Vermögensverwalter: Adieu Unabhängigkeit

Kleinere Vermögensverwalter müssen sich an die Depotbanken schmiegen, um zu überleben. Das besagt wenigstens eine neue Studie.

Berater©Shutterstock

Regulierungswelle, Margenschwund, wegfallende Retrozessionen: Die unabhängigen Vermögensverwalter am Schweizer Finanzplatz sehen sich an allen Fronten bedrängt.

Das zeitigt nun Folgen. Wie eine Umfrage der Strategieberatungs-Firma Simon-Kucher & Partners bei rund 100 externen Vermögensverwaltern in der Schweiz nahelegt, sind diese vermehrt bereit, Abstriche bei der Unabhängigkeit zu machen.

«Gestiegene Regulierungsanforderungen führen zu einem erhöhten Bedürfnis, wichtige Geschäftsprozesse an die Depotbanken auszulagern», stellt die Studie fest. «Externe Vermögensverwalter in der Schweiz können dadurch gezwungen sein, ihre Bankbeziehungen zu konzentrieren, um weiterhin profitabel wirtschaften zu können», schreiben die Strategie-Spezialisten bei Simon-Kucher.

Schluss mit Kickbacks

Derweil hat bei den für die unabhängigen Vermögensverwaltern so lukrativen Rückvergütungen der Rückzug begonnen. Das «Kickback-Modell» habe mittel- bis langfristig keinen Bestand mehr, stellt die Studie fest. Deshalb plane heute schon mehr als die Hälfte aller externen Vermögensverwalter, in den kommenden drei Jahren teilweise oder vollständig auf Rückvergütungen zu verzichten.

Zudem würden die unabhängigen Finanzmarkt-Aktuere erkennen, dass sie beim Service aufholen müssen. Steuer- und Rechtsberatung, personalisiertes Reporting und offene Produkt-Plattformen gehören diesbezüglich schon fast zu Standard. Schon heute könne sich darum jeder fünfte befragte Vermögensverwalter vorstellen, solche Dienstleistungen von seiner Depotbank zu beziehen, so Simon-Kucher.

Knallharte Auslese

Und die Depotbanken? Gemäss den Studien-Autoren müssten diese nun «die Gunst der Vermögensverwalter gewinnen und sich auf deren Bedürfnisse einstellen». Um neue Kundengelder in ihre Depots zu buchen, zeigen sich die Banken tatsächlich innovativ. So haben die Grossbanken, aber auch etwa die Bank Vontobel oder der Vermögensverwalter Aquila Fondshotels lanciert, wo sich kleine Anbieter mit ihrem Geschäft unterstellen können.

Die Studie stellt aber auch fest, dass die Bankhäuser bei den Unabhängigen knallhart die Spreu vom Weizen trennen. «Profitabilitätsorientierte Depotbanken streichen sukzessive Sonderkonditionen und Rückvergütungen bei Geschäftsbeziehungen mit Vermögensverwaltern, die eine kritische Grösse an verwaltetem Kundenvermögen nicht erreichen.»

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NEWS GANZ KURZ

Allianz Suisse

Der Versicherer hat in der Romandie Wohn- und Büroimmobilien im Volumen von rund 290 Millionen Franken erworben. Dabei handelt es sich bislang um die grösste Immobilieninvestition in der Westschweiz für die Allianz Suisse. Angesichts des anhaltenden Tiefzinsumfelds investiert der Versicherer verstärkt in Immobilien.

Swiss Re

Die Ratingagentur Fitch hat das Rating für Finanzstärke für den Rückversicherer Swiss Re mit AA– und den Ausblick mit «stabil» bestätigt. Auch das Langfristrating bleibt mit stabilem Ausblick unverändert bei A+.

Swiss Life

Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

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