Prototyp der Privatbank von morgen

Sie kommt zwar nicht aus der Schweiz. Doch sie versteht es, die schweizerischen Qualitäten geschickt zu nutzen. Das sind die sieben Merkmale der Privatbank von morgen.

Die Rede ist von der luxemburgischen Privatbankengruppe KBL. Dabei handelt es sich um ein Netzwerk von mehreren Finanzinstituten, die mit rund 2'000 Beschäftigten in insgesamt 47 Städten in neun Ländern vertreten sind.

Mit ganzem Namen heisst das Unternehmen KBL European Private Bankers (KBL epb) und ist auch in der Schweiz auf Expansionskurs, wie finews.ch schon verschiedentlich berichtete. Am Mittwoch publizierte die Gruppe ihre Semesterzahlen, was eine gute Gelegenheit ist, KBL ebp zum Prototyp einer Privatbank von morgen zu küren. Und dafür gibt es mehrere, handfeste Gründe:

1. Profitables Geschäft

KBP epb erzielte im ersten Halbjahr 2014 einen Gewinn von 50 Millionen Euro, was einer fast 20-prozentigen Steigerung im Vergleich zur Vorjahresperiode entspricht. Dabei konnte die Bank ihre verwalteten Vermögen um 1,7 Milliarden Euro auf 42,7 Milliarden Euro steigern.

  • Erstens, die Bank ist auch im volatilen und sich stark verändernden Umfeld profitabel.

2. Potente Eigentümer

Das Institut ging aus der Kredietbank Luxembourg hervor und ist seit 2011 im Besitz der katarischen Beteiligungsgesellschaft Precision Capital, einem Unternehmen, das der katarischen Herrscherfamilie relativ nahe steht.

  • Zweitens, die Bank gehört einer Gruppe von Investoren, die bis auf weiteres jene Mittel besitzt, um die Finanzbranche über die nächsten zehn oder zwanzig Jahre massgeblich zu gestalten.

3. Starker Finanzplatz

Die Bankengruppe hat ihren Sitz in Luxemburg. Das ist ein wichtiger Vorteil, da dieser Finanzplatz einerseits innerhalb der EU liegt, es ihm aber andererseits in den vergangenen zwanzig Jahren gelungen ist, eine grosse Eigenständigkeit zu bewahren. Gleichzeitig verfügt Luxemburg über jenen Personen- und Kompetenz-Cluster, der für einen wettbewerbsfähigen Finanzplatz unentbehrlich ist.

  • Drittens, die KBL-Gruppe ist an einem zukunftsträchtigen Finanzplatz domiziliert.

4. Informatik-Kooperationen

Die KBL-Gruppe legt Wert darauf, schlank und agil zu bleiben. Das äussert sich auch in der Informatik. Hier setzt die Bank auf Kooperationen und halt so die Kosten tief. Jüngstes und wohl auch wichtigstes Beispiel ist die kürzlich abgeschlossene Absichtserklärung mit der Genfer Bank Lombard Odier, wonach KBL künftig die hoch moderne IT-Plattform von Lombard Odier benützen wird. Umgekehrt bauen die Genfer inzwischen gezielt diesen Geschäftsbereich (Informatik für Dritte) aus, um so ihren Geschäftsmix breiter abzustützen. KBL-CEO Yves Stein (Bild) ist zuversichtlich, dass die Kooperation mit Lombard Odier bis Ende Jahr in trockenen Tüchern ist.

  • Viertens, das Institut nutzt die grossen Vorteile, welche eine IT-Plattform von schweizerischer Solidität und Zuverlässigkeit bietet und spart so die enormen Kosten eines Alleingangs.

5. Bewährte Namen

Die KBL-Gruppe nutzt geschickt das Vermächtnis grosser Namen und macht so nicht den Fehler, allles gleichzuschalten. Im Gegenteil. Da, wo es Sinn macht, belässt das Unternehmen die bewährten Markennamen und nutzt so den jeweiligen Goodwill. In Deutschland operiert KBL unter dem Namen Merck Finck, in England unter Brown Shipley, in Frankreich unter KBL Richelieu oder in Holland unter Theodoor Gilissen. Das sind Marken, die uns in der Schweiz nicht unbedingt geläufig sind, doch in den jeweiligen Heimmärkten haben sie einiges an Gewicht.

  • Fünftens, die KBL versteht es, auf die Stärken aus der Vergangenheit zu setzen, um die grösstmögliche Glaubwürdigkeit zu erlangen.

6. Investitionen als Signal

Das in dieser Konstellation relative junge Unternehmen mit starken Eigentümern im Rücken kann unter diesen Voraussetzungen stark wachsen und in die Zukunft investieren. Das ist ein wichtiges Signal, um kompetente Leute anzuwerben. Das hat das Unternehmen nicht zuletzt auch in der Schweiz getan, wo es KBL Swiss Private Banking gelungen ist, eine ganze Reihe von Top-Leuten an Bord zu holen, wie finews.ch verschiedentlich berichtet hat. Weitere personelle Zuzüge sind geplant, wie CEO Stein verlauten liess.

  • Sechstens sendet die Bank die erforderlichen Signale aus, um kompetente Mitarbeiter für sich zu gewinnen.

7. Soziales Engagement

In der heutigen Zeit des Gutmenschentums und der raschen Verbreitung von guten wie auch schlechten Nachrichten über die Sozialen Medien macht es sich gut, auch noch ein gewisses soziales Engagement für eine Privatbank zu zeigen. Das macht die KBL-Gruppe in verschiedener Hinsicht. So unterstützt sie diverse Stiftungen in der Krebs- und Autismus-Forschung und hat darüber hinaus einen langjährigen Kooperationsvertrag mit einer Non-Profit-Organisation abgeschlossen, die Jungunternehmer (Jonk Entrepreneuren Luxembourg) im Fürstentum Luxemburg fördert.

  • Siebtens, die KBL-Gruppe definiert sich nicht nur als Finanzakteurin, sondern will auch ihren Beitrag an eine bessere Welt leisten. Gut möglich, dass dies auch zum Profil einer Privatbank von morgen gehört.
    Precision Capital ist eine Aktiengesellschaft luxemburgischen Rechts, die Beteiligungen an Bankinstituten hält und der luxemburgischen Finanzmarktaufsichtsbehörde Commission de Surveillance du Secteur Financier unterliegt. Precision Capital hält 100 Prozent des Kapitals von KBL epb und 90 Prozent der Banque Internationale à Luxembourg (BIL). Das eingezahlte Kapital der Gesellschaft beläuft sich nach der Übernahme der BIL auf EUR 1,7 Milliarden. Precision Capital befindet sich im Besitz der katarischen Al Thani-Familie.

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NEWS GANZ KURZ

Allianz Suisse

Der Versicherer hat in der Romandie Wohn- und Büroimmobilien im Volumen von rund 290 Millionen Franken erworben. Dabei handelt es sich bislang um die grösste Immobilieninvestition in der Westschweiz für die Allianz Suisse. Angesichts des anhaltenden Tiefzinsumfelds investiert der Versicherer verstärkt in Immobilien.

Swiss Re

Die Ratingagentur Fitch hat das Rating für Finanzstärke für den Rückversicherer Swiss Re mit AA– und den Ausblick mit «stabil» bestätigt. Auch das Langfristrating bleibt mit stabilem Ausblick unverändert bei A+.

Swiss Life

Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

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