Warum die UBS von ihren US-Kunden höhere Gebühren verlangt

Die Schweizer Grossbank hat in den USA die Gebühren für Privatkunden erhöht. Bei den unabhängigen Finanzberatern, die im Sandwich sind zwischen der UBS und der Klientel, ist der Ärger entsprechend gross.

Die rund 7'100Kundenberater, die für das UBS Wealth Management Americas in den USA tätig sind, haben von ihren Ansprechspartnern bei der Bank in diesen Tagen Post erhalten.

In dem Schreiben steht, dass die UBS die Mindestgebühren für Kunden zwischen 10 und 25 Basispunkten anhebt (Details in der Grafik), wie die US-Online-Plattform «Investmentnews» berichtet. Gleichzeitig empfiehlt die UBS den Kundenberatern, ihre eigenen Gebühren ebenfalls zu erhöhen.

UBS droht ein Umsatzverlust

Dass dieses Schreiben für einige Unruhe in der Branche der US-Finanzberater sorgt, ist verständlich. Denn klar ist auch: Die Erhöhung der Mindestgebühr – von der die Hälfte an die UBS geht – nötigt die Berater regelrecht, ihre eigene Gebührenstruktur zu überarbeiten, ansonsten der Umsatz pro Kunde sinkt.

Die Mindestgebühren der UBS in den USA

UBS Gebuehren

Einen Grund für ihre Gebührenerhöhung nennt die UBS nicht. Die Kundenberater vermuten: Die Bank muss möglicherweise einen grösseren Umsatzverlust absorbieren, da immer mehr Endkunden auf günstigere Fonds-Produkte ausweichen. Und das tun sie, um keine «versteckten» Gebühren mehr zahlen zu müssen.

Kunden fühlen sich geschröpft

Als «versteckte» Gebühr gilt in den USA unter anderem die «12b-1 fee». Banken weisen diese gerne als Marketing- und Service-Kommission aus. Doch die Kritik an dieser «Fee» ist seit einigen Jahren enorm, weil sie viele Kunden für intransparent halten und sich entsprechend geschröpft vorkommen.

Darum haben denn auch die meisten grösseren Banken bereits reagiert und diese Kommission abgeschafft. Nun zieht auch die UBS nach und streicht die «12b-1 fee», um gegenüber der Konkurrenz wettbewerbsfähig zu bleiben.

Eine wichtige Einnahmequelle

Allerdings war diese 12b-1-fee bislang eine nicht unerhebliche Einnahmequelle. In den besten Jahren beliefen sich die Einnahmen in der Branche auf mehr als 10 Milliarden Dollar. Gemäss der US-Börsenaufsicht SEC macht diese Gebühr im Schnitt zwischen 0,25 und 0,75 Prozent des Kundenvermögens aus – je nach Inhalt eines Kundenportfolios.

«Investmentnews» schätzt den Einnahmenschwund aus dem Wegfall dieser Gebühr für die UBS auf mehr als 100 Millionen Dollar. Ein UBS-Sprecher wollte diese Zahl jedoch nicht kommentieren. 

Mehr mit Beratung verdienen

In einer Email soll er aber geschrieben haben, die Bank sei transparent gegenüber ihren Beratern und den Kunden was das neue Kommissionsmodell betreffe. Die Berater hätten jetzt Gelegenheit, selber Gebührenanpassungen vorzunehmen.

Tatsächlich gehört es zur Strategie von UBS-Americas-Chef Robert McCann, die Erträge im US-Vermögensverwaltungsgeschäft vermehrt aus Beratungsgebühren zu generieren, zumal das klassische Broker-Dealer-Modell starken Schwankungen ausgesetzt ist.

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden.

DOSSIER BANKEN

Dossier Banken

Dossier UBS Dossier Credit Suisse Dossier Bank Vontobel Dossier Julius Bär Dossier Zürcher Kantonalbank

Die wichtigsten Schweizer Banken auf einen Blick:

DAS BESTE IM WEB

Gute Stories und Links aus aller Welt

  • Die nächste Blase platzt im Bong
  • Nackfotos für einen Kredit
  • Die Rendite ist weiblich
  • Das sind Trumps Einflüsterer
  • Diese TV-Stars verdienen am meisten
  • Erfindungen, die Leben retten
  • So sehen die Innovations-Labs der Banken aus
mehr

Follow us

Follow finews.ch on Twitter Follow finews.ch on Facebook Follow finews.ch on Google+ Follow finews.ch on LinkedIn Follow finews.ch on Xing Follow finews.ch on Youtube Follow finews.ch on Instagram Follow finews.ch

Newsletter

Newsletter-SymbolKostenlos abonnieren

Abonnieren Sie jetzt den finews.ch-Newsletter und Sie erhalten kostenlos 2x wöchentlich die wichtigsten News aus der Schweizer Finanzwelt per E-Mail.

Zürcher Bankenverband

News und Einschätzungen zum Zürcher Finanzplatz.

Beiträge lesen

Lohnvergleich

Lohnvergleich

Verdienen Sie genug? Vergleichen Sie doch mal Ihren Lohn.

zum Lohnvergleich

SELECTION

Selection

Der Todesstoss fürs Online-Banking

Der Bankkunde von heute nutzt das Internet und Apps. Aber wie lange noch?

Selection

Selection

Denke nach und werde reich

Haben Sie sich auch schon gefragt, welche Eigenschaft alle Millionäre teilen?

Selection

NEWS GANZ KURZ

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

Finma

Die Eidgenössische Finanzaufsicht revidiert ihre Anforderungen an die externe und interne Auslagerung von Bankdiensten. An systemrelevante Banken werden für die Auslagerung kritischer Dienstleistungen nochmals erhöhte Anforderungen gestellt.

UBS

Die Grossbank muss nach einem Entscheid der amerikanischen Finanzbehörde Finra weitere 18,5 Millionen Dollar an Investoren in Puerto-Rico-Anleihen zahlen. Nach hohen Verlusten auf den Papieren sieht sich die Bank nicht abreissen wollenden Forderungen ausgesetzt. Laut Medienberichten ist dies die höchste Einzelzahlung, welche die UBS in dem Fall bisher leistete.

Gottex

Der angeschlagene Vermögensverwalter Gottex will den Nennwert seiner Aktien von 1 auf 0,10 Franken senken. Darüber sollen die Aktionäre am 30. Dezember an einer ausserordentlichen GV befinden. Das Unternehmen hat erst kürzlich die zweite Runde einer Rekapitalisierung abgeschlossen.

weitere News