Die finews-Leseliste für den Sommer 2026

 Dominik Buholzer 300

Dominik Buholzer, Geschäftsführer und Chefredaktor

commander in cheat rick reilly «Commander in Cheat: How Golf Explains Trump»

Was verrät das Verhalten eines Menschen auf dem Golfplatz über seinen Charakter? Dieser Frage geht der amerikanische Sportjournalist Rick Reilly in seinem Bestseller «Commander in Cheat: How Golf Explains Trump» nach. Das 2019 erschienene Buch nutzt Donald Trumps Leidenschaft für Golf als Ausgangspunkt für eine ebenso unterhaltsame wie aufschlussreiche Charakterstudie.

Reilly stützt sich auf eigene Begegnungen sowie auf Gespräche mit mehr als 100 Golfern, Caddies, Clubmanagern und Weggefährten.

Er zeichnet das Bild eines Mannes, der auf dem Golfplatz dieselben Verhaltensmuster zeigt, die auch seine geschäftliche und politische Karriere geprägt haben sollen: Wettbewerbsdenken, Regelinterpretationen zu seinen Gunsten und ein ausgeprägtes Bedürfnis zu gewinnen.

Das Buch liest sich streckenweise wie eine Sammlung skurriler Anekdoten, wirft aber zugleich eine ernsthafte Frage auf: Welche Rückschlüsse lassen sich aus dem Verhalten eines Spitzenpolitikers in informellen Situationen ziehen? Gerade diese Verbindung von Sport, Macht und Persönlichkeit macht die Lektüre auch für Führungskräfte, Unternehmer und Finanzprofis interessant.

«Commander in Cheat» ist deswegen weit mehr als ein Golfbuch. Es ist eine unterhaltsame und provokative Studie über Charakter, Ehrgeiz und Führungsverhalten.


 York Runne 9776 300

York Runne, Redaktor

erwachsenwerden am ende der geschichte «Erwachsenwerden am Ende der Geschichte»

Vom Aufwachsen im Kommunismus und dem Preis der Freiheit

Lea Ypi erzählt in ihrem autobiografischen Buch die post-kommunistische Geschichte Europas aus albanischer Sicht. Die Autorin schildert ihre Wahrnehmungen und Erfahrungen als 10-jähriges Kind in dem isolierten Land, das bis Anfang 90ziger-Jahre von einem Kommunismus stalinistischer Ausprägung regiert wurde. Auf den Mangel, die Willkür und die Unfreiheit folgen aber nicht Wohlstand, Freiheit und Wachstum. Geschäftemacher, Chaos und Korruption übernehmen, Arbeitslosigkeit und Massenflucht folgen.

Ypi erzählt von ihrem Erwachsenwerden im poststalinistischen Albanien und ihrer Familie, deren Geschichte eng mit der des Landes verwoben ist. Gleichzeitig stellt sie auch die Frage, welchen Preis die Freiheit hat. Die heutige Professorin für Politische Theorie an der London School of Economics stellt dabei auch viele grundlegende Fragen.


Lynn Seelhofer 300 

Lynn Seelhofer, Redaktorin

fall harry quebert «Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert»

Joël Dickers «Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert» ist ein fesselnder Roman über einen jungen Schriftsteller, der während einer Schreibblockade versucht, den Mordfall rund um ein vor Jahrzehnten verschwundenes Mädchen aufzuklären. Dabei taucht er immer tiefer in die Vergangenheit seines Mentors Harry Quebert ein, der plötzlich unter Mordverdacht steht.

Das Buch verbindet Krimi, Familiendrama, Freundschaftsgeschichte und Gesellschaftsporträt auf fesselnde Weise. Trotz des Umfangs liest sich das Buch äusserst kurzweilig, hält viele Wendungen bereit und die Spannung bleibt bis zur letzten Seite bestehen. Ein idealer Begleiter für die Sommerferien, weil man völlig in die Geschichte eintaucht und das Buch kaum mehr aus der Hand legen will.

Für mich ein Must-read für alle Krimifans, die nicht nur eine hochspannende, sondern auch hervorragend erzählte Geschichte lieben.


 Paulo Laus 300

Paulo Laus, Digital Media Manager

die pilgerreise john bunyan «Die Pilgerreise»

Das Buch erzählt die Geschichte von Christian, der seine Heimat, die «Stadt der Zerstörung», verlässt und sich auf den Weg zur «Himmlischen Stadt» macht. Diese Reise steht symbolisch für das menschliche Leben und den Glauben. Unterwegs muss er viele Prüfungen bestehen, Zweifel überwinden und Versuchungen widerstehen.

Ich empfehle John Bunyans Buch, weil es auf einfache, aber eindrucksvolle Weise zeigt, wie Menschen mit Schwierigkeiten, Glaubensfragen und Lebensentscheidungen umgehen können. Die Geschichte ist spannend erzählt und vermittelt wichtige Werte wie Hoffnung, Durchhaltevermögen und Mut.


 Dina Holz 300

Dina Holz, Redaktorin

hard land «Hard Land»

Ein Sommer voll «Euphancholie»

Hard Land erzählt die Geschichte des Aussenseiters Sam, dessen Sommer 1985 in Missouri alles verändert. Während seine Mutter erneut schwer an Krebs erkrankt ist und die Familie an den Herausforderungen des Lebens zu zerbrechen droht, findet Sam zum ersten Mal echte Freundschaften, erlebt die erste Liebe, Freiheit, Verlust und gelangt zur Erkenntnis, dass das Erwachsenwerden oft schwerer ist, als man es sich vorstellt.

Besonders berührt hat mich die feinfühlige Atmosphäre des Romans. Benedict Wells fängt das Gefühl eines endlosen Sommers ein – die Mischung aus Euphorie und Melancholie, die entsteht, wenn man spürt, dass eine bestimmte Zeit im Leben niemals zurückkehren wird. Während des Lesens hatte ich manchmal das Gefühl, selbst durch die Strassen dieser amerikanischen Kleinstadt zu laufen und die Wärme des Sommers zu spüren.

Hard Land ist ein wunderschöner, berührender und zutiefst menschlicher Roman über das Erwachsenwerden und die Menschen, die unser Leben prägen. Besonders nachhallt dabei eine Botschaft, die Sam von seiner Mutter mit auf den Weg bekommt: «Verändere dich niemals für irgendjemanden, sondern werde selbstbewusst zu dem, der du bist.»


Roger Sandmeier 300 

Roger Sandmeier, Chief Operating Officer

einbruch in die freiheit «Einbruch in die Freiheit»

In Einbruch in die Freiheit hinterfragt Jiddu Krishnamurti unsere gewohnten Denk- und Lebensmuster: Angst, Abhängigkeit, Autorität, Glaubenssätze, Selbstbild und den Wunsch nach Sicherheit. Das Buch zeigt keine Methode zur Selbstoptimierung, sondern fordert radikal dazu auf, sich selbst ohne Ausflüchte zu beobachten.

Ich empfehle das Buch, weil es unbequem ist. Es liefert keine einfachen Antworten, sondern zwingt dazu, die eigenen inneren Automatismen zu erkennen. Wer bereit ist, ehrlich hinzuschauen, findet darin einen starken Impuls für mehr Klarheit, Eigenverantwortung und geistige Freiheit.


 Stefan Waldvogel 300

Stefan Waldvogel, Redaktor

grazie roma «Grazie Roma»

Das Buch «Grazie Roma» des Kölner Spitzenkoches Daniel Gottschlich kam schon vor gut einem Jahr auf den Markt. Als Geschenk hat mich die Liebeserklärung an Rom schnell überzeugt. Der Betreiber des 2-Sternerestaurants Ox&Klee in Köln bekam als erster Koch überhaupt ein Stipendium an der «Deutschen Akademie Rom Villa Massimo», wie ich gelesen habe, die bedeutendste Auszeichnung für deutsche Künstler im Ausland.

Wie es ihm während seinen sieben Wochen in Rom erging und wie der Aufenthalt seinen Horizont verändert hat, liest man in kurzweiligen Texten, die Sebastian Späth von Falstaff als Co-Autor geschrieben wurden. Dazu kommen 30 sehr schön fotografierte italienische Rezepte, die mich als Hobbykoch und Italienfan schon inspiriert haben. Die Proportionen zwischen den Rezepten und den Lese-Kapiteln passen für einen lockeren Sommertag. Das Buch ist daneben auch ein Stadtspaziergang im Kopf und ein Einblick in die Kunst des Loslassens.


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Ivan Schultheiss, Chief Commercial Officer

barneys version r «Barney's Version»

Wer nach Kanada reist, sollte nicht nur die Rockies, Seen und Wälder entdecken, sondern auch die Geschichten, die das Land geprägt haben. Deshalb reist diesen Sommer auch «Barney's Version» von Mordecai Richler mit in mein Gepäck.

Barney Panofsky, ein erfolgreicher Produzent aus Montréal, blickt auf ein bewegtes Leben zurück. Was folgt, ist keine klassische Erfolgsgeschichte, sondern ein ebenso unterhaltsamer wie kluger Streifzug durch Freundschaften, Lieben, berufliche Erfolge, Fehlentscheide und die Tücken der eigenen Erinnerung. Barney ist dabei alles andere als perfekt – und gerade deshalb eine der glaubwürdigsten und sympathischsten Figuren, denen man in der Literatur begegnen kann.

Mit viel Witz, Selbstironie und feiner Menschenkenntnis erzählt Richler von den wirklich wichtigen Dingen im Leben: Erfolg, Loyalität, Freundschaft, Familie und der Frage, wie wir unser eigenes Leben im Rückspiegel betrachten. Das Buch ist gleichzeitig amüsant, nachdenklich und erstaunlich lebensnah.

Oder anders gesagt: eine Sommerlektüre, die einen weit über die Ferien hinaus begleitet.


Florian Schwab 300 

Florian Schwab, Publishing Director

selbstbetrachtungen leder marc aurel rr «Selbstbetrachtungen»

Dieser lesenswerte Klassiker stammt aus der Feder von Marc Aurel, römischer Kaiser und letzter der sogenannten «fünf guten Kaiser». Seine «Selbstbetrachtungen» schrieb er ursprünglich nicht für das allgemeine Publikum, sondern als private Notizen während seiner Feldzüge an der Donaugrenze. Dieser Entstehungsmodus verleiht ihnen eine besondere Unmittelbarkeit.

Der Philosoph auf dem Thron lehrt uns die stoische Lebenskunst: Echtes Glück ergibt sich ihr zufolge nicht aus externen Faktoren wie Reichtum oder Macht – sondern aus der konsequenten Anwendung von als richtig erkannten Tugenden und Prinzipien. Mit anderen Worten: Genau das richtige Buch, um über die Sommerferien die Seele zu stärken.


Peter Kuster 300 

Peter Kuster, Stellvertretender Chefredakteur

luna entdeckt das geld rr «Luna entdeckt das Geld»

Es ist ein Kinderbilderbuch der anderen Art. Denn für einmal stehen die verschiedenen Funktionen und Formen des Geldes im Mittelpunkt, ein Thema, das in dieser Literaturgattung oft vermieden wird oder eher negativ besetzt ist. Die Erklärungen werden gekonnt in eine Geschichte eingebettet: Kim und Ben gehen zusammen mit ihrem Königspudel Luna in die Stadt, wo sie verschiedene Einkäufe zu tätigen haben.

Ganz in der Tradition der Fabel übernimmt Luna die Rolle der Erzählerin und erklärt immer wieder wissend aber stufengerecht, was sich finanztechnisch hinter den verschiedenen Bezahlvorgängen verbirgt. Es handelt sich um einen originellen und kreativen Beitrag zur Entwicklung der Kompetenzen im Bereich Geld, Wirtschaft und Finanzen. «Frühe Finanzbildung ist entscheidend, um im Leben informierte Entscheidungen treffen zu können», hält das Schweizer Finanzmuseum fest, welches das Werk initiiert hat. Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen.