Schweizer Banken bieten 2'300 Stellen weniger

Die Banken hatten ein gutes Geschäftsjahr 2013. Allerdings: Fast jedes sechste Haus schrieb rote Zahlen. Und noch haben die Banken über 100'000 Stellen in der Schweiz. Noch.

Im Jahr 2013 erzielten die 283 Banken in der Schweiz Jahresgewinne in der Höhe von  11,9 Milliarden Franken; im Vorjahr hatte die Zahl noch 7,1 Milliarden betragen. Dies besagt der neue Jahresbericht «Die Banken in der Schweiz» der Nationalbank.

Zum Sprung beim aggregierten Jahresgewinn der von der SNB-Statistik erfassten Banken trug allerdings  ein Sonderfaktor bei: Erstmals wurde hier auch die Postfinance erfasst. Sie erzielte 2013 einen Vorsteuergewinn von 856 Millionen Franken.

48 Banken wiesen im letzten Jahr Verluste aus, das heisst: Etwa jede sechste Bank schrieb rote Zahlen. Insgesamt beliefen sich die Verluste auf 1,4 Milliarden Franken. Im Vorjahr hatte die Zahl mit 6,9 Milliarden Franken freilich noch deutlich höher gelegen.

Zurück zu den Wurzeln

Der Gewinn aus dem ordentlichen Bankgeschäft (Bruttogewinn) stieg um 2,1 Milliarden Franken auf 19,5 Milliarden Franken.

Wenig erstaunlich eine weitere Aussage aus der SNB-Statistik: In der Bilanz gewann sowohl forderungs- als auch verpflichtungsseitig das Geschäft mit dem Inland gegenüber dem Geschäft mit dem Ausland an Bedeutung. Im Inland setzte sich der Anstieg der Hypothekarforderungen fort. Auch die Kundeneinlagen nahmen erneut zu.

Minus 2'000 bei den Grossbanken

Sowohl im Inland als auch im Ausland bauten die Banken Stellen ab. Ohne Berücksichtigung des Personals von Postfinance verringerte sich die Zahl der Beschäftigten gegenüber dem Vorjahr um 5'185 (4,0 Prozent) auf 123'718 Vollzeitstellen. Im Inland erfolgte ein Abbau um 2'840 auf 102'316 Stellen – macht ein Minus von 2,7 Prozent. Von der Reduktion entfielen 1'955 Stellen auf die Grossbanken.

Im Ausland nahm die Anzahl Stellen von Schweizer Banken um 2'345 auf 21'402 ab. Hier betrug der Rückgang also fast 10 Prozent.

Gegenüber dem Höchststand von insgesamt 136'200 Vollzeitstellen im Jahr 2007 beschäftigten die Schweizer Banken 2013 rund 9 Prozent weniger Personal. Im Inland lag die Zahl um 6,0 Prozent tiefer, im Ausland betrug das Minus 21,8 Prozent – womit also mehr als jede fünfte Stelle verschwand.

Die Postfinance-Verschönerung

Wegen des erstmaligen Einbezugs von PostFinance mit 3'419 Stellen im Inland zeigen die SNB-Daten insgesamt allerdings ein anderes Bild: Die Inlandbeschäftigung erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 579 auf 105'735 Stellen, und der gesamte Personalbestand verringerte sich nur um 1767 Stellen.

In seinen Ausführungen zur Lage der Schweizer Banken ging Direktoriumsmitglied Jean-Pierre Danthine am heutigen Mediengespräch vorrangig auf die Kapitalsituation der Grossbanken ein: Die Kapitalsituation von UBS und Credit Suisse habe sich insgesamt weiter gebessert, allerdings gelte das positive Bild primär für die risikogewichteten Kapitalquoten, nicht aber für die Leverage Ratios. Und diese gewännen als Mass für die Widerstandskraft der Banken an Bedeutung.

Mehr Transparenz, bitte

Beide Banken sollten ihre Transparenz über die Risikosituation weiter erhöhen, forderte Danthine. Die Nationalbank empfiehlt darum, die risikogewichteten Aktiven im Einklang mit den internationalen Bestrebungen offen zu legen.

Bei den inlandorientierten Banken biete die hohe Exposure im Hypothekarmarkt in Kombination mit den Ungleichgewichten im Markt einen Grund zur Besorgnis. Den Banken müssten wohl Anreize zur vorsichtigeren Vergabe von Hypotheken gesetzt werden. Danthine forderte dabei, dass die Zinsrisiken im Bankenbuch angemessen mit Eigenmitteln unterlegt seien.

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NEWS GANZ KURZ

Allianz Suisse

Der Versicherer hat in der Romandie Wohn- und Büroimmobilien im Volumen von rund 290 Millionen Franken erworben. Dabei handelt es sich bislang um die grösste Immobilieninvestition in der Westschweiz für die Allianz Suisse. Angesichts des anhaltenden Tiefzinsumfelds investiert der Versicherer verstärkt in Immobilien.

Swiss Re

Die Ratingagentur Fitch hat das Rating für Finanzstärke für den Rückversicherer Swiss Re mit AA– und den Ausblick mit «stabil» bestätigt. Auch das Langfristrating bleibt mit stabilem Ausblick unverändert bei A+.

Swiss Life

Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

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