Studie: PK müssen professionalisiert werden

Eine repräsentative Studie von AXA Investment Managers hat das Wissen der Schweizer zur 2. Säule unter die Lupe genommen – und Lücken festgestellt.

Auf den ersten Blick scheinen die Schweizer über das Thema Pensionskasse gut informiert zu sein. In der Studie von AXA Investment Partners «Wissen und Einstellung zur 2. Säule der Schweizer Bevölkerung» haben 77 Prozent der Befragten angegeben, sie seien eher gut bis sehr gut über die 2. Säule informiert. Lediglich drei Prozent bezeichnen sich als gar nicht informiert. Rentner informieren sich dabei etwas besser als aktiv Versicherte.

Kontaktscheue PK

Nachholbedarf besteht bei den Pensionskassen hingegen im Kontakt und der Art, wie sie ihre Versicherten informieren. Mit 55 Prozent haben mehr als die Hälfte aller Versicherten noch nie persönlichen Kontakt mit ihrer Pensionskasse. Dabei lässt sich ein kleiner Altersgraben beobachten. Bei Versicherten ab dem 42. Altersjahr wächst die Quote auf über 50 Prozent – in dieser Alterskategorie wird das Thema PK-Rente ja auch aktueller.

Auffallend ist, dass rund ein Viertel der Befragten gar nicht weiss, bei welcher Pensionskasse sie versichert sind.

Werner Rutsch, Leiter des institutionellen Geschäfts bei AXA Investment Managers fordert daher eine Professionalisierung der Pensionskassen. Dabei brauche es eine beidseitige Professionalisierung seitens der Pensionskassen und der Arbeitgeber, die als wichtiger Informationskanal für die Versicherten fungieren, sagt Rutsch im Rahmen einer Presseveranstaltung zur Präsentation der Studie.

Frappant ist die Tatsache, dass das Potenzial von modernen Kommunikationsmittel zur Information der PK-Versicherten nicht genutzt wird. 35 Prozent informieren sich über den Arbeitgeber, 25 direkt bei der Pensionskasse. Lediglich acht Prozent nutzen die Homepage ihrer Pensionskasse, um sich über sie zu informieren, obwohl viele Kassen über einen gut aufgebauten Internetauftritt verfügen.

Sicherheit kommt vor der Rendite

Die Frage nach der Transparenz macht auch bei den Pensionskassen nicht halt und wird diese wohl in Zukunft beschäftigen. Nach den zentralen Fragen, wie hoch die Rente bei der Pensionierung sein wird und wie sicher ihre Anlagen sind (jeweils 10 Prozent) sorgen sich die Versicherten auch stark um die Transparenz der Anlagen und der Anlagestrategie (8 Prozent).

Dabei fordern die Versicherten, dass sie besser von ihren Pensionskassen informiert werden. Während rund ein Viertel der Befragten bereits von ihrer Pensionskasse informiert wird, hat die Hälfte der Befragten angegeben, dass sie ihre Informationen gerne von ihrer Kasse hätten. Rutsch sieht darin einen Aufruf an die Kassen, dass diese professionell geführt werden. «Grosse Kassen müssen heute von Profis geführt werden. Bei einigen Kassen hat man jetzt auch gesehen, dass dies gemacht wird. Das braucht Zivilcourage», so Rutsch.

Für die Studie wurden 1051 Personen befragt.

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