Die Zukunft des Finanzplatzes hat begonnen

Sanjin MerdanSanjin Merdan ist wissenschaftlicher Mitarbeiter Private Banking bei der Schweizerischen Bankiervereinigung

Seit Jahresbeginn sammeln bereits 56 Staaten steuerrelevante Bankdaten und werden diese 2017 erstmals mit ihren Partnerstaaten austauschen. Die Schweizer Banken sind nicht tatenlos, wie eine Umfrage von EY bestätigt.

So bekräftigen 89 Prozent der insgesamt 120 befragten Banken (ohne die beiden Grossbanken), dass sie die Bereinigung von Altlasten und den damit verbundenen internen Transformationsprozess für ausländische Vermögen weitgehend abgeschlossen haben. Ein beachtlicher Prozentsatz, wenn man bedenkt, dass die Steuerkonformität des Schweizer Bankenplatzes auch heute gelegentlich angezweifelt wird.

Wer noch kein Offenlegungsprogram hat, braucht eins

In der Masse der (Negativ)Schlagzeilen geht schnell vergessen, dass die hiesigen Banken schon länger bemüht sind, ihren ausländischen Kunden vor dem Übergang zum automatischen Informationsaustausch (AIA) die Teilnahme an geeigneten Regularisierungsprogrammen ans Herz zu legen. Aus der Perspektive der Bank wird dadurch die Fortführung der Geschäftsbeziehung ermöglicht. Auf der anderen Seite kommen den Wohnsitzstaaten der betroffenen Kunden auf diese Weise bedeutende Steuereinnahmen zu Gute.

Dies zeigt das kürzlich abgeschlossene Offenlegungsprogramm in Italien in aller Deutlichkeit. Grund genug also für Griechenland und weitere Staaten ohne ernsthafte Regularisierungsmöglichkeiten, ihren Steuerpflichtigen mit praktikablen und fairen Selbstanzeige-Programmen die Möglichkeit einzuräumen, mit der Vergangenheit reinen Tisch zu machen.

Schweizer Vermögensverwaltung – noch lange kein Auslaufmodell

Erfreulich ist, dass der Regularisierungsprozess der vergangenen Jahre für die hiesigen Banken keine substantiellen Vermögensabflüsse zur Folge hatte. Die medial herbeigesehnten Horrorszenarien mit Blick auf die Beschäftigungszahlen und verwaltete Vermögenswerte haben sich nicht verwirklicht.

Die aktuelle Umfrage bestätigt abermals, dass ausländische Kunden – dem AIA zum Trotz – weiterhin von den Vorzügen und traditionellen Qualitäten des Finanzplatzes Schweiz profitieren möchten.     

Paradigmenwechsel für  einen zukunftsorientierten Finanzplatz

Der vollzogene Paradigmenwechsel war für den Schweizer Bankenplatz zweifelsfrei schmerzhaft und mit zahlreichen Zugeständnissen verbunden. Dies hat sich am deutlichsten beim Programm zur Bewältigung des US-Steuerstreits gezeigt.

Die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit war jedoch unentbehrlich und es stimmt zuversichtlich, dass eine grosse Mehrheit der Banken die Bereinigung von Altlasten weitgehend abgeschlossen hat. Dabei freigesetzte Ressourcen können nun wieder für innovations- und wachstumsorientierte Projekte genutzt werden.

Entsprechend blickt auch die Mehrzahl der befragten Banken – trotz zunehmend erschwerter Rahmenbedingungen – für sich und ihre Kunden grundsätzlich optimistisch in die Zukunft.

 

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Luzerner Kantonalbank

Die Luzerner Kantonalbank begibt eine 0,1-Prozent-Anleihe über 375 Millionen Franken. Die Laufzeit beträgt fünfzehn Jahre. Zeichnungsschluss ist der 12. September, die Liberierung erfolgt auf den 15. September 2016.

Allianz Suisse

Der Sachversicherer hat im ersten Halbjahr das Prämienvolumen um 1,9 Prozent auf rund 1,37 Milliarden Franken erhöht. Der Halbjahres-Gewinn kletterte um 12,2 Prozent auf 142 Millionen Franken. Damit setzt Allianz Suisse den positiven Trend fort.

Zürcher Kantonalbank

investiere.ch, die Schweizer Investitionsplattform für Startups, hat eine Finanzierungsrunde über 3,5 Millionen Franken abgeschlossen. Die Zürcher Kantonalbank hat sich dabei substanziell an der Kapital-Erhöhung beteiligt und ist neu Minderheitsaktionärin von investiere.ch.

Swiss Life

Corpus Sireo, eine Tochter-Gesellschaft der Swiss Life Asset Managers, kauft die Firmensitze der Zurich Deutschland in Köln und Bonn. Über den Kaufpreis haben beide Parteien Stillschweigen vereinbart. Was Corpus Sireo mit den Objekten vor hat, ist noch Gegenstand von Verhandlungen mit den Behörden.

Bernerland Bank

Die Regionalbank hat im ersten Halbjahr 2016 den Reingewinn um 6 Prozent auf gut 2 Millionen Franken steigern können. Der Zinserfolg nahm um 1 Prozent auf 10,2 Millionen Franken zu. Trotz des anhaltend schwierigen Zinsumfelds erwartet die Bank für das Geschäftsjahr 2016 einen Reingewinn auf Vorjahreshöhe.

Zürcher Landbank

Die Zürcher Landbank hat im ersten Semester 2016 den Gewinn auf über 1 Million Franken gesteigert. Dies ist ein Folge des höheren Zinserfolges, der um 2,5 Prozent auf 4 Millionen Franken stieg. Die übrigen Erfolgspositionen sowie der Aufwand blieben stabil.

Western Union

Der Zahlungsdienstleister Western Union und die SBB haben eine Smartphone-App lanciert. Sie ermöglicht Geldtransfers in über 200 Länder an mehr als 1'000 Billett-Automaten. Die Überweisung können entweder bar oder mit einer Bankkarte erfolgen.

Fondsmarkt

Das Vermögen der in der Statistik von Swiss Fund Data und Morningstar erfassten Anlagefonds hat im Juli dieses Jahres über 900 Milliarden Franken. Dies entspricht im Vergleich zum Vormonat einer Zunahme von 2,2 Prozent. Die Nettomittelzuflüsse betrugen rund 4 Milliarden Franken.

VZ Gruppe

Die Depotbank der VZ Gruppe hat einen neuen Digital Banking Hub der Zürcher Softwareschmiede Crealogix in Betrieb genommen. Der Hub erlaubt eine modulare Weiterentwicklung als Plattform für verschiedene Banking-Applikationen.

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