UBS sucht markant mehr Personal

In den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres stieg das Angebot an offenen Stellen bei der Grossbank UBS um fast 70 Prozent, wie der Finews-JobDirectory-Index meldet.

Insgesamt aber hatten die Banken Ende Juni 2012 gut ein Drittel weniger Stellen im Angebot als zwölf Monate zuvor. Die Versicherungen bieten weiterhin mehr offene Stellen an als die Geldhäuser.

Dies geht aus dem neusten Finews-JobDirectory-Index hervor. Er wird vierteljährlich mit Daten des Internet-Portals JobDirectory.ch veröffentlicht.

Auf den Webseiten von insgesamt 1'400 Schweizer Banken, Versicherungen und anderen Finanzfirmen (Wirtschaftsprüfung, Informatik, Beratung, etc.) sind aktuell 3'436 Stellen online ausgeschrieben. Damit hat die Branche derzeit 15,1 Prozent weniger freie Positionen als noch vor Jahresfrist. Damals waren 4'045 Stellen offen gewesen (vgl. Grafik 1).

Stats-bis-Juni_2012-Grafik1

Die Banken hatten Ende Juni 2012 insgesamt 1'158 Jobs ausgeschrieben; 35,4 Prozent weniger als zwölf Monate zuvor. Damals waren 1'792 Arbeitsstellen offen gewesen. Als Folge dieses massiven Rückgangs bei den Banken kam es zu einer Verschiebung: Die Versicherungen bieten heute mehr offene Arbeitsplätze an als die Geldhäuser. In der Assekuranz waren Ende Jun 2012 total 1'202 Stellen offen. Dieser Wert liegt 11,9 Prozent über dem Vorjahresniveau. Damals waren es 1'074 gewesen.

Die Zahl der offenen Stellen bei den übrigen Finanzfirmen sank in den vergangenen zwölf Monaten von 1'179 auf 1'076 (-8,7 Prozent).

UBS sucht viel Personal – Credit Suisse zurückhaltend

Höchst unterschiedlich haben sich die beiden Grossbanken UBS und Credit Suisse entwickelt, wie sich im laufenden Jahr deutlich zeigt. Während die UBS erheblich mehr Personal sucht, steht die Credit Suisse (CS) auf die Kostenbremse.

Per Ende Juni 2012 hatte die UBS 336 offene Jobs im Angebot. Das ist fast 70 Prozent mehr als zu Jahresbeginn.

Auf Anfrage von finews.ch erklärte ein UBS-Sprecher, dass die Zahl der offenen Stellen saisonalen Schwankungen ausgesetzt sei. Im 2. Quartal sei die Zahl der offenen Stellen grundsätzlich über das gesamte Jahr gesehen am höchsten.

Ein weiterer Grund für den Anstieg sei das aktuell grosse und vielfältige Angebot an Ausbildungsplätzen für Studierende und Hochschulabsolventen (rund 50 Stellen).

 

Demgegenüber hatte die Credit Suisse 288 Jobs offen, was 7,1 Prozent mehr ist als Anfang 2012. Rund 40 Prozent der ausgeschriebenen Stellen bei der CS richten sich an Hochschulabsolventen oder sind Praktika.

Bei allen übrigen Banken waren insgesamt 534 Arbeitsstellen, was einem Minus von 8,7 Prozent gegenüber dem Jahresbeginn 2012 entspricht (vgl. Grafik 2).

Stats-bis-Juni_2012-Grafik2

Rückgang bei den Kantonalbanken

Bei den übrigen Banken haben die Regional- und Retailinstitute mit 157 offenen Jobs am meisten Stellen online ausgeschrieben, gefolgt von den Kantonalbanken mit 135 Stellen. Auffallend ist der anhaltende Rückgang bei den Auslandbanken, die per Ende Juni noch 105 Stellen anbieten. Vor drei Monaten waren es noch 121 und vor Jahresfrist gar 213 gewesen.

Ebenfalls rückläufig ist das Jobangebot bei den Privatbanken, die per Ende Juni 2012 noch 102 offene Stellen ausgeschrieben hatten. Hier dürfte das Angebot weiter schrumpfen, zumal die Ertragssituation verbunden mit immer engeren Margen wenig Möglichkeiten für zusätzliches Personal bieten (vgl. Grafik 3).

Stats-bis-Juni_2012-Grafik3

Diskretion auch bei der Personalsuche

Wie die weitere Auswertung der Indexdaten ergab, waren noch nie so viele Stellen in den Bereichen Legal & Compliance, Risk Management und Audit ausgeschrieben.

Weil viele Banken nicht nach aussen zeigen wollen, dass sie ein Personaldefizit in diesen wichtigen Sparten haben, delegieren sie die Besetzung dieser Jobs an Personalvermittler, die umso diskreter vorgehen können.

Ende Juni 2012 waren auf diese Weise nicht weniger als 180 Jobs ausgeschrieben.

Finanzbranche im 2. Halbjahr 2012: Grossbanken als Vorreiter

Betrachtet man lediglich die Zahlen für das 1. Halbjahr 2012, so zeichnet sich bei den einzelnen Bankengruppen und Versicherungen eine höchst gegenläufige Entwicklung ab. Während bei den Grossbanken und den Assekuranzhäusern die Zahl der offenen Stellen zunimmt, ist bei den übrigen Gruppen (Regional- und Retailbanken sowie Kantonal-, Ausland- und Privatbanken) der Stellenabbau weiter im Gange.

Damit zeigt sich, dass die Grossbanken in der aktuellen Umbruchsphase eine Vorreiterrolle übernehmen respektive bei der Reorganisation ihrer Geschäftsbereiche schon weiter sind als andere, kleinere Finanzhäuser. Die Halbjahresergebnisse ab Ende Juli werden weiter Aufschluss über die Kosten- und Ertragssituation liefern.

Der Finanzjob-Index

Der Finews-JobDirectory-Index zeigt die Entwicklung aller online ausgeschriebenen Stellen in der Finanzbranche der Schweiz und Liechtenstein. Dafür werden die Angebote von 1'400 Arbeitgebern ausgewertet. Der Index wird alle drei Monate vom Schweizer Finanzportal finews.ch mit Daten des Portals JobDirectory.ch der Fenom AG veröffentlicht.

  • Nächste Publikation: 8. Oktober 2012

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Gottex

Der angeschlagene Vermögensverwalter Gottex will den Nennwert seiner Aktien von 1 auf 0,10 Franken senken. Darüber sollen die Aktionäre am 30. Dezember an einer ausserordentlichen GV befinden. Das Unternehmen hat erst kürzlich die zweite Runde einer Rekapitalisierung abgeschlossen.

Generali

Im Verlaufe des Jahres 2017 werden zentrale Funktionen von Generali Schweiz in Adliswil ZH zusammengeführt. Dazu werden rund 100 Stellen aus Nyon VD dorthin verschoben, wie auch finews.ch berichtete. Nun hat der Versicherer ein Konsultations-Verfahren eröffnet. Die gewählte Arbeitnehmer-Vertretung startet umgehend mit den Arbeiten.

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

Acron

Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

Raiffeisen

Die beiden Raiffeisenbanken Fulenbach-Murgenthal-Langenthal und Oberes Gäu-Aare haben sich für einen Zusammenschluss entschieden. Die neue Raiffeisenbank soll unter dem Namen «Raiffeisenbank Aare-Langete» auftreten.

Schroder

Schroder Real Estate hat drei Schweizer Geschäftsimmobilien für den kotierten Immoplus-Fonds erworben. Die Transaktion bringt das Fondsvermögen auf rund 1,5 Milliarden Franken. Das Portfolio hat Rockspring Investment Managers verkauft. Es handelt sich dabei um vollständig vom «Do it yourself»-Spezialisten Hornbach Baumarkt gemietete Liegenschaften.

Glarner Kantonalbank

Die Glarner Kantonalbank (GLKB) weitet die Laufzeiten ihrer angebotenen Hypotheken aus. In Filialen erworbene Hypotheken können neu eine Laufzeit von bis zu 15 Jahren haben, online erworbene eine solche von bis zu 20 Jahren. Käufer sollen somit länger von tiefen Zinsen profitieren können.

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