Die Sterne warnen vor Inflation und Crash

Nicht nur im BVK-Skandal hatten Astrologen ihre Finger im Spiel: Sogar Finanz-Profis schwören auf die Macht der Sterne. Was besagen diese für 2013? 

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Hand aufs Herz: Werfen Sie hin und wieder ein Auge auf Ihr Horoskop? Nun denn, zur Unterhaltung… – aber noch ernster nahm man es offenbar bei der ehemaligen Schweizer Beteiligungsgesellschaft BT&T. Der im BVK-Pensionskassen-Skandal involvierte BT&T-Chef Walter Meier soll sichbei Investitions- und Sanierungsentscheidungen auf die Mithilfe eines Astrologen verlassen haben. Dies meldete im Sommer der «Tagesanzeiger».

Investieren mit Blick zum Himmel

Der namentlich nicht genannte astrologische Prophet hatte die Aufgabe, den idealen Zeitpunkt für Investitionen der BT&T zu bestimmen oder Angestellte der Beteiligungsgesellschaft zu beraten.

Für seine Beratungsdienste kassierte er pauschal 5'000 Franken pro Monat, hinzu kam eine Erfolgsbeteiligung. So steht es im offiziellen Untersuchungsbericht.

Selbst J.P. Morgan folgte den Sternen

In der Finanzbranche wird ab und an hinter vorgehaltener Hand gemunkelt, dass manche professionelle Händler, Fondsmanager oder Investoren auf die Stellung von Sonne, Mond und Planeten schwören.

Und massenhaft existieren Astro-Börsenbriefe sowie Bücher, die Titel wie «Investieren mit den Sternen» oder «Astrologisches Timing für Finanzmärkte» tragen.

Sogar der legendäre Banker John Pierpont Morgan soll der Astrologie gefolgt sein: «Millionäre nutzen keine Astrologie. Milliardäre schon», lautet ein ihm zugeschriebenes Zitat.

Gutes Geschäft für Finanzastrologen

raymond_merrimanProminenter Vertreter der Börsen-Astro-Zunft ist zum Beispiel Raymond Merriman (Bild). Der Präsident und Gründer der Firma Merriman Market Analyst (MMA) hat zugleich Erfahrung an der Wall Street. Und sein Börsenbrief wird von «Banken, Finanzinstituten, Investoren und Tradern intensiv genutzt», steht auf der Website des Finanzastrologen. Seine Firma organisiert auch Vorträge, so wird Anfang Januar in Zürich zum Thema Gold- und Silbermarkt referiert.

In den Diensten von MMA ist auch Claude Weiss, der Gründer der in Wettswil beheimateten Firma Astrodata. Das Unternehmen erzielt einen Jahresumsatz zwischen 2 und 3 Millionen Franken – und zwar je länger, je mehr mit Kunden aus der Wirtschaft; dies kürzlich die «Handelszeitung» (Artikel nicht online).

Aussergewöhnliche Konstellation für 2013

Leider wollte auf Anfrage von finews.ch kein prominenter Vertreter der Finanzastrologie direkt Stellung zum Thema nehmen oder eine knappe Prognose für 2013 wagen. Der mit seinem Börsendienst Amanita bekannte Manfred Zimmel zeichnet für 2013 jedoch ein düsteres Bild. Der österreichische Börsenastrologe prophezeit für Mitte 2013 eine Depression in den USA, die schlimmer werde als jene in den 1930er-Jahren, lässt er in einem Newsletter verlauten.

Die aussergewöhnliche Konstellation der Planeten deute auch das Platzen einer Finanzblase im Juni/Juli an, so der Astrologe und Betriebswirt. Letztes Mal bei dieser speziellen Planeten-Konstellation zerknallte laut der Darstellung von Zimmel die Immobilienblase; das war im Februar und Juni 2007.

Börsenprophet Zimmel hatte für 2012/2013 bereits Ende 2006 eine Inflation, die zur Hyperinflation werden könnte, prognostiziert. «Es gibt eine Menge Sternenzyklen, die alle 2012/2013 zusammentreffen, was für einiges Chaos sorgen wird», erklärte er gegenüber der «Handelszeitung».

Finanz-Astrologie als Hokuspokus?

Vor dem Hintergrund des BVK-Korruptionsskandals wurde das Thema Astrologie und Märkte von den Lesern kontrovers diskutiert, wie die entsprechenden Kommentare zeigen. So werden bisweilen die Erfolgsquoten, Performance und Methoden von konventionellen Finanz-Analysten und Astrologen verglichen. 

«Wenn die Astrologie gewinnen würde, dann müssten etliche Analysten um ihren Job bangen oder einen Sterndeuterkurs besuchen», kommentiert etwa ein Leser. «Die Voraussagen der ‹seriösen› Börsen-Analysten haben sich im Nachhinein ja allzu oft als genauso unhaltbar erwiesen», schreibt ein anderer Leser.

Manche Leser benutzen aber auch kraftvollere Bezeichnungen für Astrologen und bezeichnen sie als «arglistige Irreführer», die sowieso alles gnadenlos zur eigenen Bereicherung ausnützen.

 

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NEWS GANZ KURZ

Allianz Suisse

Der Versicherer hat in der Romandie Wohn- und Büroimmobilien im Volumen von rund 290 Millionen Franken erworben. Dabei handelt es sich bislang um die grösste Immobilieninvestition in der Westschweiz für die Allianz Suisse. Angesichts des anhaltenden Tiefzinsumfelds investiert der Versicherer verstärkt in Immobilien.

Swiss Re

Die Ratingagentur Fitch hat das Rating für Finanzstärke für den Rückversicherer Swiss Re mit AA– und den Ausblick mit «stabil» bestätigt. Auch das Langfristrating bleibt mit stabilem Ausblick unverändert bei A+.

Swiss Life

Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

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