Zigerschlitz versus Silicon Valley

Ralf Luchsinger

Ralf Luchsinger

Die digitalste Bank der Schweiz hat nun auch noch den besten Chief Informationen Officer der Schweiz – und könnte das Silicon Valley angreifen.

Am kürzlichen 4. Confare CIO & IT-Manager Summit wurden erneut die begehrten «Swiss CIO Awards» verliehen. Zu den Preisträgern zählte heuer Ralf Luchsinger, seines Zeichens Chief Information Officer (CIO) der Glarner Kantonalbank (GLKB).

Wurde diese Website vor Jahresfrist noch misstrauische beäugt, weil sie die GLKB zur «digitalsten Bank der Schweiz» gekürt hatte, so hat sich diese geradezu visionäre Einschätzung inzwischen mehr als einmal bestätigt.

Fintech an vorderster Front

Mit ihrer volldigitalen Angebotspalette Kontomat, Hypomat, Investomat und Risikomat steht das Staatsinstitut an vorderster Front der Fintech-Entwicklung im Swiss Banking.

Und nun erhält sie mit dem «Swiss CIO Award 2015» an Ralf Luchsinger eine weitere Bestätigung für ihre Strategie. Die Auszeichnung wird alljährlich von nunmehr 13 Institutionen, darunter Firmen wie EY, Dropbox oder die Hochschule St. Gallen an diverse CIO vergeben. Luchsinger brillierte in der Kategorie Klein- und mittelgrosse Unternehmen (KMU).

Kein Monstrum

Luchsinger nutzt die Vorteile der kleinen Glarner Kantonalbank angeblich voll aus: Kein zusammengebasteltes Monstrum aus verschiedensten Schnittstellen bestimme die IT-Welt der Bank. Durch konsequentes Absägen alter Zöpfe schaffe er es, das gesamte Geschäft über eine einzige Schnittstelle laufen zu lassen, vertraute er der Online-Plattform «inside-it» an.

«Ich bin seit bald 20 Jahren bei der Bank, da kennt man jede einzelne Schraube im Unternehmen. Das hilft enorm, wenn es darum geht, schnell und agil zu sein», sagte er weiter. Das habe auch dazu geführt, dass die GLKB trotz ihrem kleinen geographischen Einzugsgebiet ihre Wachstumsstrategie umsetzen könne. «Nicht weitere Filialen, sondern Online-Angebote locken neue Kunden an», betonte Luchsinger.

Angriff aufs Silicon Valley

Der Hypomat vergibt vollautomatisch via Internet Hypotheken: Der Kunde braucht keinen einzigen Termin wahrzunehmen, keinen einzigen Berater zu sprechen. Bereits werde rund die Hälfte dieser Kredite über den Hypomat abgeschlossen, ein Volumen von einer halben Milliarde Franken sei so schon zusammengekommen, heisst aus der GLKB.

Ähnliche Angebote bietet die Bank mit dem Risikomat für Lebensversicherungen, dem Investomat für Anlegegeschäfte und dem Kontomat für individuelle Sparkonti. «Luchsinger schaffe es, mit der Glarner Kantonalbank das Silicon Valley anzugreifen», erklärte Michael Ghezzo, Organisator der CIO Awards, in seiner Laudatio an den Preisträger.

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NEWS GANZ KURZ

Allianz Suisse

Der Versicherer hat in der Romandie Wohn- und Büroimmobilien im Volumen von rund 290 Millionen Franken erworben. Dabei handelt es sich bislang um die grösste Immobilieninvestition in der Westschweiz für die Allianz Suisse. Angesichts des anhaltenden Tiefzinsumfelds investiert der Versicherer verstärkt in Immobilien.

Swiss Re

Die Ratingagentur Fitch hat das Rating für Finanzstärke für den Rückversicherer Swiss Re mit AA– und den Ausblick mit «stabil» bestätigt. Auch das Langfristrating bleibt mit stabilem Ausblick unverändert bei A+.

Swiss Life

Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

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