Warum Mohamed El-Erian Pimco verliess

Über die wahren Gründe des Abgangs von Mohamed El-Erian bei Pimco ist viel spekuliert worden. Jetzt lüftet der frühere Co-Chef des Fonds-Giganten den Schleier.

Anfang 2014 schmiss Mohamed El-Erian (Bild) völlig überraschend seinen Job bei der Allianz-Tochter Pacific Investment Management Company (Pimco) überraschend hin. Damals vermutete die geschockte Branche, der Co-Chef der weltgrössten Obligationen-Fondsgesellschaft habe sich mit deren Gründer Bill Gross zerstritten.

Doch nun kommen die wahren Gründe ans Licht, warum der 56-jährige Investment-Star von der obersten Sprosse der Karriereleiter hinabkletterte.

Zu viele wichtige Ereignisse verpasst

Er habe gewusst, dass sich etwas ändern müsse, als ihm seine damals zehnjährige Tochter im Mai 2013 eine Liste in die Hand gedrückt habe, sagt El-Erian nun in einem Interview mit der Nachrichtenagentur «Reuters».

Auf einem Zettel hatte sie offenbar 22 Ereignisse in ihrem Leben aufgeschrieben, die er als Vater verpasst habe. Darunter ihren ersten Schultag, das erstes Fussballspiel der Saison, das Eltern-Lehrer-Treffen, eine Halloween-Parade...

Alles war wichtiger

«Ich fühlte mich schrecklich. Für jede verpasste Veranstaltung hatte ich eine gute Ausrede», so der Anlage-Guru: Reisen, wichtige Meetings, ein dringender Anruf, alles war wichtiger.

Doch in dem Moment habe es Klick gemacht bei ihm: Er hatte seine wichtigste Kundin vernachlässigt – seine Tochter. «Das zu erkennen, machte mich sehr traurig. Ich hatte mir nicht genügend Zeit für sie genommen.»

Lieber ein guter Vater

Jahrelang hatte der Star-Investor für den Job gelebt. Schlief gerade mal vier Stunden, von 21 bis 1 Uhr morgens, wie die britische Zeitung «Daily Mail» berichtete. Um 4.30 Uhr machte er sich auf den Weg in sein Büro in New York.

Ein Abstieg? Nein. «Es hört sich vielleicht nach Klischee an, aber mein Bedürfnis, endlich ein guter Vater zu werden, war grösser als das, ein guter Investor zu sein», sagte er weiter.

Appelliert an Unternehmen

Bei der Arbeit kürzer zu treten sei für ihn nie in Frage gekommen. «Gab es einen Weg, nicht mit 100 Meilen pro Stunde, sondern bloss mit 50 zu fahren? Um ehrlich zu sein, ich habe mir das nicht überlegt», so El-Erian.

Für den 56-jährigen Investmentguru ist klar, dass leider nicht jeder diesen Luxus hat. «Aber hoffentlich schenken die Unternehmen der Work-Life-Balance mehr Aufmerksamkeit, damit immer mehr Menschen das tun können, was ihnen wirklich wichtig ist», so El-Erian auf der Finanzplattform «Worth».

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NEWS GANZ KURZ

Allianz Suisse

Der Versicherer hat in der Romandie Wohn- und Büroimmobilien im Volumen von rund 290 Millionen Franken erworben. Dabei handelt es sich bislang um die grösste Immobilieninvestition in der Westschweiz für die Allianz Suisse. Angesichts des anhaltenden Tiefzinsumfelds investiert der Versicherer verstärkt in Immobilien.

Swiss Re

Die Ratingagentur Fitch hat das Rating für Finanzstärke für den Rückversicherer Swiss Re mit AA– und den Ausblick mit «stabil» bestätigt. Auch das Langfristrating bleibt mit stabilem Ausblick unverändert bei A+.

Swiss Life

Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

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