Was die McKinsey-Leute den Banken empfehlen

Die Kundengelder fliessen wieder. Aber damit auch Geld zu machen, wird schwieriger. Zu diesem Befund kommen die Strategen von McKinsey.

Wird die Gans auch in Zukunft goldene Eier legen? Unter diesem Motto steht die 12. Asset-Management-Studie der Beratungsfirma McKinsey. An der Erhebung nahmen mehr als 300 Vermögensverwalter aus aller Welt teil, die rund zwei Drittel der Branche repräsentieren.

Die Hauptbotschaft der Studie ist dabei klar: Trotz dem gefühlten Ende der Finanzkrise wird es für die Asset Manager nicht einfacher. Im Gegenteil. Die Leute von McKinsey dämpfen die Erwartungen in der Vermögensverwaltung enorm.

Mangelnde Profitabilität

Im vergangenen Jahr stiegen die investierten Vermögen um 11 Prozent auf 50 Billionen Euro, und die Assets-under-Management (AuM) befinden sich mit 29 Billionen Euro beinahe auf dem Vorkrisen-Niveau von 32 Billionen Euro. In Westeuropa nahmen die AuM gar um 12 Prozent zu. Davon stammten allerdings 10 Prozent vom Marktwachstum und nur 2 Prozent von neu angelegten Vermögen.

Prekär wird es bei der Ergebnisentwicklung der Asset-Manager: Im Vergleich zum Vorjahr sanken deren Gewinne um 9,8 Basispunkte. Und damit nicht genug: Laut der Studie müssen sich die Asset-Manager noch auf eine längere Zeit mit kleineren Gewinnmargen abfinden.

«Während sich das Wachstum der Kundengelder weiter erholt, wird die Profitabilität bis auf weiteres signifikant unter dem Niveau von 2007 bleiben», sagt Pierre-Ignace Bernard, Director bei McKinsey und Leiter der vorliegenden Studie.

Defensive Strategien, tiefere Preise

Gründe für die geringeren Einnahmen im Asset Management seien defensivere Anlagestrategien und tiefere Preise, erklärt Bernard weiter. Immerhin: 2010 steht eine leichte Erholung bevor.

«Obwohl sich die Profitabilität 2010 etwas erholen wird, erwarten wir aber nicht, dass sie in absehbarer Zeit das Vorkrisenniveau erreicht», so Bernard weiter. Die Ungewissheit an den Märkten, vor allem ausgelöst durch staatliche Überschuldungen, werden gemäss der Studie auf das Wachstum drücken. Entsprechend wird dies gemäss McKinsey unter 2 Prozent bleiben.

Drei Empfehlungen von McKinsey

Vor diesem Hintergrund raten die Beratungsstrategen den Banken drei Dinge:

1. Die neuen regulatorischen Vorschriften sind unabwendbar. Darum sollen die Banken darin Chancen sehen und ihre Strategien entsprechend anpassen.

McKinsey rät in diesem Zusammenhang zu einer verstärkten Diversifikation der Geschäftstätigkeiten, zu einem besseren Management der Assets & Liabilities und radikalten Veränderungen bei den Vertriebskanälen.

2. Nur die innovativsten Banken werden wirklich Erfolg haben. Zu diesem Zweck genüge es nicht, sagen die Strategen von McKinsey, wenn die Produkteketten rationalisiert würden.

Vielmehr gelte es, die veränderten Kundenbedürfnisse zu erfassen und in Südeuropa etwa flexible Finanzinstrumente für den Vermögensaufbau und die Kapitalerhaltung zu lancieren. Aber auch Immobilien-Produkte für institutionelle Investoren dürften an Bedeutung gewinnen genauso wie Vorsorgelösungen angesichts der steigenden Lebenserwartung.

3. Mehr Wissen über die Kunden und eine grössere Effizienz im Verkauf sind unerlässlich. Die Finanzkrise habe viele Marketing-Abteilungen bei den Banken in Rat- und Hilflosigkeit gestürzt. Darum gelte es nun, das Potenzial neuer Massnahmen, wie sie in anderen Industrien längst gang gäbe seien, zu nutzen.

Vor diesem Hintergrund raten die Experten von McKinsy, sich besser und intensiver mit den Bedürfnissen der Klientel auseinander zu setzen und die Kundschaft nach neuen Kriterien zu segmentieren.


Lichtblick am Horizont

AuM-Studie

Eine Erholung der Märkte in Europa ist gemäss McKinsey immerhin absehbar. So konnte in den meisten europäischen Ländern wieder Neugeld an Land gezogen werden – auch in der Schweiz, die hinter Skandinavien und dem Vereinten Königreich im europäischen Vergleich gut abschneidet (Grafik oben).

 

 

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NEWS GANZ KURZ

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

Die Ende Oktober angekündigte Lancierung der Beteiligungsgesellschaft BB Healthcare Trust plc an der London Stock Exchange wurde erfolgreich abgeschlossen. Im Rahmen eines Aktienplatzierungs-programms konnte in der Erstemission ein Platzierungsvolumen von GBP 150 Mio. realisiert werden. Der erste Handelstag im Premium Segment der Londoner Börse ist der 2. Dezember 2016 (ISIN: GB00BZCNLL95, Bloomberg-Ticker: BBH LN).

Acron

Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

Raiffeisen

Die beiden Raiffeisenbanken Fulenbach-Murgenthal-Langenthal und Oberes Gäu-Aare haben sich für einen Zusammenschluss entschieden. Die neue Raiffeisenbank soll unter dem Namen «Raiffeisenbank Aare-Langete» auftreten.

Schroder

Schroder Real Estate hat drei Schweizer Geschäftsimmobilien für den kotierten Immoplus-Fonds erworben. Die Transaktion bringt das Fondsvermögen auf rund 1,5 Milliarden Franken. Das Portfolio hat Rockspring Investment Managers verkauft. Es handelt sich dabei um vollständig vom «Do it yourself»-Spezialisten Hornbach Baumarkt gemietete Liegenschaften.

Glarner Kantonalbank

Die Glarner Kantonalbank (GLKB) weitet die Laufzeiten ihrer angebotenen Hypotheken aus. In Filialen erworbene Hypotheken können neu eine Laufzeit von bis zu 15 Jahren haben, online erworbene eine solche von bis zu 20 Jahren. Käufer sollen somit länger von tiefen Zinsen profitieren können.

Zurich

Die Zurich Gruppe Deutschland hat den Altezza Bürokomplex in München erworben. Verkäufer des 2009 erbauten Bürogebäudes ist die Warburg-HIH Invest Real Estate. Über den Kaufpreis vereinbarten die Parteien Stillschweigen. Beraten wurde Zurich bei der Transaktion durch Luther Köln.

BEKB

Die BEKB Roggwil wird per 30. Juni 2017 in die Niederlassung Langenthal integriert. Die betroffenen Mitarbeitenden werden bei der BEKB weiterbeschäftigt. Die Integration erfolgt, weil sich das Kundenverhalten im Bankgeschäft stark verändert hat.

UBS

Mit Blick auf die Art Basel im amerikanischen Miami fasst die Schweizer Grossbank ihre erhebliche Kunstsammlung in einem neuen Bildband zusammen. Das Buch «UBS Art Collection: To Art its Freedom» wird an Januar 2017 erhältlich sein.

Vontobel AM

Die europäische Ratingagentur Feri EuroRating Services und die Verlagsgruppe Handelsblatt haben die Schweizer Bank Vontobel als besten Asset Manager für Rohstoffe in Deutschland, Österreich und der Schweiz ausgezeichnet.

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