Für diese drei Schweizer Banken hat Venezuela einen gefährlichen Klang

Raffinerie der PDVSA, Venezuela

Raffinerie der PDVSA, Venezuela

Wenn Preet Bharara anklopft, dann läuft hiesigen Bankern ein kalter Schauer über den Rücken. Als Staatsanwalt im Dienste des amerikanischen Justizdepartements (Department of Justice DoJ) hat er das Swiss Banking  im Steuerstreit unerbittlich in die Zange genommen – und könnte es bald wieder tun.

Vorläufig lässt es Bharara noch bei einer höflichen Anfrage bewenden. Auf seinen Wunsch hin hat sich die Schweiz bereit erklärt, Daten von insgesamt hiesigen 18 Banken an die US-Behörde zu ermitteln. Dies bestätigte das Eidgenössische Justizdepartement (EFD) gegenüber der Agentur «Bloomberg».

UBS und EFG sollen liefern

Darunter befinden sich dem Bericht zufolge die Grossbank UBS sowie die Privatbanken EFG International in Zürich und die Genfer CBH Compagnie Bancaire Helvetique. Keine der 18 Banken nahm gegenüber «Bloomberg» Stellung zur Anfrage aus den USA.

Von den Informationen aus der Schweiz erhoffen sich die amerikanischen Ermittler offenbar weiteres Beweismaterial in einer mutmasslichen Korruptionsaffäre in Venezuela. Konkret untersucht das DoJ die Geschäfte der Energiefirma Derwick Associates mit Petróleos de Venezuela (PDVSA), dem grössten Erdölförderer Lateinamerikas, und der dortigen Wirtschaftsförderungs-Organisation BANDES.

Die Vorwürfe von Schmiergeldzahlungen und Geldwäsche liegen in der Luft, wie weiter berichtet wird.

Zu Wohlverhalten verpflichtet

Vorläufig wird den von der Datenlieferung betroffenen Schweizer Banken offenbar nichts zur Last gelegt. Dennoch dürfte Bhararas Anfrage bei gewissen Instituten für einige Nervosität gesorgt haben, zumal bei den nun namentlich erwähnten UBS und EFG.

Denn beide haben sich gegenüber dem DoJ zu künftigem Wohlverhalten verpflichtet: Die UBS im Zuge ihrer Busse im Steuerstreit und des Libor-Skandals, EFG im Rahmen der Teilnahme am Programm zur Beilegung des Steuerstreits mit den USA. Das schliesst die Verpflichtung mit ein, mögliche Unregelmässigkeiten unverzüglich nach Übersee zu melden.

Keine Gnade für Wiederholungstäter

Mit «Wiederholungstätern» springt das DoJ bekanntermassen höchst ungnädig um. Das macht die Venzuela-Affäre für jene der 18 Institute, die bereits in Berühung mit der US-Behörde kamen, zur Zitterpartie.

In den USA hat das US-Justizdepartement im Fall bereits Strafklagen erhoben; mehrere Vertreter des Ölkonzern PDVSA bekannten sich schuldig, Bestechungsgelder entgegengenommen zu haben. Mit den Ermittlungen gegen Derwick Associates weitet sich die Affäre weiter aus, wie «Bloomberg» berichtete.

Neue Märkte werden zum Risiko

Gleichzeitig zeigt der Fall, dass für das Swiss Banking allmählich auch die Märkte ausserhalb Europas und der OECD ernsthafte Compliance-Risiken bergen. Im Fluss sind etwa Verfahren rund um den malaysischen Staatsfond 1MDB und um den brasilianischen Ölförderer Petrobras.

DOSSIER BANKEN

Dossier Banken

Dossier UBS Dossier Credit Suisse Dossier Bank Vontobel Dossier Julius Bär Dossier Zürcher Kantonalbank

Die wichtigsten Schweizer Banken auf einen Blick:

 

DAS BESTE IM WEB

Gute Stories und Links aus aller Welt

  • Elon Musk verliert seinen grössten Fan
  • Schlaflos in der City
  • Perfektionismus ist Gift
  • Bye bye Passwort
  • Russischer Hacker-Angriff auf die Clintons
  • Commerzbank: Sollen doch andere das Geld verleihen
  • Wie Schweizer Banker vom James-Bond-Image loskommen wollen
mehr

Follow us

Follow finews.ch on Twitter Follow finews.ch on Facebook Follow finews.ch on Google+ Follow finews.ch on LinkedIn Follow finews.ch on Xing Follow finews.ch on Youtube Follow finews.ch on Instagram

Zürcher Bankenverband

Führende Vertreter der Schweizer Finanzbranche zum Thema Regulierung.

Beiträge lesen

Lohnvergleich

Lohnvergleich

Verdienen Sie genug? Vergleichen Sie doch mal Ihren Lohn.

zum Lohnvergleich

Newsletter

Newsletter-SymbolKostenlos abonnieren

Abonnieren Sie jetzt den finews.ch-Newsletter und Sie erhalten kostenlos 2x wöchentlich die wichtigsten News aus der Schweizer Finanzwelt per E-Mail.

SELECTION

Selection

Wo Banker am meisten verdienen

Noch immer kommen die Investmentbanker beim Lohnvergleich im Banking gut weg.

Selection

Unattraktive Bankjobs

Unattraktive Bankjobs

Warum es nicht mehr so begehrenswert ist, bei einer Bank zu arbeiten.

Selection

NEWS GANZ KURZ

SIX

Die Netzwerkprobleme der SIX sind nun vollständig behoben. Die Ursachen seien identifiziert. Die Systeme würden seit Mittwoch wieder stabil und ohne weitere Unterbrüche laufen. Die SIX hatte während über zwei Tagen mit grossen Netzwerkstörungen gekämpft, insbesondere der Zahlungsverkehr war betroffen gewesen.

Fondsmarkt

Das Vermögen der in der Statistik von Swiss Fund Data und Morningstar erfassten Anlagefonds erreichte im Mai 2016 rund 894 Milliarden Franken. Dies entspricht im Vergleich zum Vormonat einer Zunahme von knapp 20 Milliarden Franken oder 2,2 Prozent. Die Nettomittel-Zzuflüsse betrugen rund 340 Millionen Franken.

Postfinance

Die Postbank beteiligt sich am Kölner Fintech-Startup Moneymeets. Dieses betreibt eine Online-Plattform in den Bereichen Multibanking, Personal Finance Management und Versicherungen. Angestrebt ist ein Wissenstransfer, der Postfinance den Vorstoss in neue Geschäftsfelder ermöglichen soll.

Credit Suisse

Die Credit Suisse hat zum dritten Mal ihre Studie zum Finanzplatz Schweiz veröffentlich. Darin legt die Bank die Entwicklungen der letzten zwei Jahre dar, vergleicht die Positionierung internationaler Finanzplätze und geht auf Trends ein. Ausserdem sind in der Studie Faktoren für den zukünftigen Erfolg des Finanzplatzes definiert und es werden Handlungsempfehlungen sowohl für Marktteilnehmer als auch für Politik und Regulatoren gegeben.

Thurgauer Kantonalbank

Das Wahlprozedere für den Bankrat der Thurgauer Kantonalbank ist bestätigt worden. Der Thurgauer Grosse Rat hat eine parlamentarische Initiative von drei SVP-Kantonsräten abgelehnt: Darin wurde verlangt, dass künftig das Parlament neue Mitglieder für den Bankrat vorschlagen kann - und nicht mehr die Regierung.

Banken-Rating

Die Ratingagentur Fitch hat das Langfristrating für die UBS auf «A+» von bisher «A» erhöht. Die Erhöhung der Langfristratings für UBS AG und UBS Schweiz reflektiere die Kapitalposition der Gruppe. Die Gruppe sei damit in der Lage, die vorrangigen Verpflichtungen auch im Liquidationsfall zu decken. Das Langfristrating für die Credit Suisse bleibt bei «A».

weitere News