Ferienzeit – Zeit der Reiseverbote

Rot, orange oder grün? Ein Memo des Bankenpersonalverbandes mahnt, welche Banker wegen des US-Steuerstreits Reisen ins Ausland vermeiden sollten.

Je mehr Kunden und Namen ihrer Berater die 11 von den US-Staatsanwälten verfolgten Schweizer Banken an die US-Behörden verraten, desto grösser wird die Gefahr für ihre Angestellten, bei Auslandsaufenthalten aufgegriffen zu werden, sei es bloss als Zeuge oder als Beschuldigte.

Die Gefahr gilt nicht nur auf Reisen in die USA, sondern auch in europäische Länder, wie das Karriereportal «eFinancialcareers.ch» berichtet.

Unsicherheit steigt

Die Banken hüllen sich in Schweigen, ob und wieviele Daten sie preisgegeben haben – wohl aus Imagegründen und weil Vorbereitungen für einen aussergerichtlichen Vergleich laufen.

Die Unsicherheit bei den Angestellten wächst derweil, sodass der Schweizerische Bankenpersonalverband (SBPV) den Anwalt Rudolf Wyss als Sachverständigen engagiert hat. 

Ampelsystem nach Gefährungsgrad

Wyss hat bis Ende 2011 als stellvertretender Direktor beim Bundesamtes für Justiz gewirkt und hat im Auftrag des SBPV ein Memo erstellt. 

Mit einem Ampelsystem gibt er darin eine erste Antwort auf die Frage: Wer ist betroffen und welche Folgen drohen ihm?

Grün

Ohne Sorgen können laut Wyss Backoffice-Mitarbeiter und andere Mitarbeiter mit ausführenden Tätigkeiten ins Ausland reisen. Das gleiche gelte für «klar weisungsgebundenes Sekretariatspersonal oder vergleichbare Funktionen».

Betroffen sind nur Mitarbeiter, die selber mit der Verwaltung von Vermögen von steuerunehrlichen US-Bürgern zu tun hatten.

Orange

Wurden die Dienstleistungen vor langen Jahren und allein auf Schweizer Territorium erbracht, erachtet Wyss die Kundenbetreuer, erkennt Wyss eine mittlere Gefährdung.

Er rät Betroffenen nicht von allen Auslandsreisen, aber sicher von Reisen nach Amerika ab.

Rot

Anders sieht es laut Wyss für die Vermögensverwalter, Finanzberater und Anwälte aus, die innerhalb oder ausserhalb der Bank mitgeholfen, haben, grosse amerikanische Vermögen am Fiskus vorbeizuschleusen.

Auf dunkelrot stellt Wyss die Ampel für «die Kundenbetreuer mit weitgehender Portfeuilleverantwortung und Geschäftsabschlusskompetenz» aus – insbesondere, wenn sie ihre Kunden in den USA besucht haben.

Doch rät er generell auch all denen von Reisen ins Ausland überhaupt – nicht nur in die USA – ab, die irgendwo im gesamten Steuerverschleierungsprozess eine aktive Rolle gespielt haben, etwa indem sie geholfen haben, Strohfirmen zu gründen.

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NEWS GANZ KURZ

Allianz Suisse

Der Versicherer hat in der Romandie Wohn- und Büroimmobilien im Volumen von rund 290 Millionen Franken erworben. Dabei handelt es sich bislang um die grösste Immobilieninvestition in der Westschweiz für die Allianz Suisse. Angesichts des anhaltenden Tiefzinsumfelds investiert der Versicherer verstärkt in Immobilien.

Swiss Re

Die Ratingagentur Fitch hat das Rating für Finanzstärke für den Rückversicherer Swiss Re mit AA– und den Ausblick mit «stabil» bestätigt. Auch das Langfristrating bleibt mit stabilem Ausblick unverändert bei A+.

Swiss Life

Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

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