Fondsmanager mit grosser Krisenerfahrung

Der malaysische Fondsmanager Tan Chong Koay hat in Asien schon manche Krise erlebt, die weit schlimmer war, als die aktuelle Situation in Europa.

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Tan Chong Koay (im Bild oben rechts) ist Gründer und Chef von Pheim Asset Management, einem Unternehmen, das in Südostasien für seine erfolgreiche Anlagepolitik grössten Respekt geniesst. Für seine diversen Fonds, insbesondere für den Asean Emerging Companies Growth Fund, wurde der 62-jährige Tan bereits mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.

In der Schweiz verwaltet Tan für die in Zürich ansässige NPB Neue Privat Bank den NPB Asia (ex-Japan) Equity Fund, der allein in diesem Jahr (per Ende August) eine Performance von 7,61 Prozent hinlegte.

Viel Bares in der Kasse

Tan setzt seit jeher auf bewährte und einfache Regeln beim Investieren. Sein wichtigster Bewertungsmassstab ist das Kurs-/Gewinn-Verhältnis, ausserdem achtet er stark darauf, Gewinne – auf der Basis der erwähnten Bewertung – relativ rasch zu realisieren, um in neuerlichen Hausse-Phase genügend Barmittel zu haben, um wieder einzusteigen, wie er in einem Gespräch gegenüber finews.ch deutlich macht. Buy-and-Hold sei nicht sein Ding.

So ist er laut eigenem Bekunden gut über die Crashes und Krisen (1987, 1997, 2008) der letzten Jahrzehnte gekommen – frühzeitig legte er bis zu 50 Prozent seiner Mittel in Geldmarktfonds an und hatte alsbald das nötige Geld, um in die jeweils starken Haussen nach einem grösseren Rückschlag einzusteigen.

Attraktive China-Banken

Den von vielen Anlegern in letzter Zeit hoch gelobten asiatischen Markt bezeichnet Tan derzeit als «günstig», wenngleich er für diese Aussage ein enormes Know-how und eine glückliche Hand beim Stock-picking voraussetzt. Interessanterweise hält Tan auch sehr viel von den chinesischen Banken.

Während die Finanzbranche in der westlichen Welt derzeit eine eigentliche Reputationskrise durchmacht und in der Gunst der Investoren wenig bis gar nicht brilliert, empfiehlt Tan die Aktien der vier grössten chinesischen Banken (ICBC, China Construction Bank, Bank of China und Agricultural Bank of China) zum Kauf. Und warum?

Wachsame Behörden

Auch hier gilt Tans Credo: Die erwähnten chinesischen Geldhäuser sind derzeit mit einem Kurs-/Gewinn-Verhältnis von rund 6 an der Hongkonger Börse überaus günstig bewertet, während die entsprechende Masszahl für den HSBC-Konzern das Doppelte beträgt.

Tan ist auch überzeugt, dass die chinesischen Behörden bestrebt seien, den Kollaps eines Grossinstituts im eigenen Land mit allen Mitteln zu vermeiden – allein schon deswegen, weil dies in der aktuellen Situation einen enormen Reputationsschaden für China bedeuten würde. Ausserdem sei das Verhältnis zwischen Kundengeldern und Ausleihungen nach wie vor in einem vertretbaren Verhältnis, wie Tan weiter ausführt.

Schlimmere Krisen in Asien

Insgesamt favorisiert Tan Konsumgüterfirmen, Industrieunternehmen, Finanzhäuser sowie Immobilien- und Minengesellschaften. Viel Potenzial sieht er in Indonesien, Singapur und Thailand und Malaysia. Die fünf Top-Holdings im NPB Asia (Ex-Japan) Equity Fund sind: Ramayana Lestari Sentosa, Trauson Holdings, China State Construction, Sembcorp Marine sowie Golden Agri Resources.

Auf die anhaltende Schulden- und Eurokrise in der westlichen Welt angesprochen, erklärt Tan, dass man in Asien nur eine sehr fragmentarische Sicht auf Europa habe. Der drohende Kollaps der Einheitswährung sowie die weitere Zukunft der EU seien entsprechend nur Randthemen, zumal die asiatischen Länder in der Vergangenheit weitaus schlimmere Krisen durchgemacht hätten – und es ihnen stets gelungen sei, wieder auf den Wachstumspfad zurückzukehren. Nun sei es an Europa, diese Fähigkeit zu beweisen.

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NEWS GANZ KURZ

Allianz Suisse

Der Versicherer hat in der Romandie Wohn- und Büroimmobilien im Volumen von rund 290 Millionen Franken erworben. Dabei handelt es sich bislang um die grösste Immobilieninvestition in der Westschweiz für die Allianz Suisse. Angesichts des anhaltenden Tiefzinsumfelds investiert der Versicherer verstärkt in Immobilien.

Swiss Re

Die Ratingagentur Fitch hat das Rating für Finanzstärke für den Rückversicherer Swiss Re mit AA– und den Ausblick mit «stabil» bestätigt. Auch das Langfristrating bleibt mit stabilem Ausblick unverändert bei A+.

Swiss Life

Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

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