CS: Grossumbau im Schweizer Geschäft

Barend Fruithof, der Chef für das Firmenkundengeschäft, verlässt die Bank. Sein Nachfolger steht fest – zudem will sich die Bank in der Schweiz neu positionieren, wie Recherchen von finews.ch ergaben.

Die Überraschung ist perfekt: Barend Fruithof, der langjährige und populäre Chef des Bereichs Corporate & Institutional Business (C&IC), verlässt das Unternehmen per sofort, wie Recherchen von finews.ch ergaben. Sein Nachfolger heisst André Helfenstein, der seit 2007 in verschiedenen Führungsfunktionen im Sold der Credit Suisse (CS) steht. Zuletzt leitete er die Region Zürich im Private & Wealth Management.

Die CS-Pressestelle hat diese Informationen am Donnerstagmittag bestätigt. Barend Fruithof war für finews.ch nicht zu erreichen.

Weitere Veränderungen

Der Wechsel an der Spitze der Abteilung CI&C, die rund 1'800 Personen umfasst, zieht weitere personelle Veränderungen nach sich: Das «CS-Urgestein» John Häfelfinger wird Stellvertreter von Helfenstein; trotz seiner neuen Führungsverantwortung behält Häfelfinger seine bisherige Leitungsfunktion in der Abteilung Transportation & Global Finance. Diese vorwiegend in der Schiffs- und Aviatik-Finanzierung aktive Division zählt zu den wichtigsten Ertragspfeilern im Bereich des Firmenkundengeschäfts.

Personelle Veränderungen gibt es auch in der grössten Marktregion der CS in der Schweiz, in Zürich: Andreas Gerber, der bisher für das «Corporate Business» zuständig war, übernimmt von Urs Gauch die Leitung des Bereichs «Small and Medium-Sized Enterprises». Gauch selber, der fast 30 Jahre lang der CS die Treue hielt, bleibt dem Unternehmen auch künftig als «Senior Advisor» erhalten.

Zusätzliche Dynamik an der Kundenfront

Weitere Wechsel gibt es auch im Bereich von Christoph Brunner. Der bisherige Verantwortliche für das Market & Sales Management in Brunners Team, Daniel Hunziker, leitet künftig die Abteilung Private & Wealth Management Clients in der Region Zürich und rapportiert weiterhin an Brunner. Hunziker gilt in der Branche als eine ausgeprägte Verkäuferpersönlichkeit, die offenbar den Teams an der Kundenfront zusätzliche Dynamik vermitteln soll, wie es aus dem Innern der CS heisst.

Florence Schnydrig Moser, bisher Head Investments & Wealth Planning im Bereich Private & Wealth Management Clients, übernimmt Hunzikers bisherige Rolle. Sie gilt intern als Schlüsselfigur und Aspirantin für weitere Top-Positionen.

Bank für Unternehmer

Das überraschend weit reichende personelle Revirement geht offenbar einher mit der Absicht der CS, sich künftig verstärkt als «Bank für Unternehmer» zu positionieren. Dabei soll der Bereich C&IC unter der neuen Führung eine zentrale Rolle spielen. Solche Pläne sind allerdings nicht ganz neu.

Schon vor zwei Jahren hegte die CS derlei Absichten, wie finews.ch berichtete. Doch offenbar erzielten die damaligen organisatorischen Veränderungen nicht die erwünschte Wirkung in der Betriebsrechnung.

Vorbild Asien: Stärkere Verzahnung

Offenbar strebt das Top-Management um Hans-Ulrich Meister eine stärkere Verzahnung der verschiedenen Bereiche innerhalb des Konzerns. Insbesondere soll wechselseitige Zusammenarbeit, intern «collaboration», etwa zwischen dem Firmenkundengeschäft und der Privatbank, intensiviert werden.

Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass dieser Grundgedanke, der auch der OneBank-Strategie zu Grunde liegt, sich in Asien – unter der Ägide von Francesco de Ferrari und Helman Sitohang seit geraumer Zeit bewährt, während er im Heimmarkt noch immer hinter den Erwartungen zurückliegt.

Ein neuer Anlauf

Nun nimmt Meister einen neuen Anlauf, die Durchlässigkeit zwischen den verschiedenen Divisionen zu vergrössern, zumal ja die CS – im Gegensatz zur UBS – nicht die Absicht hat, die Investmentbank im grossen Stil herunter zu fahren und sich aufs Wealth Management zu konzentrieren. Vielmehr soll die Investmentbank auch in Zukunft eine zur Vermögensverwaltung gleichwertige Division bleiben – Meisters jüngste Reorganisation zielt eher darauf ab, das «Silo-Denken» innerhalb des Konzerns zu durchbrechen.

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NEWS GANZ KURZ

Banque Profil de Gestion

Die Genfer Privatbank hat im ersten Halbjahr 2016 wiederum einen kleinen Gewinn erzielt: Nach 100'000 Franken im Vorjahr waren es diesmal 30'000 Franken mehr. Operativ gab es ein Plus von 260'000 Franken nach einem Verlust ein Jahr davor. Vor allem das Zins- und das Handelsergebnis legten deutlich zu, derweil das Kommissionsergebnis stagnierte.

Thurgauer Kantonalbank

Die Thurgauer Kantonalbank (TKB) hat das US-Steuerprogramm abgeschlossen, ohne eine Zahlung leisten zu müssen. Die TKB war in der Kategorie 3 des Programms. Sie hat nun vom amerikanischen Justizdepartement (DoJ) einen Non-Target Letter erhalten, womit das Programm abgeschlossen ist.

Walliser Kantonalbank

Das Staatsinstitut hat im ersten Halbjahr 2016 sowohl ein leicht höheres operatives Ergebnis als auch etwas mehr Gewinn verzeichnet. Im wichtigen Zinsen-Geschäft stieg der Bruttoerfolg um 1,8 Prozent auf rund 80 Millionen Franken. Für das Gesamtjahr erwartet die Kantonalbank weiterhin einen Gewinn auf der Höhe des Vorjahres.

VP Bank

Die Ratingagentur Standard & Poor’s hat das «A–»-Rating für die VP Bank bestätigt und erhöht den Ausblick von «Negative» auf «Stable». Damit würden die operativen Fortschritte der VP Bank und die Bewirtschaftung der Risiken sowie die starke Kapitalausstattung und die erfolgreiche Integration der Centrum Bank berücksichtigt, hiess es.

Clientis Bank im Thal

Die Regionalbank hat den Halbjahresgewinn im Vergleich zum Vorjahr deutlich um über 30 Prozent auf 385'000 Franken gesteigert. Dazu beigetragen hat das gute Zinsengeschäft mit einem Plus von 11,4 Prozent auf 2,1 Millionen Franken.

Crealogix

Das Bankenberatungszentrum St. Gallen und Crealogix haben eine Partnerschaft für die betriebliche Aus- und Weiterbildung im Finanzbereich beschlossen: Mit der Lösung «I know! Banking» bieten die beiden Unternehmen eine Cloud-Lösung mit digitalen Lerninhalten zu den wichtigsten Themen im Banking an.

Compagnie Financière Tradition

Das Lausanner Brokerhaus hat im ersten Semester 2016 einen stabilen Ertrag von 425 Millionen Franken erzielt. Zu konstanten Wechselkursen entspricht dies allerdings einem Rückgang um 1,6 Prozent.

Urner Kantonalbank

Das Finanzinstitut hat im ersten Halbjahr 2016 trotz besserem Geschäftsgang weniger Gewinn gemacht. Dieser sank um 7,5 Prozent auf 8,5 Millionen Franken. In der Vorjahresperiode hatte die Bank ausserordentlich vom Verkauf ihrer Swisscanto-Beteiligung profitiert. Im Zinsengeschäft gab es ein Plus von 13,8 Prozent auf knapp 17 Millionen Franken. Per Ende Jahr erwartet das Management ein Ergebnis über Vorjahr.

UBS

Die Grossbank UBS ist noch vor dem IT-Riesen Google der beliebteste Arbeitgeber für Schweizer Hochschul-Absolventen, wie das Beratungsunternehmen Trendence berichtete. Die Banken bleiben die beliebteste Branche der Wirtschafts-Wissenschaftler: Neben der UBS befinden sich die Credit Suisse, die Schweizerische Nationalbank und Julius Bär unter den Top 20 der gesuchtesten Arbeitsadressen.

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