Europas ETF-Markt auf Rekordkurs – Rohstoffe legen kräftig zu
Europäische ETFs haben in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres bereits 415,9 Milliarden US-Dollar an neuen Geldern eingesammelt. Damit wurde der bisherige Jahresrekord von 371,7 Milliarden US-Dollar aus dem Jahr 2025 schon drei Monate vor Jahresende deutlich übertroffen.
Allein im September flossen 41,8 Milliarden US-Dollar in börsengehandelte Fonds, wie aus dem aktuellen Monatsbericht von Jonathan Decurtins, Head of Wholesale Schweiz und Liechtenstein beim Vermögensverwalter Vanguard, hervorgeht.
Zwar verlangsamten sich die Mittelzuflüsse gegenüber den Vormonaten etwas. Dank der starken Nachfrage im Juli und August erreichte das dritte Quartal dennoch einen neuen Höchststand.
Aktien-ETFs bleiben die wichtigsten Wachstumstreiber
Mit Nettozuflüssen von 29,2 Milliarden US-Dollar dominierten Aktien-ETFs auch im September. Im gesamten dritten Quartal sammelten sie 113,9 Milliarden US-Dollar ein.
Besonders gefragt waren breit diversifizierte Aktienstrategien. Auf Core-Equity-ETFs entfielen im September 20,6 Milliarden US-Dollar. Nachhaltigkeits-ETFs folgten mit 3,4 Milliarden US-Dollar, Smart-Beta-Produkte mit 3,0 Milliarden US-Dollar.

Quelle: Vanguard
Bei der regionalen Ausrichtung rückten globale Aktienanlagen wieder an die Spitze. ETFs auf weltweite Aktienmärkte verbuchten Zuflüsse von 12,1 Milliarden US-Dollar. Produkte auf Aktien aus Industrieländern kamen auf 8,6 Milliarden US-Dollar, während US-Aktien-ETFs 3,5 Milliarden US-Dollar anzogen. In den vergangenen drei Monaten waren US-Aktien am stärksten gefragt gewesen, nun reicht es «nur» noch für Rang 3 in Sachen Neugeldern. Mit gut einer Milliarde frischem Geld kommen die Schweizer Aktien ebenfalls auf die positive Seite.
Aus ETFs auf chinesische Aktien flossen netto 501 Millionen US-Dollar ab, aus kanadischen Aktien-ETFs 271 Millionen US-Dollar. Dazu kommen kleinere Verluste etwa in Deutschland oder Japan.

Staatsobligationen statt High Yield
Auch Obligationen-ETFs profitierten von der Nachfrage der Anleger. Im September flossen ihnen 9,2 Milliarden US-Dollar zu, womit sich die Nettozuflüsse im dritten Quartal auf 30,9 Milliarden US-Dollar summierten.
Besonders gefragt waren Staatsobligationen-ETFs mit 4,0 Milliarden US-Dollar an neuen Mitteln. Seit Jahresbeginn erreichte diese Kategorie damit Zuflüsse von 35,1 Milliarden US-Dollar.
ETFs auf Anleihen mit sehr kurzen Laufzeiten sammelten weitere 2,0 Milliarden US-Dollar ein, Unternehmensobligationen-ETFs rund 1,8 Milliarden US-Dollar. Dagegen verzeichneten ETFs auf hochverzinsliche Anleihen Abflüsse von 461 Millionen US-Dollar.
Regional standen US-Obligationen mit 3,8 Milliarden US-Dollar und Anleihen aus dem Euroraum mit 3,0 Milliarden US-Dollar im Vordergrund. Dagegen flossen beispielsweise Gelder aus französischen oder indischen Bonds.

Rohstoff-ETFs mit aussergewöhnlichem Rekord
Den auffälligsten Wachstumsschub verzeichneten allerdings Rohstoff-ETFs. Im dritten Quartal flossen ihnen 13,4 Milliarden US-Dollar zu. Damit wurde der bisherige Quartalsrekord von 1,6 Milliarden US-Dollar aus dem Vorjahr um mehr als das Achtfache übertroffen.
Die Nachfrage fiel in eine Phase steigender Rohstoffpreise und zunehmender Sorgen um die globale Energieversorgung. Zudem verzeichnete die Anlageklasse erstmals seit Januar 2024 wieder fünf aufeinanderfolgende Monate mit positiven Mittelzuflüssen.















