Der Robo-Advisor war gestern – jetzt kommt der bionische Berater

Im Banking gilt die Digitalisierung oft als Bedrohung. Dabei könnte ausgerechnet die als bahnbrechend geltende Blockchain-Technologie den Kundenberater retten.

Bionisch©Shutterstock

Die Krypto-Währung Bitcoin umgibt immer noch der Ruf des Unberechenbaren. Doch die Blockchain-Technologie, die der digitalen Währung zugrunde liegt, wird definitiv zu einem Faktor, mit dem auch etablierte Banken rechnen müssen.

Zumal in der Schweiz: Sowohl die UBS wie auch die Credit Suisse (CS) haben inzwischen eigens Experten engagiert, die sich ausschliesslich mit den Chancen – und wohl auch mit den Gefahren – der als bahnbrechend geltenden Technologie befassen.

Blockchain ermöglicht Transaktionen auf rein digitaler Basis. Im Zentrum steht nicht eine Währung, sondern die Information über den Transfer von Werten – die wiederum fortlaufend in einer Datenbasis gespeichert wird. Der Effizienzgewinn gegenüber dem heutigen Zahlungsverkehr gilt als enorm. Eine Verlockung nicht zuletzt für die Banken, die Kosten sparen müssen.

UBS in der Pole-Position

Die Vorreiterrolle hat dabei in der Schweiz die UBS inne, die in einem eigenen Labor im angesagtesten Fintech-Inkubator von London an der Blockchain forschen lässt.

Dabei lässt die Schweizer Grossbank nichts anbrennen. Wie finews.ch schon berichtete, experimentiert die UBS erstmals mit so genannten Krypto-Anleihen. Diese Instrumente automatisieren nicht nur Anlage, Zinsen und Zahlungsströme, sondern machen einen Grossteil der nachgelagerten Dienste für den Handel überflüssig. Damit können nicht nur Zeit, sondern auch massiv Kosten gespart werden.

Die Evaluierung der Technologie geschieht unter erheblichen Druck: «Wenn sich die Banken Blockchain nicht zunutze machen, werden es andere tun», heisst es im UBS-Labor in London.

Dabei machen die Experimente längst nicht mehr beim Zahlungsverkehr und dem Handel mit Krypto-Wertschriften halt. Inzwischen wird auch über die Verwendung der neuen Technologie in der Vermögensverwaltung nachgedacht, heisst es unter Szene-Kennern. Und damit bei jener Domäne im Banking, auf welche UBS wie CS grösste Hoffnungen setzen. Doch das Ganze ist auch riskant.

Furcht vor dem Robo-Advisor

Eine Gefahr ist die Digitalisierung: Berater-Dienste können automatisiert werden und einer vielzahl Kunden zu günstigen Preisen über diverse Kanäle angeboten werden. Was Wunder, geht derzeit im Private Banking die Furcht vor jenen «Robo-Advisors» um, wie auch finews.ch berichtete (etwa hier und hier).

Doch wie sich zeigt, könnte sich ausgerechnet Blockchain als Schild gegen die Bedrohung durch die Roboter erweisen: Dank des Konzepts des bionischen Kundenberaters.

Wie Insider der laufenden Experimente in der Finanzbrache berichten, könnte die Blockchain-Technologie dem menschlichen Faktor in der Beratung nämlich einigen Auftrieb verschaffen.

Vision des Maschinen-Menschen

Die Idee dahinter ist bestechend. Es geht dabei nicht um das entweder oder, sondern das sowohl als auch: Der Kundenberater soll mit neuester Technologie ausgestatten werden, um seine Leistung massiv zu steigern – es ist die Vision eines «bionischen» Maschinen-Menschen, wie in japanische Banken (allerdings auf ganz andere Weise) bereits einsetzen.

Die Planspiele zu dieser Vision sind bei diversen Banken schon weit gediehen, wie es bei Kennern der Arbeitern heisst.

Den Kundenberatern sollen demnach massiv verbesserte Analyse-Instrumente zur Verfügung gestellt werden. Gleichzeitig ermöglicht die Blockchain-Technologie eine massiv schnellere Ausführung von Kunden-Ordern. Das erlaubt es plötzlich, sofort auf externe Schocks an den Börsen zu reagieren – statt auf die Ausführung zu warten und hilflos den fallenden Kursen zuzusehen.

«Wir nehmen das sehr ernst»

Derweil bleibt das menschliche Element mit dem Berater aus Fleisch und Blut in Zentrum: Der Kunde hat ein menschliches Gegenüber, was auch in Zukunft ein klares Bedürfnis zu sein scheint.

Das dämmert nun führenden Banken rund um den Globus, so etwa der niederländischen ING. Deren Zahlungsverkehr-Chef Mark Buitenhek brachte es gegenüber dem britischen Magazin «Banker» (Artikel bezahlpflichtig) auf dem Punkt: «Der Nutzen von Blockchain geht weit über Währungen hinaus. Entsprechend schauen wir uns alles an, was von der Technologie betroffen sein könnte», so der Niederländer. Und: «Wir nehmen das alles sehr ernst.»

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Allianz Suisse

Der Versicherer hat in der Romandie Wohn- und Büroimmobilien im Volumen von rund 290 Millionen Franken erworben. Dabei handelt es sich bislang um die grösste Immobilieninvestition in der Westschweiz für die Allianz Suisse. Angesichts des anhaltenden Tiefzinsumfelds investiert der Versicherer verstärkt in Immobilien.

Swiss Re

Die Ratingagentur Fitch hat das Rating für Finanzstärke für den Rückversicherer Swiss Re mit AA– und den Ausblick mit «stabil» bestätigt. Auch das Langfristrating bleibt mit stabilem Ausblick unverändert bei A+.

Swiss Life

Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

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