Die vergebliche Suche nach Schlupflöchern

Steuerabkommen und Schlupfloch seien in der SPD zu Synonymen geworden, findet Thomas Sutter von der Bankiervereinigung. Doch Politiker könnten nicht alles wissen.

Thomas_Sutter_119x178Von Thomas Sutter, Leiter Kommunikation und Mitglied der Geschäftsleitung der Schweizerischen Bankiervereinigung

Wenn man aber nach über einem Jahr immer noch mit falschen Behauptungen nachweislich die öffentliche Diskussion befeuert und Stimmung macht, wird es ärgerlich.

Und wenn auch noch Schweizer Sozialdemokraten ihre deutschen Genossen «desinformieren», wird es gar skandalös.

Gerne gebe ich also allen Politikern jeglicher Couleur vier Argumentationshilfen.

  • Das Steuerabkommen kann nicht mit Hilfe von Offshore Gesellschaften, Trusts oder Stiftungen umgangen werden:

Die Banken sind in jedem Fall verpflichtet den wirtschaftlich Berechtigten an einem Vermögen festzustellen. Mit dem Steuerabkommen wird die Bank auch im Falle von Offshore-Gesellschaften, Trusts oder Stiftungen (auch aus Liechtenstein!) verpflichtet zu überprüfen, ob hinter der Struktur eine natürliche Person steht, die am Vermögen wirtschaftlich berechtigt ist. Ist dies der Fall, fällt dieses Vermögen unter das Abkommen und wird voll besteuert.

  • Das Abkommen kann nicht mit einer so genannten «Domizilierungslösung» umgangen werden:

Die Bank ist durch die Sorgfaltspflichten verpflichtet, den tatsächlichen Wohnort des wirtschaftlich Berechtigten zu berücksichtigen. Die Angabe einer Adresse in einem Drittstaat genügt dafür nicht. Der Kunde muss seinen Wohnsitz mit amtlichen Papieren glaubhaft machen. Es gelten darüber hinaus die Bestimmungen über Geldwäscherei, die neu Steuerdelikte als Vortaten einbeziehen.

  • Das Abkommen kann nicht mit zinslosen Anlageformen umgangen werden:

Alle Kapitaleinkünfte werden vom Abkommen erfasst. Also nicht bloss Zinseinnahmen, sondern auch Dividenden oder Kapitalgewinne.

  • Das Abkommen kann nicht mit Immobilienkäufen in der Schweiz umgangen werden:

Natürliche Personen, welche Immobilien besitzen, sind in der Schweiz im öffentlich einsehbaren Grundbuch namentlich erwähnt. Immobilienbesitz ist darum keine Strategie, um Vermögen anonym in der Schweiz zu halten.

Die Abkommen sind fair, ausgewogen und auch umfassend. Ich bin nun gespannt, ob die Sozialdemokraten dies auch erkennen oder ob sie weiter nur Wahlkampf betreiben und an Polemik interessiert sind.

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NEWS GANZ KURZ

Allianz Suisse

Der Versicherer hat in der Romandie Wohn- und Büroimmobilien im Volumen von rund 290 Millionen Franken erworben. Dabei handelt es sich bislang um die grösste Immobilieninvestition in der Westschweiz für die Allianz Suisse. Angesichts des anhaltenden Tiefzinsumfelds investiert der Versicherer verstärkt in Immobilien.

Swiss Re

Die Ratingagentur Fitch hat das Rating für Finanzstärke für den Rückversicherer Swiss Re mit AA– und den Ausblick mit «stabil» bestätigt. Auch das Langfristrating bleibt mit stabilem Ausblick unverändert bei A+.

Swiss Life

Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

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