Longevity: Dieses Hotel in Tirol setzt neue Massstäbe
Alle waren sie schon da: Wiens gesamte Polit- und Wirtschaftsprominenz, angeführt von alt Bundeskanzler Sebastian Kurz, bis hin zu internationalen Grössen. Gerüchte zufolge soll selbst Paypal- und Palantir-Mitgründer Peter Thiel im Alpin Resort Sacher in Seefeld gesichtet worden sein. Das Hotel nimmt dazu keine Stellung; Verschwiegenheit ist in der Branche und Liga die halbe Miete.
Der Aufmarsch an Prominenz kommt nicht von ungefähr. Dies ist zum einen auf Besitzerin Elisabeth Gürtler zurückzuführen. Die Unternehmerin und Hotelierin zählt zu den bekanntesten Persönlichkeiten der österreichischen Luxus- und Kulturszene.

Sacher-Erbin Elisabeth Gürtler. (Bild: David Johansson)
Seit 2009 Lindt-Verwaltungsrätin
Sie war lange Zeit Generaldirektorin des Hotels Sacher in Wien und Salzburg bevor sie sich auf das Alpin Resort Sacher in Seefeld konzentrierte. Sie organisierte lange Jahre den Wiener Opernball und hielt in der Vergangenheit auch bei der Spanischen Hofreitschule in Wien die Zügel in der Hand.
Ihr Wirken reicht bis in die Schweiz: Ernst Tanner holte sie 2009 in den Verwaltungsrat von Lindt&Sprüngli.
Besser altern – ein Milliarden-Markt
Und da ist zum anderen das Haus: Das Alpin Resort Sacher in Seefeld, Tirol, ist nicht nur ein 5-Sterne-Haus-Superior mit einer grosszügigen Wellness-Anlage, sondern hat sich auch international einen Namen im Bereich Longevity gemacht.

Das Alpin Resort Sacher in Seefeld, Tirol. (Bild: zVg)
Der Longevity-Markt entwickelt sich rasant von einer Nische zu einem der spannendsten Wachstumsthemen im globalen Gesundheits- und Biotech-Sektor. Getrieben wird diese Dynamik vor allem durch die demografische Alterung in den Industrieländern.
Während das Marktvolumen heute je nach Definition bei rund 20 bis 30 Milliarden Dollar liegt, rechnen verschiedene Prognosen damit, dass der Sektor bis 2035 auf über 60 Milliarden Dollar anwachsen könnte.
Tech-Investoren und Family Offices entdecken Longevity
Besonders stark ziehen jene Segmente an, die sich auf die Verlangsamung biologischer Alterungsprozesse, senolytische Therapien, regenerative Medizin, Biomarker-Diagnostik und KI-gestützte Präventionsmodelle spezialisieren.
Parallel verschiebt sich der Kapitalfluss: Venture-Capital-Investitionen in Longevity-Biotech und Healthspan-Technologien haben in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Tech-Investoren, Family Offices und institutionelle Anleger suchen vermehrt Exposure zu Plattformen, die auf molekularer Ebene Alterungsmechanismen adressieren und langfristig neue Therapiekategorien eröffnen könnten.
Gleichzeitig entstehen im Consumer-Longevity-Bereich skalierbare Geschäftsmodelle rund um personalisierte Diagnostik, Supplements, Lifestyle-Medizin und digitale Präventionsprogramme – Segmente mit kürzeren Entwicklungszyklen und früheren Chancen zur Monetarisierung.
Eigene Akademie gegründet
Es beflügle sie, etwas zu gestalten von dem sie glaube, es könnte erfolgreich werden, sagt Elisabeth Gürtler: «Für mich ist nicht nur diese kreative Gestaltungsfreiheit, sondern in gewisser Weise auch das Unbekannte aufregend.»
Das Thema «gesundes Altern» nimmt bei ihr eine besondere Bedeutung ein. «Vielleicht auch, weil ich selbst nicht mehr die Jüngste bin, ist mir daran gelegen, so lange wie möglich gesund, fit und aktiv am Leben teilzunehmen und etwas zu erschaffen», sagt sie.
Gürtler hat dazu die «Sacher Academy for Better Aging» ins Leben gerufen, bei der sie eng mit Wissenschaftlern zusammenarbeitet, unter anderen mit Professor Johannes Huber, der sich auf dem Gebiet Gynäkologie, Endokrinologie und Hormonmedizin einen Namen gemacht hat.
«Ich will meinen Gästen einen Mehrwert bieten: Und zwar mit einem individualisierten Gesundheitspaket, hinter dem ein interdisziplinäres Ärzte-Team und Wissenschaftler stehen, die etwas bieten, was man mit Geld nicht kaufen kann – Gesundheit, Wohlbefinden und <food for thought>. Die Gespräche mit unseren Experten und Spezialisten sollen auch kognitiv beflügeln und den Horizont erweitern», betont sie.
Neuartige Fettweg-Spritze
Das Konzept der «Sacher Academy for Better Aging» fusst auf individuell abgestimmten Analysen und Empfehlungen. Ein zentrales Element ist das persönliche Beratungsgespräch mit der Ärztin Katharina Sepp, gefolgt von detaillierten medizinischen Untersuchungen, darunter Gen-Tests, Blutanalysen und Hormontests.
Erst auf dieser Grundlage werden die Massnahmen abgeleitet, etwa die Anpassung des Lebensstils, gezielte Supplementierung durch Nahrungsergänzungsmittel, Infusionen oder Intervall-Hypoxie-Hyperoxie Therapie (IHHT), einem speziellen Sauerstofftraining.
Die Intervall-Hypoxie-Hyperoxie Therapie (IHHT). (Bild: zVg)
Unter anderem bietet die «Sacher Academy for Better Aging» seit Jüngstem eine neuartige Fettweg-Spritze, bei der es zu keinen Nebenwirkungen kommt. Dabei werden natürliche Stoffe wie Soja und Amonisäure verwendet, die die Fettzellen einkapseln und dann ausstossen.
Der Personal Trainer, der schon mit Jude Law arbeitete
Speziell ist auch das interdisziplinäre Experten-Team. Den Gästen steht neben der ärztlichen Leiterin ein Netzwerk ausgewählter Konsultationsärzte und Therapeuten zur Seite. Ihre Fachgebiete reichen von der Augenheilkunde, Dermatologie, innerer Medizin, Radiologie, Traditioneller Chinesische Medizin, Physiotherapie und sogar Psychologie.
Einer von ihnen ist der Personal Trainer Joachim Pötschger: Er trainierte bereits Hollywood-Stars wie Jude Law. «Ob jemand prominent ist oder nicht, spielt für mich keine Rolle. Ich liebe die Herausforderung, meinen Kunden das Optimum zu bieten.»
Vergangenen Sommer machte «Alpin Resort Sacher» Schlagzeilen mit der Ankündigung, künftig Longevity-Programme auch für Hunde anzubieten; finews berichtete darüber. Mehr als nur ein PR-Gag? «Ich tue dies auch ein Stück weit zu Eigenzwecken. Ich will schliesslich nicht, dass mir mein eigener Hund noch möglichst lange erhalten bleibt», sagt sie und lacht.















