Umfrage: Schweizer zweifeln zunehmend an der Sicherheit ihrer Pension

(Bild: Shutterstock)

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Schweizer Rentnern geht es blendend, aber angesichts der anhaltenden Negativzinsen fürchten sie zunehmend um ihre Pensionen, wie eine neue Studie ergibt.

Obwohl die Schweiz mit ihrem Drei-Säulen-Modell eines der besten und stablisten Rentensysteme der Welt hat, zweifeln immer mehr Schweizerinnen und Schweizer an der Sicherheit ihrer Rückstellungen für den Ruhestand. Zu diesem Schluss kommt der zum vierten Mal erhobene Global Retirement-Index des französischen Vermögensverwalters Natixis.

Führte die Schweiz in den vergangenen Jahren zweimal hintereinander diese Studie an, so musste sie heuer den Spitzenplatz Norwegen überlassen, wie den Angaben zu entnehmen ist, die finews.ch exklusiv vorliegen (vgl. nachstehende Rangliste).

Index Grafik 500

«Die Entscheidung der Schweizerischen Nationalbank (SNB), den Mindestkurs abzuschaffen und Negativzinsen einzuführen, hat viele Schweizerinnen und Schweizer verunsichert, erklärt Timo H. Paul, Managing Director für die deutschsprachige Schweiz bei Natixis Global Asset Management.

Nordische Länder trumpfen auf

Insgesamt dominiert Nordeuropa den Index in diesem Jahr eindeutig, denn sieben der zehn besten Länder befinden sich in dieser Region. Hinter Norwegen und der Schweiz folgen Island, Schweden, Deutschland, die Niederlande und Österreich. Die Übersee-Staaten Neuseeland, Australien und Kanada komplettieren die Top 10.

Diese Top-Performer trumpfen mit hervorragenden Gesundheitssystemen sowie einer hohen Lebensqualität auf. Darüber hinaus haben ein hohes Einkommensniveau sowie eine moderate Einkommensungleichheit zur Folge, dass diese Staaten sehr gute Ergebnisse vorlegen können.

Hohe Lebensqualität in der Schweiz

Dass die Schweiz es nicht mehr an die Spitze schaffte, hängt damit zusammen, dass sie in den Kategorien Gesundheit sowie materieller Wohlstand leicht schlechter abschnitt als Norwegen. Demgegenüber können sich die Schweizerinnen und Schweizer an einer insgesamt höheren Lebensqualität erfreuen sowie an einer besseren finanziellen Situation im Pensionsalter – offenbar genügten diese Vorzüge nicht, um den Spitzenplatz zu verteidigen.

Der Erhebung zeigt auch klar, dass mit Ausnahme der Spitzenreiter die meisten Länder respektive deren Bewohner mit einer hohen Steuerbelastung zu kämpfen haben – was zumeist der Preis für die hohen Sozialausgaben ist. So konnte sich punkto Steuerbelastung lediglich die Schweiz unter den zehn Besten platzieren, wohingegen mit Schweden, Österreich und Norwegen sogar drei Staaten zu den schlechtesten Ländern gehören.

Mehr denn je gefordert

Für Timo Paul wird damit klar, dass in manchen Ländern die Anreizsysteme für das Vorsorge-Sparen entweder fehlen oder unzureichend sind. Für dem Hintergrund des anhaltenden Tief- oder gar Negativzins-Umfeld ist für ihn denn auch klar: «Die Pensionskassensysteme stossen mittelfristig an ihre Grenzen.»

In dem sich veränderten Marktumfeld seien institutionelle Vermögensverwalter mehr denn je gefordert, so Paul weiter. «Um dauerhafte Renditen zu erwirtschaften, geht es immer weniger um einzelne Investmentprodukte als vielmehr um modulare Lösungen. Viele traditionelle Anlagestile – etwa mit Obligationen – funktionieren nicht mehr.» 

Langfristig ausgerichtete Portfolios

Der Index zeigt klar, dass die Alterabsicherung über die Auswahl einzelner Sparvehikel hinausgeht. Die alternde Bevölkerung muss heute und in Zukunft vermehrt berücksichtigen, dass sie von einem festen Einkommen abhängig ist. Allerdings erschweren die Geld-, Fiskal- und Gesundheitspolitik vieler Länder dieses Ansinnen erheblich. 

«Um den Sparern dabei zu helfen, ihre langfristigen Finanz- und Vorsorgeziele zu erreichen, muss ihnen die Asset-Management-Branche jene Instrumente zugänglich machen, die für die Strukturierung langfristig ausgerichteter Portfolios mit einer geringen Volatilität notwendig sind», erklärt Natixis-Manager Paul. 

 

 

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NEWS GANZ KURZ

Allianz Suisse

Der Versicherer hat in der Romandie Wohn- und Büroimmobilien im Volumen von rund 290 Millionen Franken erworben. Dabei handelt es sich bislang um die grösste Immobilieninvestition in der Westschweiz für die Allianz Suisse. Angesichts des anhaltenden Tiefzinsumfelds investiert der Versicherer verstärkt in Immobilien.

Swiss Re

Die Ratingagentur Fitch hat das Rating für Finanzstärke für den Rückversicherer Swiss Re mit AA– und den Ausblick mit «stabil» bestätigt. Auch das Langfristrating bleibt mit stabilem Ausblick unverändert bei A+.

Swiss Life

Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

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