Löhne: Jetzt müssen sich Schweizer Private Banker Sorgen machen

Was ein deutscher Anlageberater verdient, muss hiesigen Bankern einen kalten Schauer den Rücken runterjagen. Denn es ist klar: Das jetzige Lohnniveau in der Branche ist nicht mehr haltbar.

«Vermögensberater (m/w) für eine Bank in der Frankfurter Innenstadt gesucht. Sie verdienen 62'000 Euro mit dieser Stelle.»

Was in der Schweiz Finanzindustrie undenkbar wäre, ist es Deutschland möglich – die Offenlegung des Lohnes. Aufgeschaltet hat diese Job-Annonce die in Deutschland ansässige Personalberatung Wilhelm via das soziale Netzwerk Xing.

Doch nicht nur die Angabe des Jahresgehalts erstaunt, sondern auch dessen Höhe. Nur 62'000 Euro für einen Vermögensverwalter? Immerhin wird eine mehrjährige Erfahrung in der Beratung verlangt (siehe unten). Das im Jobinserat als attraktiv bezeichnete Grundgehalt wäre zumindest hierzulande ein sehr bescheidener Basislohn.

Doppelt so hohe Löhne

Laut dem jüngsten «Global Salary Survey» verdient ein Kundenberater mit einer ähnlichen Qualifikation (Erfahrung 5 bis 7 Jahre) mehr als das Doppelte, nämlich zwischen 110'000 bis 140'000 Franken, wie finews.ch berichtete. Und ein Relationship Manager/Senior Private Banking verdient gar bis zu 150'000 Franken. Der Bonus ist hier nicht miteingerechnet.

Zwar ist das Lohngefüge in Deutschland generell tiefer als jenes in der Schweiz. Dennoch ist dies ein Fingerzeig, in welche Richtung sich die Banker-Löhne entwickeln: Nach unten. Dass die Schweizer Banker in Zukunft kleinere Brötchen backen, zeigt auch der Vergleich mit der Lohnstudie von vor zwei Jahren. Damals konnte ein Kundenberater bis zu 10'000 Franken mehr verdienen.

Druck nimmt zu

Und die Löhne werden, ja müssen weiter sinken. Denn für die meisten Banken gilt: Der starke Franken befeuert die Kosten in der Schweiz und mindert die Einnahmen aus Europa und Übersee.

Zurückgehalten werden die Banken auch von der Starfzinspolitik der Schweizerischen Nationalbank, und die internationale Konkurrenz gräbt den hiesigen Finanzhäusern zunehmend das Wasser ab. Gleichzeitig steigen mit dem härteren Umfeld die Anforderungen an die Qualifikation. Auch darauf gibt die Annonce aus Deutschland einen Vorgeschmack.

Laut dem Jobinserat sollte der Kandidat unter anderem folgende Qualifikationen mitbringen:

  • Mehrjährige Erfahrung in der Beratung vermögender Privatkunden
  • Abgeschlossene Bankausbildung oder eine vergleichbare Qualifikation
  • Gute Kenntnisse und Erfahrungen im Vertrieb von Wertpapierprodukten
  • Kompetentes, verbindliches Auftreten und die Fähigkeit, eine langfristige und vertrauensvolle Kundenbeziehung aufzubauen

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