Zehn Tipps, um das Anlegervertrauen zurückzugewinnen

Altbewährte Anlageregeln haben in der Krise massiv versagt. Als Konsequenz hat die Research Foundation des CFA Institute einige Erkenntnisse formuliert.

  • 1. Die Korrelationen zwischen den verschiedenen Anlageklassen sind nicht konstant, sondern hängen vom jeweiligen Anlagehorizont ab. In Krisenzeiten können ausserdem Veränderungen in den mittelfristigen Trends sowie langfristige Erhöhungen auftreten. Eine effektive Diversifikation der Anlagen muss dies berücksichtigen.
  • 2. Die Marktbewertungen und das Anlegerverhalten sind heute grösseren Schwankungen unterworfen als früher. Dies muss bei der Einschätzung der Anlagekategorien in Betracht gezogen werden und erfordert eine dynamische Asset Allocation. Das Timing muss allerdings stimmen und stellt eine neue Risikoquelle dar.
  • 3. Extreme Ereignisse treten öfters ein als die heutigen Risikomodelle wahrhaben wollen. Zum einen weisen die Renditeverteilungen so genannte Fat Tails auf, zum anderen existieren versteckte Quellen extremer Risiken, die bei Anlageentscheiden berücksichtigt werden sollen.
  • 4. Schnelle Glattstellungen von Positionen können in Krisen zu massiven Verlusten führen, insbesondere bei gehebelten Strategien. Derartige Situationen sollten vermieden werden.
  • 5. Das Beziehungsgeflecht zwischen Vermittler und Anlageprodukt kann so komplex sein, dass es in Krisen empfindlich gestört wird und die gemachten Versprechen nicht erfüllt werden können. Besonders bei derivativen Produkten ist Vorsicht geboten.
  • 6. Volkswirtschaftliche Indikatoren bewegen sich zwar langsam, können aber die Bildung von gefährlichen Situationen, die zu Anlageverlusten führen, signalisieren. Die Entwicklung der Realwirtschaft darf also nicht aus den Augen verloren werden.
  • 7. Absicherungsstrategien können versagen. Der Fall von Lehman Brothers hat die Bedeutung der Gegenparteirisiken deutlich aufgezeigt.
  • 8. Die steigende Globalisierung der Märkte erfordert eine zunehmend globalere Diversifikation. Die heutige Anlagestrategie erfordert mehr denn je eine Streuung der Anlagen über alle Anlagekategorien und Länder hinweg.
  • 9. Die Grösse und Komplexität der Märkte zwingt verstärkt zum Einsatz von automatisierten sowie quantitativen Verfahren. Dadurch können ausserdem die Handelsausführungen optimiert werden.
  • 10. In den vergangenen zehn Jahren wurden die Anleger durch drei grosse Aktienmarkteinbrüche überrascht. Die Anleger sollten sich deshalb nicht vor zu hohen Versprechen verleiten lassen.

Sergio Focardi, Co‐Autor der Studie und Finanzprofessor an der EDHEC Business School von Nizza, zieht folgende Schlussfolgerungen: «Seit Mitte 2007 werden die Anleger immer wieder mit neuen Finanzmarktschocks konfrontiert. Die Anlageindustrie muss daraus ihre Lehren ziehen und verstehen, was zu tun ist, um im neuen Umfeld mit Erfolg zu agieren.»

Focardi fordert wissenschaftlichere und systematischere Ansätze, um die künftigen Risiken besser zu erkennen.

Nicht alle Anlagemanager sind ihre Gebühren wert

Die Studie moniert ausserdem, dass die Transaktionskosten zwar markant gefallen, die Kosten für aktive Vermögensverwaltung aber deutlich gestiegen seien. Die relative Performance zu den Benchmarks sei demnach nach Gebühren auf einem rekordtiefen Niveau angelangt.

Anne_Kathrin_Scherer_2

«Einige Anlagemanager mögen diese Gebühren wert sein, aber sicherlich nicht alle», meint die Studie. Anne‐Katrin Scherer (Bild), Executive Director der Swiss CFA Society, begrüsst, dass die Analyse die Kostendiskussion aufgreift.

«Die Anleger verlangen transparentere Produkte und Prozesse und sind zunehmend weniger gewillt, hohe Gebühren für tiefe Renditen zu bezahlen. Die Anlageindustrie muss entsprechend handeln und ihre Strategien und Gebührenmodelle an die neue Realität anpassen», verlangt sie.

Zur vollständigen Studie geht es über diesen Link.

 

 

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden.

DAS BESTE IM WEB

Gute Stories und Links aus aller Welt

  • Gegen die romantische Verblödung
  • Deutsche Bank im Visier Chinas
  • Die nächste Blase platzt im Bong
  • Nacktfotos für einen Kredit
  • Die Rendite ist weiblich
  • Das sind Trumps Einflüsterer
  • Diese TV-Stars verdienen am meisten
mehr

Follow us

Follow finews.ch on Twitter Follow finews.ch on Facebook Follow finews.ch on Google+ Follow finews.ch on LinkedIn Follow finews.ch on Xing Follow finews.ch on Youtube Follow finews.ch on Instagram Follow finews.ch

Newsletter

Newsletter-SymbolKostenlos abonnieren

Abonnieren Sie jetzt den finews.ch-Newsletter und Sie erhalten kostenlos 2x wöchentlich die wichtigsten News aus der Schweizer Finanzwelt per E-Mail.

Zürcher Bankenverband

News und Einschätzungen zum Zürcher Finanzplatz.

Beiträge lesen

Lohnvergleich

Lohnvergleich

Verdienen Sie genug? Vergleichen Sie doch mal Ihren Lohn.

zum Lohnvergleich

SELECTION

Selection

Die schlimmsten Prognosen 2016

Was Anlage-Profis für 2016 prophezeien.

Selection

Unattraktive Bankjobs

Unattraktive Bankjobs

Warum es nicht mehr so begehrenswert ist, bei einer Bank zu arbeiten.

Selection

NEWS GANZ KURZ

Allianz Suisse

Der Versicherer hat in der Romandie Wohn- und Büroimmobilien im Volumen von rund 290 Millionen Franken erworben. Dabei handelt es sich bislang um die grösste Immobilieninvestition in der Westschweiz für die Allianz Suisse. Angesichts des anhaltenden Tiefzinsumfelds investiert der Versicherer verstärkt in Immobilien.

Swiss Re

Die Ratingagentur Fitch hat das Rating für Finanzstärke für den Rückversicherer Swiss Re mit AA– und den Ausblick mit «stabil» bestätigt. Auch das Langfristrating bleibt mit stabilem Ausblick unverändert bei A+.

Swiss Life

Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

weitere News