10 Regeln für ein erfolgreiches Trading

Mehr und mehr Broker bieten Hebelmöglichkeiten für diverse Anlageklassen wie Devisen, Futures oder Aktien an. Wer sich darauf einlässt, sollte allerdings die elementaren Risiken kennen. 

Von Andreas Ruhlmann, Marktanalyst und Premium Client Manager bei der IG Bank (Bild: Shutterstock)

Hier sind die 10 wichtigsten Regeln für ein erfolgreiches Trading – und ein Bonus-Tipp.

Regel 1: Vergessen Sie die «Buy and Hold»-Regel.

Mit Hebelprodukten kann man den Markt richtig deuten und trotzdem einen Verlust verbuchen. Tatsächlich ist es so, dass wegen den niedrigen Margin-Anforderungen jede kleine Bewegung Sie ausstoppen und einen Margin-Call auslösen kann.

Regel 2: Haben Sie einen Plan.

Während die meisten Händler eine gute Analyse zum Einstiegspunkt und die Richtung (Kauf oder Verkauf) haben, ist die Ausstiegsstrategie oft gar nicht vorhanden. An welchem Punkt sollen Verluste begrenzt oder die Gewinne mitgenommen werden? «Improvisierte» Ausstiege sind oft emotional anstatt rational, und in den meisten Fällen schlecht gehandhabt.

Regel 3: Setzen Sie einen Stopp.

Der Stopp schützt Sie vor einem Maximalverlust durch eine von Ihnen eingestellte Begrenzung. Ohne Schutz können Sie alle Ihre Anlagen in einer einzigen Transaktion verlieren. Gehen Sie immer davon aus, dass Sie sich irren könnten, unabhängig von Ihrer Überzeugung.

Regel 4: Passen Sie die Grösse von Positionen an.

Verlockt vom «Easy Money» neigt der Händler-Neuling dazu, einen übermässigen Hebel anzuwenden, ohne sich des möglichen Verlusts bewusst zu sein. Für ein ordnungsgemässes Risikomanagement ist es notwendig, sich die richtigen Fragen zu stellen: Wie viel bin ich bereit zu verlieren? Was ist mein Gewinn-Verlust-Verhältnis?

Regel 5: Steigen Sie auf den fahrenden Zug auf.

Sie werden mehr Erfolg haben, wenn Sie einfach einem Trend folgen, anstatt zu versuchen am tiefsten Punkt zu kaufen oder am höchsten Punkt zu verkaufen.

Regel 6: Geben Sie Ihre Fehler zu.

Sogar die besten Trader verlieren Geld. Oft schenken wir jenen Informationen mehr Bedeutung, welche unseren Standpunkt bestätigen und wiegen uns so in der angeblichen Sicherheit, dass sich der Markt in die richtige Richtung bewegen wird. Vergessen Sie Ihren Hochmut, und geben Sie Ihre Fehler zu, bevor der Verlust zu gross wird.

Regel 7: Stemmen Sie sich nicht stur gegen den Markt.

Verlieren Sie nur nicht die Nerven am Markt, weil Sie denken, dass er irrational ist. «Der Markt kann länger irrational bleiben als Sie solvent bleiben können», sagte schon John Maynard Keynes.

Regel 8: Beginnen Sie klein und wachsen Sie mit Ihrer Erfahrung.

Wenn viel Geld auf dem Spiel steht, werden Gemütsbewegungen oft die Oberhand behalten. Gerade diese Gefühle wie Gier, Angst, Panik, Euphorie oder die Hoffnung ermutigen zu irrationalen Entscheidungen.

Regel 9: Laufen Sie dem Markt nicht hinterher.

Haben Sie eine Gelegenheit verpasst, kommt die nächste schon bald. Im Bereich des Handels sind die Gelegenheiten unzählig. Sie können gewinnen, wenn ein Markt steigt (auch bekannt als «Kaufen» oder «Long gehen») oder wenn er fällt («Verkaufen» oder «Short gehen»), und das alles mit verschiedenen Instrumenten und verschiedene Zeithorizonten (Scalping, Intraday, Swing, langfristig).

Regel 10: Lassen Sie Ihre Gewinne laufen und begrenzen Sie die Verluste.

Der unerfahrene Trader macht kleine Gewinne und ignoriert oft die verlierenden Positionen, bis der Verlust zu hoch wird. Haben Sie die Geduld, die Gewinne laufen zu lassen und die Disziplin, Ihre Verluste zu begrenzen.

Bonus Regel: Verdoppeln Sie niemals, wenn Sie verlieren.

Warum sollten Sie mehr auf eine schlechte Investition setzen? Gehen Sie niemals eine emotionale Verbindung mit Ihrer Position ein. Es ist nur ein Instrument, mit dem Sie Ihre Ziele erreichen können.

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MARKTANALYSEN - AUTOREN

Andreas Ruhlmann

Andreas Ruhlmann sammelte nach seinem Finanzstudium in Kanada zunächst berufliche Erfahrung bei der Saxo Bank und der National Bank of Canada, bevor er 2014 zur IG Bank wechselte. In der Schweiz verstärkt er nun mit seiner Expertise, speziell in den Forex- und Aktienmärkten, das Team für die Kundenbetreuung. Zusätzlich verfasst er Marktkommentare sowie makroökonomische Einschätzungen und bietet Ausbildungsseminare rund um die Themen Handel, technische Analyse und Handelspsychologie an. Twitter @ARuhlmann_IG


Laurent Bakhtiari

Laurent Bakhtiari verfügt über einen Masterabschluss in Finanzen von Audencia Nantes und einen Masterabschluss in quantitativer Mathematik des Imperial College London. In den vergangenen acht Jahren arbeitete er in den Handelsräumen von Merrill Lynch und der Credit Suisse. Von April 2014 bis Juli 2016 war er bei der IG Bank als Marktexperte und Premium Client Manager tätig.

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NEWS GANZ KURZ

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

Die Ende Oktober angekündigte Lancierung der Beteiligungsgesellschaft BB Healthcare Trust plc an der London Stock Exchange wurde erfolgreich abgeschlossen. Im Rahmen eines Aktienplatzierungs-programms konnte in der Erstemission ein Platzierungsvolumen von GBP 150 Mio. realisiert werden. Der erste Handelstag im Premium Segment der Londoner Börse ist der 2. Dezember 2016 (ISIN: GB00BZCNLL95, Bloomberg-Ticker: BBH LN).

Acron

Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

Raiffeisen

Die beiden Raiffeisenbanken Fulenbach-Murgenthal-Langenthal und Oberes Gäu-Aare haben sich für einen Zusammenschluss entschieden. Die neue Raiffeisenbank soll unter dem Namen «Raiffeisenbank Aare-Langete» auftreten.

Schroder

Schroder Real Estate hat drei Schweizer Geschäftsimmobilien für den kotierten Immoplus-Fonds erworben. Die Transaktion bringt das Fondsvermögen auf rund 1,5 Milliarden Franken. Das Portfolio hat Rockspring Investment Managers verkauft. Es handelt sich dabei um vollständig vom «Do it yourself»-Spezialisten Hornbach Baumarkt gemietete Liegenschaften.

Glarner Kantonalbank

Die Glarner Kantonalbank (GLKB) weitet die Laufzeiten ihrer angebotenen Hypotheken aus. In Filialen erworbene Hypotheken können neu eine Laufzeit von bis zu 15 Jahren haben, online erworbene eine solche von bis zu 20 Jahren. Käufer sollen somit länger von tiefen Zinsen profitieren können.

Zurich

Die Zurich Gruppe Deutschland hat den Altezza Bürokomplex in München erworben. Verkäufer des 2009 erbauten Bürogebäudes ist die Warburg-HIH Invest Real Estate. Über den Kaufpreis vereinbarten die Parteien Stillschweigen. Beraten wurde Zurich bei der Transaktion durch Luther Köln.

BEKB

Die BEKB Roggwil wird per 30. Juni 2017 in die Niederlassung Langenthal integriert. Die betroffenen Mitarbeitenden werden bei der BEKB weiterbeschäftigt. Die Integration erfolgt, weil sich das Kundenverhalten im Bankgeschäft stark verändert hat.

UBS

Mit Blick auf die Art Basel im amerikanischen Miami fasst die Schweizer Grossbank ihre erhebliche Kunstsammlung in einem neuen Bildband zusammen. Das Buch «UBS Art Collection: To Art its Freedom» wird an Januar 2017 erhältlich sein.

Vontobel AM

Die europäische Ratingagentur Feri EuroRating Services und die Verlagsgruppe Handelsblatt haben die Schweizer Bank Vontobel als besten Asset Manager für Rohstoffe in Deutschland, Österreich und der Schweiz ausgezeichnet.

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