Die neusten üblen Tricks der deutschen Steuerfahnder

Für fast ein Dutzend Schweizer Banken gibt es neuen Ärger in Deutschland. Steuerfahnder wollen nun von inzwischen deklarierten Kunden wissen, welche Steuervermeidungs-Tipps ihnen die Banken angeblich gaben.

Die deutschen Steuerbehörden haben eine neue Strategie entwickelt: Sie wollen Schweizer Banken der Beihilfe zur Steuerhinterziehung in Deutschland überführen, wie Recherchen von finews.ch ergaben. Dabei gehen sie höchst fragwürdig vor.

Und das geht so: Sie nehmen sich die Daten jener Bankkunden zu Hilfe, die sich in Deutschland bereits selbst angezeigt haben. Dann klingeln sie bei diesen Personen und wollen von ihnen wissen, welche Steuervermeidungs-Tipps ihnen die Schweizer Banken angeblich gegeben hätten.

Jagd auf Rentner

Betroffen von diesen Praktiken sind rund zehn Schweizer Geldhäuser, wie aus Zürcher Finanzkreisen zu vernehmen ist. Dazu gehören unter anderem die Deutsche Bank (Schweiz), J. Safra Sarasin, La Roche 1787, die Basler Kantonalbank sowie die Bank Vontobel.

Letztere ist auch Gegenstand eines süffigen Artikels in der «Bild-Zeitung» vom (heutigen) Dienstag. Darin wird das erwähnte Vorgehen ebenfalls beschrieben. So heisst es unter anderem, betroffen seien meist Rentner, die sich beim Finanzamt selbst angezeigt hätten und deren Fälle eigentlich längst abgeschlossen seien.

Beweise gesucht

Tatsächlich würden sich die Finanz-Beamten – namentlich in Nordrhein-Westfalen – weniger für die betagten Kunden als vielmehr für die Praktiken ihrer Bankberater interessieren. Etwa, ob die Schweizer Tipps zur Steuervermeidung gegeben hätten, schreibt die «Bild».

Mit anderen Worten: Die Beamten verdächtigen die Schweizer Banken, systematisch Beihilfe zur Hinterziehung geleistet zu haben. Und dafür suchen sie Beweise.

Nicht nur in Deutschland

Auf Anfrage von finews.ch erklärte ein Sprecher der Bank Vontobel in Zürich: «Zu den kolportierten Befragungen von deutschen Kunden, die sich durch eine Selbstanzeige regularisiert haben, können wir uns nicht äussern.»

Der Sprecher betonte jedoch, dass sich Vontobel seit Jahren zu einem steuertransparenten Geschäftsmodell – nicht nur in Deutschland – bekenne.

«Zu diesem Zweck bietet Vontobel unter anderem für deutsche Kunden bereits seit der zweiten Hälfte der neunziger Jahre Vermögens- und Ertragsaufstellungen sowie Steuerreportings an. Vontobel hat überdies seit langer Zeit klare Vorgaben zur Steuer-Compliance für Neukunden eingeführt sowie seit 2004 den Prozess zur allfälligen Regularisierung von bestehenden Kundenbeziehungen aktiv und systematisch vorangetrieben», so der Sprecher.

Kein Gehör

Bei den Behörden scheinen diese Aussagen allerdings wenig Gehör zu finden. «Wenn sich Zigtausende Steuerhinterzieher selbst anzeigen, können sie vielfach von ganz bestimmten Beratungsmethoden bestimmter Banken berichten, die ihnen beim Verstecken von Schwarzgeld geholfen haben», argumentiert der Finanzminister von Nordrhein-Westfalen, Norbert Walter-Borjans (SPD). «Hinweisen auf diese Art von Dienstleistung und diese Art von Dienstleistern geht unsere Steuerfahndung selbstverständlich nach.»

Soviel ist klar: Das jüngste Vorgehen ist ein neuer Höhepunkt im gehässigen Steuerstreit zwischen den Schweizer Banken und dem Bundesland Nordrhein-Westfalen.

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NEWS GANZ KURZ

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

Finma

Die Eidgenössische Finanzaufsicht revidiert ihre Anforderungen an die externe und interne Auslagerung von Bankdiensten. An systemrelevante Banken werden für die Auslagerung kritischer Dienstleistungen nochmals erhöhte Anforderungen gestellt.

UBS

Die Grossbank muss nach einem Entscheid der amerikanischen Finanzbehörde Finra weitere 18,5 Millionen Dollar an Investoren in Puerto-Rico-Anleihen zahlen. Nach hohen Verlusten auf den Papieren sieht sich die Bank nicht abreissen wollenden Forderungen ausgesetzt. Laut Medienberichten ist dies die höchste Einzelzahlung, welche die UBS in dem Fall bisher leistete.

Gottex

Der angeschlagene Vermögensverwalter Gottex will den Nennwert seiner Aktien von 1 auf 0,10 Franken senken. Darüber sollen die Aktionäre am 30. Dezember an einer ausserordentlichen GV befinden. Das Unternehmen hat erst kürzlich die zweite Runde einer Rekapitalisierung abgeschlossen.

Generali

Im Verlaufe des Jahres 2017 werden zentrale Funktionen von Generali Schweiz in Adliswil ZH zusammengeführt. Dazu werden rund 100 Stellen aus Nyon VD dorthin verschoben, wie auch finews.ch berichtete. Nun hat der Versicherer ein Konsultations-Verfahren eröffnet. Die gewählte Arbeitnehmer-Vertretung startet umgehend mit den Arbeiten.

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

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