Kickbacks: Finma zwingt Banken zum Handeln

Die Aufsichtsbehörde verpflichtet die Banken, Ihre Kunden über den Umfang erhaltener Rückvergütungen zu informieren und ihr Geschäftsmodell anzupassen.

«Die durch den Entscheid des Bundesgerichts geklärte Rechtslage wird Gegenstand des Aufsichtsdialogs mit den Banken sein», hatte die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht Finma nach dem wegweisenden Urteil vom 30. Oktober 2012 angekündigt. 

Gestützt auf das Aufsichtsrecht verlangt die Finma nun Massnahmen von allen Banken; dies entdeckte «20 Minuten» anhand einer sehr diskreten Veröffentlichung der Branche. Diese hatten sich nach dem Urteil zu einem Streit eines UBS-Kunden mit seiner Bank abwartend verhalten. «Es ist nach heutigem Kenntnisstand wahrscheinlich, dass viele Bankkunden vom Urteil des Bundesgerichts betroffen sind», begründet die Finma gegenüber dem «Tages-Anzeiger» die neuen Vorschriften (Artikel nicht gratis abrufbar).

Das verlangt die FINMA von den Banken:

  • Betroffene Bankkunden müssen kontaktiert und über den neuen Bundesgerichtsentscheid in Kenntnis gesetzt werden.
  • Die Kunden müssen darüber informiert werden, an welche Stelle innerhalb der Bank sie sich für weitere Auskünfte wenden können.
  • Die Kunden sind über den Umfang der Rückvergütungen («Kickbacks») aufzuklären, den die Bank für den Vertrieb von Finanzprodukten erhielt.
  • Die Banken sollen dem Bundesgerichtsentscheid zu den Vertriebskommissionen in ihrer Geschäftstätigkeit umgehend Rechnung tragen. 

Musterbrief

 Schon vorher haben die Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) und der «Beobachter» einen Musterbrief im Internet aufgeschaltet, mit dem die Kunden, die einen Vermögensverwaltungsauftrag mit einer Bank abgeschlossen haben, solche Kommissionen zurückfordern können.

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Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

Finma

Die Eidgenössische Finanzaufsicht revidiert ihre Anforderungen an die externe und interne Auslagerung von Bankdiensten. An systemrelevante Banken werden für die Auslagerung kritischer Dienstleistungen nochmals erhöhte Anforderungen gestellt.

UBS

Die Grossbank muss nach einem Entscheid der amerikanischen Finanzbehörde Finra weitere 18,5 Millionen Dollar an Investoren in Puerto-Rico-Anleihen zahlen. Nach hohen Verlusten auf den Papieren sieht sich die Bank nicht abreissen wollenden Forderungen ausgesetzt. Laut Medienberichten ist dies die höchste Einzelzahlung, welche die UBS in dem Fall bisher leistete.

Gottex

Der angeschlagene Vermögensverwalter Gottex will den Nennwert seiner Aktien von 1 auf 0,10 Franken senken. Darüber sollen die Aktionäre am 30. Dezember an einer ausserordentlichen GV befinden. Das Unternehmen hat erst kürzlich die zweite Runde einer Rekapitalisierung abgeschlossen.

Generali

Im Verlaufe des Jahres 2017 werden zentrale Funktionen von Generali Schweiz in Adliswil ZH zusammengeführt. Dazu werden rund 100 Stellen aus Nyon VD dorthin verschoben, wie auch finews.ch berichtete. Nun hat der Versicherer ein Konsultations-Verfahren eröffnet. Die gewählte Arbeitnehmer-Vertretung startet umgehend mit den Arbeiten.

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

Acron

Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

Raiffeisen

Die beiden Raiffeisenbanken Fulenbach-Murgenthal-Langenthal und Oberes Gäu-Aare haben sich für einen Zusammenschluss entschieden. Die neue Raiffeisenbank soll unter dem Namen «Raiffeisenbank Aare-Langete» auftreten.

Schroder

Schroder Real Estate hat drei Schweizer Geschäftsimmobilien für den kotierten Immoplus-Fonds erworben. Die Transaktion bringt das Fondsvermögen auf rund 1,5 Milliarden Franken. Das Portfolio hat Rockspring Investment Managers verkauft. Es handelt sich dabei um vollständig vom «Do it yourself»-Spezialisten Hornbach Baumarkt gemietete Liegenschaften.

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