Lombard Odier ist schuldenfrei

Die Transparenz auf dem Schweizer Finanzplatz erhöht sich weiter. Jetzt hat auch die Genfer Bank Lombard Odier nach mehr als zweihundert Jahren erstmals ihre Geschäftszahlen publiziert.

Die Lombard-Odier-Gruppe erzielte in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres einen Ertrag von 527,1 Millionen Franken, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Dem stand ein Aufwand von 429,7 Millionen Franken gegenüber.

Das ergibt unter dem Strich einen operationellen Gewinn von 91,7 Millionen Franken. Das operationelle Aufwand-Ertrags-Verhältnis betrug damit 80 Prozent.

Reingewinn 62,5 Millionen Franken

Nach Abzug von Reserven für allgemeine Bankrisiken (7,6 Millionen Franken), Steuern (23,2 Millionen Franken) und sonstigen Aufwendungen (1,5 Millionen Franken) resultierte ein Reingewinn von 62,5 Millionen Franken.

Die erstmalige Publikation von Geschäftszahlen geht mit der Anfang 2014 vollzogenen Umwandlung der Bank in eine Kommanditaktiengesellschaft einher. Seither ist das 1796 gegründete Unternehmen verpflichtet, entsprechende Daten zu veröffentlichen. Den gleichen Schritt tat die Konkurrentin Pictet bereits am vergangenen Dienstag, wie auch finews.ch berichtete.

Wichtiger Bereich: Bankentechnologie

Die Lombard-Odier-Gruppe besteht seit einigen Jahren aus drei Geschäftsbereichen: dem Privatkundengeschäft, dem Asset Management für die institutionelle Klientel sowie dem Bereich Bankentechnologie. Per Mitte 2014 betreuten diese drei Einheiten insgesamt 211 Milliarden Franken an Kundenvermögen; davon waren 156 Milliarden Franken verwaltete Vermögen. Zum Vergleich: Ende 2011 verwaltete die Gruppe insgesamt noch 164 Milliarden Franken.

Von den gesamt 211 Milliarden Franken entfielen 114,7 Milliarden auf private Kunden, während die Asset-Management-Kunden 47,8 Milliarden Franken verwalten liessen. Die Technologie- und Bankdienstleistungskunden vertrauten Lombard Odier weitere 48,5 Milliarden zur Betreuung an.

Zurückhaltender Einsatz der Bilanz

«Diese Ergebnisse entsprechen unseren Erwartungen. Sie widerspiegeln sowohl die Investitionen, die wir zur Erreichung unserer strategischen Ziele tätigen, als auch den zurückhaltenden Einsatz unserer Bilanz», sagte Patrick Odier, geschäftsführender Teilhaber und Senior-Partner.

«Unsere Gruppe wird kontinuierlich diversifizierter und internationaler, mit einem zunehmenden Gleichgewicht zwischen Privat- und Asset-Management-Kunden und wir bauen unsere Partnerschaften mit Finanzdienstleistern weiter aus», so Odier weiter.

Ausgezeichnet kapitalisiert

Wie am Donnerstag weiter zu erfahren waren belief sich per Mitte Jahr die konsolidierte Bilanz auf 17,1 Milliarden Franken und wird dem weiteren Vernehmen nach «sehr konservativ» bei der Schweizerischen Nationalbank (SNB) investiert.

Weiter sagte Patrick Odier: «Die Gruppe ist schuldenfrei und mit einer voll umgesetzten Kernkapitalquote (CET1) nach Basel III von 23,8 Prozent ausgezeichnet kapitalisiert.» Im Vergleich: Dieser Wert liegt deutlich über der Zielvorgabe der Finma von 12 Prozent.

Vertrauen als Fundament

Es bleibe weiterhin ein Ziel der Gruppe, eine der am besten kapitalisierten Banken der Welt zu bleiben», betonte Odier. «Die starke Kapitalisierung von Lombard Odier ist eines der Fundamente, auf dem das Vertrauen der Kunden in das Unternehmen gründet», sagte der Genfer Bankier.

 

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Swiss Re

Die Ratingagentur Fitch hat das Rating für Finanzstärke für den Rückversicherer Swiss Re mit AA– und den Ausblick mit «stabil» bestätigt. Auch das Langfristrating bleibt mit stabilem Ausblick unverändert bei A+.

Swiss Life

Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

Finma

Die Eidgenössische Finanzaufsicht revidiert ihre Anforderungen an die externe und interne Auslagerung von Bankdiensten. An systemrelevante Banken werden für die Auslagerung kritischer Dienstleistungen nochmals erhöhte Anforderungen gestellt.

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