Vermögensverwalter aus Dubai fasst in Genf Fuss
Genf ist nach wie vor ein attraktiver Standort für das Private Banking. Heute wird Jupiter Wealth, ein unabhängiger Vermögensverwalter aus Dubai, bekanntgeben, dass er in der Rhonestadt eine Niederlassung eröffnet.
Es handelt sich dabei um mehr als bloss ein repräsentatives Büro mit Schweizer Adresse, stellt Diego Wuergler im Gespräch mit finews klar. Er hat neu bei Jupiter Wealth die Funktion des Chief Investment Officer (CIO) übernommen und ist als Head of Switzerland zugleich für den Aufbau des Schweizer Teams verantwortlich.
Nach UBS und Julius Bär das Unternehmerische gesucht
Wuergler, der (was sein Name nicht vermuten lässt) im Tessin aufgewachsen ist, war zuvor fast 20 Jahre in verschiedenen Advisory-Funktionen für Julius Bär tätig (und verbrachte selber 5 Jahre in Dubai), zuletzt führte er 130 Kundenberater an 17 verschiedenen Standorten. Zusätzlich bringt er Erfahrung aus seiner früheren Tätigkeit bei UBS Wealth Management mit.
«Ich bin heute 50 Jahre alt und habe mich gefragt, was ich im Rest meines Berufslebens machen will», erläutert Wuergler seine Motivation für den Wechsel. «Ich habe jetzt bewusst eine Herausforderung angenommen, die etwas ausserhalb meiner Komfortzone – der Bankenbranche – liegt.» Ihm habe das Unternehmerische gefallen, dass Jupiter Wealth präge.
Hauptsitz in Dubai, Standbein in Singapur
Tatsächlich handelt es sich um eine junge, rasch wachsende Gesellschaft, die erst 2022 von Ravi Venkataraju (zurzeit Group CEO) gegründet worden ist. Sie verwaltet heute mit 85 Mitarbeitern Vermögen über rund 2 Milliarden Dollar, das v.a. von sehr begüterten Personen bzw. deren Family Offices stammt. Bereits im Juni hat die im Dubai International Financial Center (DIFC) domizilierte Jupiter Wealth mit Singapur ein Standbein im Ausland bezogen. Eine weitere Dependance befindet sich in Indien.
«Meine Aufgabe in den kommenden Monaten ist es, in der Schweiz ein Team von erfahrenen Bankfachleuten aufzubauen», hält der neue Head of Switzerland fest, wobei mittelfristig auch ein Zürcher Büro eine Option sei. «Wir wollen mit unserem Knowhow bei der Vermögensverwaltung in einem umfassenden Sinne den Kunden Private-Banking-Dienstleistungen anbieten, ohne dass wir eine Bank sind. Wir sind auch nicht produktegetrieben.»
Kunden sollen «House View» des CIO kennen
Genau darin sieht Wuergler einen wichtigen Wettbewerbsvorteil. Und mit Dubai, Singapur, Indien und nun Genf sei Jupiter Wealth auch geografisch einzigartig aufgestellt. Dazu kommt der Faktor Mensch. «Bis im Februar war die Firma für mich ein unbeschriebenes Blatt. Doch ich habe noch nie so viel Enthusiasmus gespürt, alle ziehen an einem Strick, niemand pflegt hier sein eigenes Gärtchen, es herrscht eine Wachstumskultur.»
Als CIO will Wuergler zuerst eine House View mit einem Modellportfolio erarbeiten. «Alle Mitarbeiter sollen die Überlegungen hinter der hauseigenen Sicht verstehen.» Über verschiedene Kanäle – direkter Kontakt, Präsentationen, Studien usw. – wird sie auch die Klientel erreichen, wobei Wuergler selber eine aktive Rolle spielen will. Die Sicht des Hauses soll sich grundsätzlich auch in der Asset Allocation der Kunden spiegeln. «Unsere Berater werden aber weiterhin über viel Flexibilität verfügen, damit sie auf individuelle Bedürfnisse eingehen können.»















