Pierin Vincenz warnt die SNB

Bezugsverbot für Bargeld oder Beratungsgebühr: Der Raiffeisen-Chef warnt die Schweizerische Nationalbank vor unorthodoxen Massnahmen, die für den Schweizer Finanzplatz «psychologisch schlecht» wären. 

Seit dem 22. Januar 2015 erhebt die Schweizerische Nationalbank (SNB) Negativzinsen auf Guthaben, die Banken bei ihr deponiert haben.

Dies ist vor allem den Privatbanken ein Dorn im Auge. Denn sie werden davon überdurchschnittlich stark belastet. Deshalb gehen sie dazu über, die Zinskosten auf ihre Kunden zu überwälzen. Julius Bär, Credit Suisse, UBS und Safra Sarasin haben bereits Schritte in diese Richtung eingeleitet, wie auch finews.ch berichtete.

Im Tresor bunkern 

Doch es gibt offenbar auch andere Wege, die Zinszahlungen zu umgehen. «Findige Banken überlegen sich, das Bargeld von der SNB abzuziehen und es in einem Tresor zu horten», sagte Raiffeisen-CEO Pierin Vincenz (Bild) an der Medienorientierung am Freitag in Zürich.

Doch Vincenz weiss auch, wie die Währungshüter reagieren könnten, käme es zu einem massiven Abzug. «Die SNB könnte ein Bargeld-Bezugsverbot einführen.» Oder: «Sie erhebt eine Bezugsgebühr von 0,75 Prozent.»

Psychologisch schlecht

Gleichzeitig warnte Vincenz die SNB jedoch vor solchen Schritten: Es wäre für den Finanzplatz »psychologisch schlecht», wenn die Banken kein Bargeld mehr beziehen dürften.

Die Raiffeisen-Gruppe selber ist noch meilenweit von der «Negativzinsstrafe» entfernt, wie Vincenz betonte. Derzeit hortet sie rund 10 Milliarden Franken bei der SNB. Zinspflichtig wird die Bank aber erst bei 16 Milliarden Franken.

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