplatzierungs-programms konnte in der Erstemission ein Platzierungsvolumen von GBP 150 Mio. realisiert werden. Der erste Handelstag im Premium Segment der Londoner Börse ist der 2. Dezember 2016 (ISIN: GB00BZCNLL95, Bloomberg-Ticker: BBH LN).

Acron

Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

Raiffeisen

Die beiden Raiffeisenbanken Fulenbach-Murgenthal-Langenthal und Oberes Gäu-Aare haben sich für einen Zusammenschluss entschieden. Die neue Raiffeisenbank soll unter dem Namen «Raiffeisenbank Aare-Langete» auftreten.

Schroder

Schroder Real Estate hat drei Schweizer Geschäftsimmobilien für den kotierten Immoplus-Fonds erworben. Die Transaktion bringt das Fondsvermögen auf rund 1,5 Milliarden Franken. Das Portfolio hat Rockspring Investment Managers verkauft. Es handelt sich dabei um vollständig vom «Do it yourself»-Spezialisten Hornbach Baumarkt gemietete Liegenschaften.

Glarner Kantonalbank

Die Glarner Kantonalbank (GLKB) weitet die Laufzeiten ihrer angebotenen Hypotheken aus. In Filialen erworbene Hypotheken können neu eine Laufzeit von bis zu 15 Jahren haben, online erworbene eine solche von bis zu 20 Jahren. Käufer sollen somit länger von tiefen Zinsen profitieren können.

Zurich

Die Zurich Gruppe Deutschland hat den Altezza Bürokomplex in München erworben. Verkäufer des 2009 erbauten Bürogebäudes ist die Warburg-HIH Invest Real Estate. Über den Kaufpreis vereinbarten die Parteien Stillschweigen. Beraten wurde Zurich bei der Transaktion durch Luther Köln.

BEKB

Die BEKB Roggwil wird per 30. Juni 2017 in die Niederlassung Langenthal integriert. Die betroffenen Mitarbeitenden werden bei der BEKB weiterbeschäftigt. Die Integration erfolgt, weil sich das Kundenverhalten im Bankgeschäft stark verändert hat.

UBS

Mit Blick auf die Art Basel im amerikanischen Miami fasst die Schweizer Grossbank ihre erhebliche Kunstsammlung in einem neuen Bildband zusammen. Das Buch «UBS Art Collection: To Art its Freedom» wird an Januar 2017 erhältlich sein.

Vontobel AM

Die europäische Ratingagentur Feri EuroRating Services und die Verlagsgruppe Handelsblatt haben die Schweizer Bank Vontobel als besten Asset Manager für Rohstoffe in Deutschland, Österreich und der Schweiz ausgezeichnet.

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