UBS verkauft Belgien-Geschäft

Die UBS verkauft ihr Geschäft in Belgien an ein aufstrebendes Finanzinstitut. Pikant: Der UBS-Belgien-Chef war im vergangenen Juni wegen Verdachts auf Beihilfe zur Steuerhinterziehung vorübergehend festgehalten worden.

Seit rund zwei Jahren passt die UBS ihr Europa-Geschäft den branchenweiten Veränderungen an. Vor diesem Hintergrund verkauft die Schweizer Grossbank nun ihr Wealth-Management-Geschäft in Belgien an die belgische Firma Puilaetco Dewaay.

Dabei geht es um rund 3 Milliarden Euro an Kundengeldern von ungefähr 2'500 Kunden; betroffen von der Transaktion sind 60 Mitarbeiter, darunter 20 Kundenberater aus dem Wealth Management, wie ein Sprecher der Schweizer Grossbank gegenüber finews.ch erklärte.

Katarische Eigentümer im Hintergrund

Puilaetco Dewaay ist ein Unternehmen, das zum internationalen Netzwerk der KBL European Private Bankers (KBL epb) gehört. Dabei handelt es sich um eine in den vergangen zwei Jahren stark gewachsene Finanzgruppe mit Sitz in Luxemburg, die unter der Kontrolle katarischer Eigentümer (Herrscherfamilie) steht. KBL ist auch in der Schweiz vertreten und wächst rasant, wie finews.ch schon verschiedentlich berichtete.

Mit der nun erfolgten Transaktion wird Puilaetco Dewaay insgesamt rund 10 Milliarden Euro an Depots verwalten und etwa 10'000 Kunden betreuen.

Weitere Details zur Transaktion sind nicht bekannt, ausser, dass der Deal in der zweiten Jahreshälfte 2015 abgeschlossen sein soll. KBL epb ist aktuell in 50 Städten in neun europäischen Ländern präsent und beschäftigt rund 2'000 Personen. Das Netzwerk verwaltet insgesamt etwa 42,7 Milliarden Euro.

Keine kritische Grösse

Der Verkauf war offenbar von der UBS seit längerem geplant und hat dem Vernehmen nach nichts mit den jüngsten Kontroversen rund um das Frankreich-Geschäft zu tun, wie ein Sprecher gegenüber finews.ch betonte.

Vielmehr habe sich der Onshore-Standort Belgien auf Grund der absehbar fehlenden kritischen Grösse nicht mehr gerechnet.

Verdacht auf Geldwäscherei

Im vergangenen Juni war indessen Marcel Brühwiler, Schweizer Patron der UBS Belgium, wegen Verdachts auf Geldwäscherei und Zugehörigkeit zu einer kriminellen Organisation vorübergehend festgehalten und befragt worden, wie auch finews.ch berichtete. Bei Hausdurchsuchungen waren neben dem Haus des UBS-Patrons und eines Kunden auch die UBS-Filialen in Brüssel, Gent und Antwerpen durchsucht worden.

Die Staatanwaltschaft warf dem damaligen Chef der belgischen UBS-Niederlassung vor, Steuerflucht in die Schweiz organisiert zu haben. Er wurde alsbald aber wieder freigelassen.

Betrügerische Praktiken und zwei Jobangebote

Gemäss belgischer Justiz hatten Aussagen von UBS-Mitarbeitern den Ausschlag für die Ermittlung gegeben. Die Beschäftigten sprachen von «betrügerischen Praktiken» der Bank. Inzwischen hat sich der Sturm aber offenbar wieder gelegt. Seit dem Sommer war von den Behörden nichts mehr zu hören gewesen.

Wie in Brüsseler Finanzkreisen zu hören ist, soll Brühwiler sowohl ein Jobangebot von der KBL Gruppe, der Puilaetco Dewaay gehört, als auch eins von der UBS haben. Entschieden hat er sich offenbar noch nicht.

 

 

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