Erneut schwere Vorwürfe gegen Basler Kantonalbank

Ein Ex-Direktionsmitglied von BKB Private Banking Zürich fordert von der Finma eine Gewährsprüfung bei der Basler KB. Diese erachtet die Vorwürfe als haltlos.

«Der Fall um den mutmasslichen Anlagebetrüger ASE Investment ist nur die Spitze des Eisbergs», sagt ein anonymer Ex-Mitarbeiter der Zürcher Private-Banking-Sparte der Basler Kantonalbank (BKB) gegenüber der Tageszeitung «az Aargauer Zeitung».

Der Ex-BKB-Banker geht in seiner Finma-Eingabe hart ins Gericht mit dem Bankratspräsidenten, Andreas Albrecht, dem Chefjuristen respektive Compliance-Chef, Christian Schöniger, und dem ehemaligen inzwischen entlassenen Leiter der Zürcher Niederlassung.

«Unautorisiertes Trading»

Von «Beihilfe zur Kapitalflucht», «dubiosen Anlagevehikeln» und von «unautorisiertem Obligationen-, Aktien- und Devisen-Trading» sei die Rede, mit denen Bankangestellte ihre Kunden übervorteilt hätten.

Der anzeigende Banker versteht sich selbst als Whistleblower, der die Behörde über fragwürdige Praktiken von ehemaligen BKB-Mitarbeitern informieren wolle. «Kunden wurden immer wieder mit unlauteren Methoden geschädigt», so der Whistleblower.

Fristlose Entlassung

Obwohl er selbst den Leiter des Bereichs Legal and Risk über die Methoden informiert hatte, wollte die Bankleitung offenbar keine Massnahme zur Behebung der Missstände treffen.

Schliesslich sei er unter Verleumdungen fristlos entlassen worden, auch weil er die Vermögen seiner Kunden nicht an den Niederlassungsleiter weitergeben wollte, sondern die Verwaltung dem Portfolio Management am Hauptsitz in Basel übertrug, steht dort weiter. 

Finma geht den Hinweisen nach

Im Untersuchungsbericht ist auch von «unvollständigem Reporting» und «einer unzureichenden Wahrnehmung der Führungsverantwortung durch die Geschäftsleitung des Private Banking in Zürich» die Rede. Der Whistleblower bestreitet gegenüber der Tageszeitung, dass es sich um Rache handelt.

Die Finma sagte auf Anfrage, dass man Hinweise, die allenfalls für die Aufsichtstätigkeit nützlich sein könnten, immer entgegennehme. «Wir gehen diesen Hinweisen nach, diskutieren die Informationen aber nicht öffentlich», so ein Finma-Sprecher gegenüber der «az Aargauer Zeitung».

Vorwürfe sind haltlos

Einen Zusammenhang der Vorwürfe mit dem Fall ASE Investment schliesst die Bank jedoch aus zeitlichen Gründen aus, wie die Medienstelle gegenüber finews.ch erklärt: «Bei der betreffenden Person handelt es sich um einen ehemaligen Mitarbeiter der BKB, von dem die BKB sich im Jahr 2001 in Uneinigkeit getrennt hat.»

Auch die Eingabe des Ex-Mitarbeiters bei der Finanzmarktaufsicht liegt der Bank nicht vor.

 

 

 

 

 

 

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