So werden Sie ein erfolgreicher Fondsmanager

Haben Sie bereits Star-Qualitäten als Fondsmanager? Noch nicht? Dann sollten Sie diese Berufsanleitung lesen.

Bild © Shutterstock.com

Das Erste, was Sie über einen Aktienfonds wissen müssen: Ein Fonds hat immer einen Benchmark. Mit ihm kann ein Fonds seine eigene Performance vergleichen.

Wir reden hier nicht von einem Vergleich, wie Sie ihn vielleicht zum Kollegen X anstellen, der eine etwas teurere Armbanduhr trägt, dessen Porsche dafür schon etwas in die Jahre gekommen ist.

Ihr Ziel ist klar

Nein, ein Aktienfonds vergleicht sich mit einem geeigneten Index. Ein Health-Care-Fonds wird mit irgendeinem Index verglichen, der Pharma-Aktien abbildet, ein US-Aktien-Fonds vergleicht sich mit dem S&P 500 usw. So einfach ist das.

Ihr Ziel als Fondsmanager sollte also sein, den Benchmark zu schlagen. Denn das bedeutet: Im Vergleich sind Sie besser als Ihre Konkurrenten.

Ein gemeines Geheimnis

Nun bergen die meisten Aktienfonds aber ein kleines, aber gemeines Geheimnis: Sie sind eigentlich nichts anderes als Index-Fonds. Denn viele Fondsmanager bilden ja nur den Index ab – oder die Benchmark –, mit der sie sich vergleichen. So laufen sie nie Gefahr, schlechter als der Markt abzuschneiden.  

Aus Sicht der Kunden ist das natürlich gemein. Denn die Kunden zahlen ja bei Ihrem Fonds eine Gebühr, die höher ist als bei einem Index-Fonds. Doch langfristig – seien wir ehrlich – schlägt der Fondsmanager den Index gar nicht.

Wozu Research machen?

Für Sie als aufstrebenden Fondsmanager wird mit der Lüftung dieses kleinen Geheimnisses dagegen alles einfacher: Sie brauchen sich nicht mit mühseligem Research aufzuhalten, um die richtigen Unternehmen für Ihren Fonds aufzustöbern. Alles, was Sie tun müssen, ist, die jeweilige Gewichtung einer Aktie in einem Index herauszufinden und diese Aktien dann für Ihren Fonds zu kaufen.

Eine kleine Hilfestellung: Diese Index-Gewichtungen lassen sich einfach googeln.

So weit, so einfach. Aber Sie fragen sich: Wie komme ich nun zu meinem Bonus? Denn ein Fonds, der den Benchmark abbildet, kann ja den Benchmark nicht schlagen.

Zwei Wege zum Bonus

Und als angehender Fondsmanager wissen Sie auch: 80 Prozent aller Aktienfonds bleiben sogar hinter dem Benchmark zurück. Wie also kommen Sie zu ihrem Bonus?

Auch das ist einfach: Es gibt zwei Möglichkeiten, die Chancen auf einen Bonus zu erhöhen. Die erste Möglichkeit bedingt, dass ihr Arbeitgeber ein eigenes Aktien-Research hat.

Sie brauchen also nur jene Aktien mit einer «Kaufen»-Empfehlung aus Ihrem Hause in Ihrem Fonds stärker zu gewichten als andere. Dazu brauchen Sie die Analysen nicht einmal zu lesen. Die Empfehlungen reichen dafür völlig aus.

Machen Sie Ihren Chef glücklich

Der grosse Vorteil dabei: Ihr Chef wird darüber sehr glücklich sein, weil diese Aktien über das hauseigene Brokerage gekauft werden. Das generiert Umsatz, den Sie natürlich den Besitzern der Fondsanteile berechnen.

Aber keine Angst: Diesen Besitzer werden Sie zu 99,9 Prozent ohnehin nie kennenlernen. Einziges Problem: Analysten-Empfehlungen haben in etwa die Qualität von Wettervorhersagen. Aber wo gibt es in der Welt der Anlagen schon Garantien?

Setzen Sie auf Ihren Freund Beta

Bleibt also die zweite Möglichkeit: Der Beta-Koeffizient. Sie wissen nicht, was das ist? Das ist der beste Freund der Fondsmanager. Darum nennen sie ihn auch einfach Beta.

Um es weiter einfach zu halten: Das Beta gibt die Kursschwankungsbreite einer Aktie im Vergleich zum Markt wieder. Hat eine Aktie den Beta-Koeffizienten 1, dann bewegt sie sich – theoretisch – im Gleichtakt mit dem Markt. Weist sie einen Koeffizienten von 1,5 aus, bedeutet dies, dass die Aktie rund 50 Prozent stärker ausschlägt als der Markt.

Lernen Sie: «Übergewichten»

Was Sie nun tun sollen? Sie gewichten Aktien mit einem höheren Beta stärker in ihrem Fonds. Damit wissen Sie nun auch, was der im Anlage-Jargon viel gebrauchte Begriff «Übergewichten» bedeutet: Kaufen Sie davon mehr als im Index enthalten sind.

Okay, auch mit diesen Optionen haben Sie noch keine Garantie, den Index zu schlagen und ihren Bonus zu holen. Denn das höhere Risiko im Fonds kann auch nach hinten losgehen, mit dem Resultat einer deutlichen Unterperformance.

Nur im Bullenmarkt eine Chance

Realistisch und statistisch gesehen haben Sie ohnehin nur in einem Bullenmarkt eine Chance, den Index zu schlagen.

So einfach ist der Job eines Fondsmanagers.

PS: Ganz so einfach ist es natürlich doch nicht. Und ganz so ernst gemeint ist dieser Artikel auch nicht. Der Blogger von «Bankersumbrella», von dem diese Anleitung zum Fondsmanager stammt, bringt – wie finews.ch auch – dem Beruf des Fondsmanagers durchaus den Respekt entgegen, den er verdient. Aber ein Stückchen Wahrheit steckt in jeder Satire. Wie in diesem Video:

 

Wealth Management Parody from SCM on Vimeo.

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NEWS GANZ KURZ

Allianz Suisse

Der Versicherer hat in der Romandie Wohn- und Büroimmobilien im Volumen von rund 290 Millionen Franken erworben. Dabei handelt es sich bislang um die grösste Immobilieninvestition in der Westschweiz für die Allianz Suisse. Angesichts des anhaltenden Tiefzinsumfelds investiert der Versicherer verstärkt in Immobilien.

Swiss Re

Die Ratingagentur Fitch hat das Rating für Finanzstärke für den Rückversicherer Swiss Re mit AA– und den Ausblick mit «stabil» bestätigt. Auch das Langfristrating bleibt mit stabilem Ausblick unverändert bei A+.

Swiss Life

Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

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