Adriano B. Lucatelli: «Die Innovation kommt nie von innen»

Banken werde es immer brauchen, sagt der frühere UBS- und Credit-Suisse-Manager Adriano B. Lucatelli im Interview mit finews.ch-TV. Aber das Berufsbild des Kunden- und Anlageberaters werde sich fundamental verändern.

Der ganz grosse Treiber für die weitere Entwicklung in der Bankenwelt wird in den nächsten Jahren die Digitalisierung sein. Davon ist zumindest Adriano B. Lucatelli überzeugt. Der ehemalige Managing Director der UBS und der Credit Suisse ist heute als selbständiger Unternehmens- und Anlageberater tätig, ausserdem doziert er «International Finance» an der Universität Zürich.

Lucatelli sieht im Fintech-Sektor derzeit eine enorme Euphorie, die ihn an die Zeiten der ersten Dotcom-Blase Ende der neunziger Jahre erinnert. Allerdings fehlten damals die (mobilen) Geräte und (Internet-)Kapazitäten für eine nachhaltige Entwicklung.

Banker wird Gatekeeper

Heute seien mit iPhone, iPad und anderen «Devices» die Voraussetzungen gegeben, dass die Technologiewelle auch im Bankwesen Einzug halte und den Kontakt zwischen einem Finanzinstitut und seinen Kunden verändere, sagt Lucatelli im Gespräch mit finews.ch-TV.

Dadurch würden die Banken nicht etwa überflüssig – vielmehr werde es stets Institutionen brauchen, die das Geschäft mit dem Geld in einen Kontext setzten. «Aber das Berufsbild des Kunden- oder Anlageberaters wird sich fundamental verändern, gerade weil der Kunde heute viele Entscheide selber fällen kann. Der Bankangestellte übernimmt künftig die Rolle eines «Gatekeepers», der darauf achtet, dass der Kunden keine (allzu grossen) Fehler begeht», sagt Lucatelli.  

Unbekanntes Unwissen

Mit Blick in die Zukunft sagt der Finanzexperte: «Die Digitalisierung wird nie von innen kommen. Das war immer so.» Olivetti habe zwar den PC erfunden, es aber nicht geschaft, auf dieser Welle zu reiten. «Die Innovationen werden auch im Banking von ausserhalb kommen – von kleinen Firmen und Akteuren, die wir heute zum Teil noch gar nicht kennen – mit Geschäftsmodellen, von denen wir noch gar nichts wissen», sagt Lucatelli.

Schon in fünf Jahren werde die Finanzlandschaft im Anlagegeschäft eine ganz andere sein», ist der Finanzexperte überzeugt. Mehr zu seiner Person unter diesem Link.

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NEWS GANZ KURZ

Swiss Life

Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

Finma

Die Eidgenössische Finanzaufsicht revidiert ihre Anforderungen an die externe und interne Auslagerung von Bankdiensten. An systemrelevante Banken werden für die Auslagerung kritischer Dienstleistungen nochmals erhöhte Anforderungen gestellt.

UBS

Die Grossbank muss nach einem Entscheid der amerikanischen Finanzbehörde Finra weitere 18,5 Millionen Dollar an Investoren in Puerto-Rico-Anleihen zahlen. Nach hohen Verlusten auf den Papieren sieht sich die Bank nicht abreissen wollenden Forderungen ausgesetzt. Laut Medienberichten ist dies die höchste Einzelzahlung, welche die UBS in dem Fall bisher leistete.

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