UBS-Parade im Banne der Terrorangst

UBS Parade©Shutterstock

Hierzulande stülpt sich UBS-Chef Sergio Ermotti schon mal einen Dreispitz über, um am Sechseläuten-Umzug der Zürcher Zünfte teilzunehmen. Im amerikanischen Stamford aber sponsert die Schweizer Grossbank eine ganze Parade: Die «UBS Parade Spectacular» nämlich, bei der jeweils riesige Helium-Ballone in Form etwa von Comic-Figuren durch die Stadt im US-Bundestaat Connecticut gezogen werden (Bild oben).

Die diesjährige Ausgabe des Grossanlasses am vergangenen Sonntag stand jedoch im Schatten der Terror-Attentate in Paris, wie das Regionalblatt «Stamford Advocate» nun berichtete.

Dutzende Polizisten mehr angefordert

So begleiteten an die 130 Polizisten den Umzug – Dutzende mehr als üblich, wie die lokalen Behörden ausführten. Dies sei der «Due Diligence» nach den Vorfällen in Europa geschuldet, hiess es. Ein Begriff, der auch im Banking bestens bekannt ist. Konkrete Hinweise auf Bedrohungen lagen indessen nicht vor.

Tatsächlich ging die UBS Parade dann ohne Zwischenfall über die Bühne. Sogar der Wind spielte mit und riss nicht über Gebühr an den riesigen Helium-Ballons.

Damit stellt sich heraus, dass die derzeit wesentlich greifbarere Bedrohung für die Parade an einem ganz anderen Ort liegen könnte: Beim Sponsor selber.

Arbeitsplätze in Gefahr

In der Stadt Stamford im US-Bundestaat Connecticut ist die UBS eine der wichtigsten Arbeitgeberinnen – ihre Investmentbank betreibt dort ein Handelszentrum, das als grösstes der Welt gilt (Bild unten). Entsprechend sorgten dort in der Vergangenheit Meldungen über Abbaupläne der Schweizer Grossbank immer wieder für Aufregung.

UBS 500

So berichtete auch finews.ch im letzten März, dass die UBS aus dem riesigen Handelszentrum zügeln könnte.

Im Zuge des Rückbaus ihrer Investmentbank und der Verlagerung von Backoffice-Abteilungen in Niedriglohn-Länder hat die Schweizer Grossbank in Stamford bereits massiv Personal gestrichen. Im Jahr 2010 beschäftigte die UBS noch 4'000 Angestellte in Stamford; der Personalbestand hat sich seither auf rund 2'000 Mitarbeitende halbiert.

Die Grossbank schloss allerdings einen Vertrag mit der Stadt ab, bis 2021 mindestens 2'000 Stellen in Stamford zu erhalten. Damit dürften auch die Helium-Mickey-Mäuse noch für einige Jahre durch die Stadt paradieren.

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