Neue Cyber-Attacke auf Online-Banking

Banken und ihre Kunden sind seit einigen Wochen Ziel eines neuen, besonders raffinierten Hacker-Angriffs. Die Hintermänner behaupten, keine Bank sei vor ihnen sicher. Auf einen Fondsanbieter haben sie es besonders abgesehen.

Der von den Hackern programmierte Banken-Trojaner hat den Namen Neverquest. Der Anti-Viren-Spezialiste Kapersky Lab, der am Mittwoch in einer Mitteilung vor den Cyber-Attacken warnte, beschreibt Neverquest als besonders gefährlich: Er unterstützt alle möglichen Tricks, um Sicherheitssysteme beim Online-Banking zu umgehen und er repliziert sich selber.

Neverquest manipuliert Webseiten von Banken und Online-Bezahlseiten, stiehlt dann die Nutzernamen und Passwörter von Bankkonten und ihren Kunden. Besonders gefährdet sind dabei Online-Banking-Nutzer, die ihre Transaktionen über die Browser Internet Explorer und Firefox tätigen.

Neverquest stelle über die Browser eine Verbindung mit den Steuerungs-Servern der Cybekriminellen her, so Kapersky Lab. Tausende Computer seien bereits infisziert.

Bislang 28 Angriffsziele

Besonders raffiniert sei ein Feature des Schadprogramms, welches über Schlagwörter auch andere besuchte Websiten identifiziere, über die User Transaktionen getätigt haben. Deren Inhalte schicke Neverquest an die Hacker. So könnten diese immer neue Finanz-Webseiten attackieren.

Bislang stehen 28 Angriffsziele auf einer Liste mit grossen internationalen Banken und Online-Bezahldiensten. Ob Schweizer Websiten dazu gehören, konnte Kapersky Lab bislang nicht sagen. Deutsche Banken gehörten aber dazu.

Reger Handel mit den Trading-Konten

Das Hauptziel ist offenbar der Fondsanbieter Fidelity, wird ein Mitarbeiter von Kapersky Lab in einem Blog zitiert. Der Trojaner transferiere nicht nur das Geld von Online-Kunden von Fidelity auf eigene Konten, er spekuliere mit dem gestohlenen Geld auch an der Börse.

Im November habe man in Hacker-Foren einen regen Austausch mit Datensätzen von Konten feststellen können. Auf diesen landete das gestohlene Geld, um damit zu spekulieren. Neverquest ein relativ neuer Trojaner, nachdem es einige Erfolge im Kampf gegen Cyberattacken gegeben habe.

«Zunahme der Attacken absehbar»

Die jetzigen Hacker würden Neverquest noch nicht in voller Kapazität nutzen, so der Kapersky Lab-Mitarbeiter. «Wenn man berücksichtigt, dass sich Neverquest selber vervielfältigen kann, ist eine Zunahme der Attacken absehbar». Neverquest sei aber nur einer von mehreren Schädlingen, der die führende Position den Banking-Trojanern ZeuS und Carberp streitig machen wolle. 

Diese Einschätzung teilt auch Michael Kerner, Chef des Sachversicherungsgeschäfts bei Zurich Insurance Services. In einem Gespräch mit «Bloomberg» sagte Kerner, die Nachfrage nach Versicherungen gegen Cyber-Attacken sei gestiegen. Er halte es für wahrscheinlich, dass in nächster Zeit ein bedeutender Hacker-Angriff grosse Schäden bei Unternehmen und Privatpersonen anrichten könnte.

Das Beratungsunternehmen KPMG hatte im September in einer Studie vor Cyber-Attacken gewarnt, die zu einer Bedrohung der Bankenbranche werden könnten. In Deutschland wurden zuletzt auch Fälle bekannt, in denen es Hacker gelungen ist, das im Online-Banking als besonders sichere mTan-Verfahren zu knacken.

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NEWS GANZ KURZ

Allianz Suisse

Der Versicherer hat in der Romandie Wohn- und Büroimmobilien im Volumen von rund 290 Millionen Franken erworben. Dabei handelt es sich bislang um die grösste Immobilieninvestition in der Westschweiz für die Allianz Suisse. Angesichts des anhaltenden Tiefzinsumfelds investiert der Versicherer verstärkt in Immobilien.

Swiss Re

Die Ratingagentur Fitch hat das Rating für Finanzstärke für den Rückversicherer Swiss Re mit AA– und den Ausblick mit «stabil» bestätigt. Auch das Langfristrating bleibt mit stabilem Ausblick unverändert bei A+.

Swiss Life

Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

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