Jefferies: «Atomkrieg gegen die Vermögen»

«Diktatur», «Überraschungsangriff», «klammheimliche Enteignung»: Hier ein drastischer Kommentar zum Zypern-Paket – aber durchaus bedenkenswert.

David Zervos ist in unseren Breitengraden vielleicht kein sehr bekannter Mann, aber der Chefstratege von Jefferies hat einen respektierten Ruf an der Wallstreet – und sein Arbeitgeber, die Investmentbank Jefferies, gilt ja sogar als besonders feine Adresse.

Umso bemerkenswerter also, wie entschlossen David Zervos das Zypern-Paket der EU abkanzelt. In einer Kundennotiz nennt er es «eine der signifikantesten Entwicklungen in der Eurozone seit der Wahl in Griechenland vom letzten Sommer.» Und weiter: «Die Spareinlagen zu besteuern, sendet eine bedrohliche Nachricht an die gesamte globale Anlegergemeinschaft. Wir sollten alle einen Moment lang überlegen, was die Regierungen in Europa hier getan haben. Um klar zu sein: Sie starteten einen Überraschungsangriff auf die Ersparnisse ihrer eigenen Bürger.»

«Klammheimlich enteignen»

Für Zervos hat der Vorgang schlicht diktatorischen Charakter. «Ein solcher Schritt sollte Schockwellen durch die gesamte Bevölkerung der entwickelten Welt senden. Das war nicht im Stile Bernankes, wo man mit langsamer finanzieller Repression gegen risikofreie Anlagen die Lebensgeister wecken und die Menschen dazu bewegen wollte, grössere Risiken einzugehen. Dies ist ein atomarer Krieg gegen Ersparnisse und Vermögen – so etwas wird wahrscheinlich die Lebensgeister zerstören.»

Eine solche politische Entscheidung würde man vielleicht von einem diktatorischen Regime in der Sub-Sahara erwarten, nicht bei einem EU-Mitgliedsstaat.

«Wenn europäische Regierungen klammheimlich sieben bis zehn Prozent der Vorsorgeersparnisse ihrer hart arbeitenden Bürger an einem Freitagabend nach Geschäftsschluss enteignen können, zu was sind sie dann sonst noch fähig? Wieso sollte man da noch Geld auf dem Konto behalten? Wollen sie einen Sturm auf die Bank verursachen?»

Quelle: «Business Insider»


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