Jetzt kommt Private Banking im Schweizer TV – als Drama-Serie

Das Geschäft mit dem Geld vermögender Privatkunden ist offenbar so spannend, dass das Schweizer Fernsehen darüber nun eine TV-Serie plant. Natürlich geht es um Schwarzgeld.

Die TV-Serie mit dem Arbeitstitel «Private Banking» wird voraussichtlich ab 2017 ausgestrahlt. Sie soll neben dem «Bestatter« die zweite vom Schweizer Fernsehen SRF selbst produzierte TV-Serie im Programm werden.

Urs Fitze, Bereichsleiter Fiktion in der SRF-Kulturabteilung wird in einem Artikel des «Tages-Anzeiger» vom Dienstag zitiert, die zweite hauseigene Produktion solle ein aktuelles gesellschaftspolitisches Thema aufgreifen und die moderne Schweiz repräsentieren.

Tochter wird Chefin

Das tut das Thema «Private Banking» offenbar. Regisseurin der Serie ist Bettina Oberli (Bild), die mit dem Film «Herbstzeitlosen» den erfolgreichsten Schweizer Fernsehfilm gedreht hat. Sie will laut «Tages-Anzeiger» die Serie als Drama anlegen.

Bettina Oberli 500

Und das geht dann so: «Nach dem Unfall ihres Vaters steht die vierzigjährige Valerie an der Spitze des Privatinstituts und will sauber bleiben im Geschäft mit dem schmutzigen Geld. Aber die Realität holt sie bald ein...». Dies sei die Grundidee von «Private Banking».

Der Phantasie ist es überlassen, wie sich die plötzlich Privatbank-Chefin gewordene Valerie Folge für Folge mit Schwarzgeld-Kunden, bequem gewordenen Kundenberatern, Aufsichtsbehörden und hämischen Konkurrenten auseinandersetzen muss. Oder droht ihr vielleicht auch ein Datendieb mit Erpressung?

Wasserdichte Recherche

Nur so viel verrät die Regisseurin Bettina Oberli: Es gehe nicht einfach um billige Bankenkritik. Sie werde mit der Serie ein Problem thematisieren, das «aktuell und vielfältig ist wie unsere Gesellschaft». Zugleich seiihr bewusst, dass es hier um eine «komplizierte Materie» gehe, «die viel wasserdichte Recherche benötigt.»

Am Drehbuch arbeiten neben ihr Thomas Ritter, der an der Zürcher Hochschule der Künste Drehbuch studierte und laut Bereicht über «viel Banking-Insiderwissen» verfüge. Beigezogen wurde auch der in Kopenhagen lebende David Sandreuter, der viel Erfahrung mit skandinavischen TV-Serien gesammelt hat.

Polit-Serie ausgestochen

Das SRF gab dem Projekt «Private Banking» in einem internen Wettbewerb den Vorzug. Ausgestochen wurde damit eine geplante Serie namens «Die Nationalrätin», welche den Berner Politbetrieb zum Thema haben sollte.

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NEWS GANZ KURZ

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

Finma

Die Eidgenössische Finanzaufsicht revidiert ihre Anforderungen an die externe und interne Auslagerung von Bankdiensten. An systemrelevante Banken werden für die Auslagerung kritischer Dienstleistungen nochmals erhöhte Anforderungen gestellt.

UBS

Die Grossbank muss nach einem Entscheid der amerikanischen Finanzbehörde Finra weitere 18,5 Millionen Dollar an Investoren in Puerto-Rico-Anleihen zahlen. Nach hohen Verlusten auf den Papieren sieht sich die Bank nicht abreissen wollenden Forderungen ausgesetzt. Laut Medienberichten ist dies die höchste Einzelzahlung, welche die UBS in dem Fall bisher leistete.

Gottex

Der angeschlagene Vermögensverwalter Gottex will den Nennwert seiner Aktien von 1 auf 0,10 Franken senken. Darüber sollen die Aktionäre am 30. Dezember an einer ausserordentlichen GV befinden. Das Unternehmen hat erst kürzlich die zweite Runde einer Rekapitalisierung abgeschlossen.

Generali

Im Verlaufe des Jahres 2017 werden zentrale Funktionen von Generali Schweiz in Adliswil ZH zusammengeführt. Dazu werden rund 100 Stellen aus Nyon VD dorthin verschoben, wie auch finews.ch berichtete. Nun hat der Versicherer ein Konsultations-Verfahren eröffnet. Die gewählte Arbeitnehmer-Vertretung startet umgehend mit den Arbeiten.

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

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