CS Asset Management alles andere als abgeschrieben

Trotz der Umstrukturierung des Asset Management soll die Division ein wichtiger Bestandteil der Credit Suisse bleiben und für rund zehn Prozent der Erträge aufkommen.

Gerhard_FusenigMit der Integration des Asset Management (AM) in das Private Banking der Credit Suisse ist viel über die Zukunft und das Verbleiben der institutionellen Vermögensverwaltung innerhalb der Grossbank spekuliert worden.

Gerhard Fusenig, Leiter der Abteilung Core Investments, die neben dem Bereich Alternative Investments das AM der Bank ausmacht, betonte in einem Gespräch am Mittwoch, dass dieser Integrationsschritt eine direkte Folge der neuen Regulierungen gewesen sei und in keiner Weise bedeute, dass sich die Credit Suisse vom AM verabschiede.

Credit Suisse steht hinter der Schweiz

Im Gegenteil: Die Schweizer Grossbank will mit ihrem AM vor allem Gelder aus dem Ausland anziehen. Da der Grossteil des AM in der Schweiz angesiedelt ist, könnte sich dies als gute Nachricht für die Arbeitsplätze in der Schweiz erweisen und ist wohl auch im Sinne der jüngst lancierten Initiative der Schweizerischen Bankiervereinigung (SBVg). Sie kündigte unlängst an, dass das AM ein zweites Standbein des Finanzplatzes Schweiz werden soll, wie auch finews.ch berichtete.

Heute verwaltet die Credit Suisse mit ihrem Asset Management weltweit 335 Milliarden Franken. Davon werden 250 Milliarden Franken in der Schweiz verwaltet. Ein Löwenanteil davon, nämlich 223 Milliarden Franken, macht das Geschäft mit Schweizer Kunden – hauptsächlich Pensionskassen – aus. Lediglich 27 Milliarden Franken stammen aus dem Ausland.

Inlandsgeschäft stagniert

Das Inlandsgeschäft sei aber schwer auf dem heutigen Niveau zu halten, sagt Fusenig. In der Vergangenheit habe man nur mit den inländischen Konkurrenten um Mandate buhlen müssen. Die Credit Suisse beispielsweise verfüge im Bereich der passiven Anlagen in der Schweiz einen Marktanteil von rund 40 Prozent. Im Fixed-Income-Bereich liege der Marktanteil bei rund 25 Prozent.

Mit zusätzlichen Konkurrenzen aus dem Ausland, die keine Portfoliomanager in der Schweiz besitzen, seien solche Quoten auf die Dauer schwer zu halten, sagte Fusenig.

Grosses Wachstum aus dem Inland erwartet man bei der Credit Suisse im AM also nicht. Im 3. Quartal 2012 hatte das Schweizer AM gar Abflüsse von 2,1 Milliarden aus dem Inhalt verbucht, während aus dem Ausland 2,4 Milliarden Franken zugeflossen waren. «Die Credit Suisse hat also schon gezeigt, was sich die SBVg wünscht – dass die Schweiz das Potenzial zu einem Asset-Management-Hub hat», hiess es am Mittwoch weiter.

Anzahl Transaktionen nach Branche 2012

Credit Suisse Asset Management aus dem Investment Hub Schweiz. Quelle: Credit Suisse (Anklicken zum Vergrössern)

Schweizer AM ist konkurrenzfähig

Gemäss Fusenig könne die Credit Suisse im Asset Management international mit der Konkurrenz durchaus mithalten. Im Bereich der Indexprodukte beispielsweise müsse sich das Credit Suisse AM nicht vor der Konkurrenz verstecken, sagte Fusenig.

Dass gerade in diesem Bereich vor wenigen Wochen der Verkauf der ETF-Abteilung an Blackrock – nota bene der grösste Asset Manager weltweit – bekannt gegeben wurde, beeinträchtige das Index-Angebot der Credit Suisse nicht.

Indexprodukte ohne ETF

Im Bereich Index Solutions verwaltet das Credit Suisse Asset Management weltweit 78 Milliarden Franken – davon 72 Milliarden Franken in der Schweiz. Das ETF-Geschäft mit rund 16 Milliarden Franken an verwalteten Vermögen , derzeit noch ein Teil von Index Solutions, sei nie gross genug geworden, um profitabel zu sein. Rund 30 Milliarden Franken hätte es für einen Break-Even gebraucht. «Da muss man konsequent sein und den Stecker ziehen», so Fusenig weiter.

Für Kunden sei dies aber überhaupt kein Nachteil. Noch immer biete die Credit Suisse über eine offene Plattform ETFs an, und institutionelle Kunden seien mit den individuell geschnürten Indexprodukten gar besser bedient, da diese billiger konstruiert werden könnten, so Fusenig.

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NEWS GANZ KURZ

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

Die Ende Oktober angekündigte Lancierung der Beteiligungsgesellschaft BB Healthcare Trust plc an der London Stock Exchange wurde erfolgreich abgeschlossen. Im Rahmen eines Aktienplatzierungs-programms konnte in der Erstemission ein Platzierungsvolumen von GBP 150 Mio. realisiert werden. Der erste Handelstag im Premium Segment der Londoner Börse ist der 2. Dezember 2016 (ISIN: GB00BZCNLL95, Bloomberg-Ticker: BBH LN).

Acron

Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

Raiffeisen

Die beiden Raiffeisenbanken Fulenbach-Murgenthal-Langenthal und Oberes Gäu-Aare haben sich für einen Zusammenschluss entschieden. Die neue Raiffeisenbank soll unter dem Namen «Raiffeisenbank Aare-Langete» auftreten.

Schroder

Schroder Real Estate hat drei Schweizer Geschäftsimmobilien für den kotierten Immoplus-Fonds erworben. Die Transaktion bringt das Fondsvermögen auf rund 1,5 Milliarden Franken. Das Portfolio hat Rockspring Investment Managers verkauft. Es handelt sich dabei um vollständig vom «Do it yourself»-Spezialisten Hornbach Baumarkt gemietete Liegenschaften.

Glarner Kantonalbank

Die Glarner Kantonalbank (GLKB) weitet die Laufzeiten ihrer angebotenen Hypotheken aus. In Filialen erworbene Hypotheken können neu eine Laufzeit von bis zu 15 Jahren haben, online erworbene eine solche von bis zu 20 Jahren. Käufer sollen somit länger von tiefen Zinsen profitieren können.

Zurich

Die Zurich Gruppe Deutschland hat den Altezza Bürokomplex in München erworben. Verkäufer des 2009 erbauten Bürogebäudes ist die Warburg-HIH Invest Real Estate. Über den Kaufpreis vereinbarten die Parteien Stillschweigen. Beraten wurde Zurich bei der Transaktion durch Luther Köln.

BEKB

Die BEKB Roggwil wird per 30. Juni 2017 in die Niederlassung Langenthal integriert. Die betroffenen Mitarbeitenden werden bei der BEKB weiterbeschäftigt. Die Integration erfolgt, weil sich das Kundenverhalten im Bankgeschäft stark verändert hat.

UBS

Mit Blick auf die Art Basel im amerikanischen Miami fasst die Schweizer Grossbank ihre erhebliche Kunstsammlung in einem neuen Bildband zusammen. Das Buch «UBS Art Collection: To Art its Freedom» wird an Januar 2017 erhältlich sein.

Vontobel AM

Die europäische Ratingagentur Feri EuroRating Services und die Verlagsgruppe Handelsblatt haben die Schweizer Bank Vontobel als besten Asset Manager für Rohstoffe in Deutschland, Österreich und der Schweiz ausgezeichnet.

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