Warum Jobs an der Wall Street gar nicht so begehrenswert sind

Der Weg in die Hochfinanz führt noch immer über die Wall Street. Doch ein Job im Zentrum allen Bankings ist aus finanzieller Sicht vielleicht doch nicht so erstrebenswert.

Lehrjahre sind keine Herrenjahre – das angestaubte Sprichwort hat im Bankwesen noch immer seine Gültigkeit. So begehrt die Praktikantenstellen bei den Top-Häusern in der Londoner City und an der Wall Street für junge Studienabgänger sind, so hoch ist manchmal der Preis, den junge ehrgeizige Einsteiger dafür auch bezahlen müssen.

Und mit «bezahlen» sind hier nicht mal die langen Arbeitszeiten, der andauernde Druck oder der Tribut, den Stress und Adrenalin fordern, gemeint. Ein Job im Nervenzentrum der globalen Finanzströme geht ganz schön ins Geld, wie «Businessinsider» ausgerechnet hat.

Aber wer Teil dieser Welt sein will, muss das Leben des Wall-Street-Bankers nach allen Regeln leben: Anzüge, Schuhe, gesellschaftliche Verpflichtungen.… 

Wer mithalten will, muss die versteckten Kosten miteinberechnen. Als da wären:

  • Ein mickriges Apartment im Finanzdistrikt von New York ist für weniger als 3000 Dollar im Monat kaum zu haben. Versicherungen, die sich angesichts Naturgewalten wie Hurricane Sandy aufdrängen, sind dabei nicht eingeschlossen.
  • Schuhe, Anzüge: Man kann nicht in einer Wall-Street-Bank arbeiten und 50-Dollar-Schuhe zu einem 250-Dollar-Anzug tragen. Der Preis für ein gutes Paar rahmengenähter Lederschuhe liegt bei mindestens 200 Dollar. Und man braucht zwei Paar davon: braun und schwarz. Frauen benötigen ebenfalls zwei Paar Schuhe, mindestens. Darunter etwas mit hohen Absätzen, etwa von Manolo Blahnik. Kostenpunkt etwa 400 Dollar. Und ein paar flache Schuhe, um die Manolos auf dem Weg ins Büro nicht zu ruinieren.
  • Gleiches gilt für Anzüge. Einstiegspreise liegen hier in New York bei 1500 Dollar. Für die Damen wird das Outfitting noch teurer.
  • Reinigung: Wer täglich zwölf Stunden und mehr arbeitet und danach die obligate Runde durch die Wall-Street-Bars, -Restaurants und -Clubs antritt, hat keine Zeit zum Waschen, Reinigen und Putzen. Für Hemden und Anzüge müssen 150 Dollar im Monat, für eine Reinigungskraft nochmals 100 Dollar im Monat einberechnet werden. Fürs Schuheputzen etwa 20 Dollar im Monat.
  • Essen: Zürichs Restaurants sind teuer, aber an der Wall Street... Ein kleiner Salat im angesagten Michael's kostet 25 Dollar, für einen währschafter Burger blättert man 35 Dollar hin.
  • Mitgliedschaften: Das gesellschaftliche Leben in der Stadt findet zunehmend in Clubs statt. Man ist unter sich und kann den Luxus einer Sonnenterrasse und eines kleinen Pools geniessen. Eine Mitgliedschaft im Soho Club ist ab 900 Dollar zu haben – wenn man unter 27 ist. Sonst kostet sie doppelt so viel. Für Kinder sind 250 Dollar veranschlagt.
  • Die Hamptons: Ein kleines «Pied-à-Terre» in den Hamptons muss ein Wall-Street-Banker haben, der was auf sich hält. Singles können sich mit anderen zusammentun und ein Studio ab 2500 Dollar im Monat mieten. Mit steigenden Ansprüchen steigen die Kosten exponentiell: In der Hochsaison im Juli und August werden 4-Zimmer-Häuser für 30'000 Dollar aufwärts vermietet.

Ein Leben an der Wall Street kostet darum leicht 80'000 bis 100'000 Dollar im Jahr. Das wird weniger zum Problem, wenn man ungefähr das Wall-Street-Durchschnittssalär von 363'000 Dollar mit nach Hause nehmen kann. Die Steuern sind dann aber noch nicht bezahlt.

Was Sie sonst noch an versteckten Kosten anfällt, lesen Sie hier >>

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