Was machen die Metropol Partners?

Vor gut einem Jahr starteten ehemalige Clariden-Leu-Banker den unabhängigen Vermögensverwalter Metropol Partners. Was haben sie bisher erreicht?

«Bevor wir rennen können, müssen wir gehen lernen», sagte Anthony Cagiati (Bild unten) vor gut einem Jahr im Gespräch mit finews.ch. Damals, respektive am 1. Oktober 2012, gründete er zusammen mit einem guten Dutzend ehemaliger Clariden-Leu-Kundenberater Metropol Partners – ein unabhängiger Vermögensverwalter, der «auf der grünen Wiese» von Grund auf neu aufgebaut wurde.

Anthony Cagiati 4Seither sind etwas mehr als zwölf Monate verstrichen und Cagiati sagt: «Wir haben die Aufbauphase hinter uns. Nun wollen wir gezielt wachsen.» Doch was heisst das konkret?

Viele ehemalige Clariden-Leu-Kunden

«Wir unterhalten aktuell ungefähr 1'500 Kundenbeziehungn», erklärt Cagiati im Gespräch mit finews.ch. Dabei handelt es sich vorwiegend um frühere Clariden-Leu-Kunden, die Metropol Partners «onboarden» konnte, wie es im Jargon heisst. Grossmehrheitlich nutzen diese Kunden die frühere Muttergesellschaft Credit Suisse als Depotbank. Kontinuität ist vielen Kunden offenbar nicht nur bei der Betreuung wichtig, sondern auch bei der Depotbank.

Wachstumspläne in Lateinamerika

«Allerdings beschränken wir uns nicht auf die Credit Suisse als Depotbank», betont Cagiati. «Wir arbeiten ebenso mit der UBS, Lombard Odier, Vontobel und der liechtensteinischen LGT-Gruppe zusammen. Die Kunden von Metropol Partners stammen vorwiegend aus der Schweiz, Russland sowie aus Deutschland.

Wachsen möchte man nun auch noch in Lateinamerika, wo man in Venezuela und in Argentinien bereits einen Fuss in der Tür hat, wie Cagiati sagt – keine Wachstumsabsichten hat das Unternehmen in Asien, Afrika sowie im Mittleren Osten. Auch US-Kunden sind kein Thema.

Credit Suisse hat vorgesorgt

«Wir wollen uns auf einige Märkte konzentrieren», erklärt der Metropol-CEO. «Unser Geschäftsmodell soll nicht zu komplex werden.» Darum peilt Metropol Partners zum Beispiel auch keine institutionellen Kunden an.

Kursierten in der Vergangenheit auch Mutmassungen darüber, es könnte sich bei den früheren Clariden-Leu-Kundendepots auch um undeklarierte Vermögen handeln, so winkt Cagiati gelassen ab. Bereits zu Zeiten von Clariden Leu hätten auf Geheiss der Credit Suisse strengste Compliance-Vorgaben gegolten, so dass schon damals eine Triage der Gelder stattgefunden habe.

Transparente Geschäftsstruktur

Inzwischen habe man natürlich noch einen leichten Abfluss – insbesondere nach Deutschland – verzeichnet, doch sehr viele Kunden hätten nach der Deklaration ihrer Vermögen ihr Geld in der Schweiz, namentlich bei Metropol Partners belassen, unterstreicht Cagiati.

«An einer transparenten, unabhängigen, leistungsstarken und compliance-mässig soliden Geschäftsstruktur führt heute kein Weg mehr vorbei», betont der CEO von Metropol Partners. Vor diesem Hintergrund hat das Unternehmen inzwischen Voraussetzungen geschaffen, die es zulassen, ein Jahr nach der Firmengründung auf einen selektiven Wachstumskurs umzuschwenken.

Erfahrene Kundenberater gesucht

Metropol Partners will dabei keine ganzen Teams einkaufen, sondern die bestehende Belegschaft mit einzelnen, erfahrenen Kundenberatern ausbauen, die kulturell zum Unternehmen passen und Bruttoerträge von jährlich mindestens einer Million Franken generieren.

Die viel zitierte Konsolidierung im Schweizer Private Banking beobachtet Cagiati mit grossem Interesse; so auch die jüngste Transaktion von WMPartners und Infidar im Schosse der Julius-Bär-Gruppe, wie auch finews.ch berichtete. Wir stehen jedoch «an der Seitenlinie», sagt der Banker.

«Jenseits von Gut und Böse»

Gelassen bleibt Cagiati insofern, als dass ein allfälliger Übernahmeprozess, mitsamt Sorgfältigkeitsabklärung (Due Diligence) heute enorm komplex sei. «Das raubt wertvolle Zeit, die wir lieber in unsere Geschäftstätigkeit investieren», sagt der Vermögensverwalter. Ausserdem seien die Preisvorstellungen mancher Verkäufer nach wie vor «jenseits von Gut und Böse», stellt Cagiati weiter fest und ergänzt: «Die aktuelle Konsolidierung geht so gesehen mehr oder weniger spurlos an uns vorbei.»

Peter Wuthrich kopieOffen ist das Unternehmen für neues Personal, um das Corporate Center auszubauen, dies als Rahmenbedingung, um das Wachstum jederzeit überschauen zu können. Vor diesem Hintergrund stossen in den nächsten Monaten ein Deputy Chief Operating Officer, ein Compliance Officer und Peter Wüthrich (Bild links) als Chief Investment Officer zu Metropol Partners, wie Cagiati erklärt.

Dreijährige Planung

«In dieser Konstellation wird es uns optimal möglich sein, die geplanten Wachstumsschritte im Rahmen unserer dreijährigen Planung bis 2017 zu vollziehen», gibt sich der Chef von Metropol Partners zuversichtlich.

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Swiss Life

Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

Finma

Die Eidgenössische Finanzaufsicht revidiert ihre Anforderungen an die externe und interne Auslagerung von Bankdiensten. An systemrelevante Banken werden für die Auslagerung kritischer Dienstleistungen nochmals erhöhte Anforderungen gestellt.

UBS

Die Grossbank muss nach einem Entscheid der amerikanischen Finanzbehörde Finra weitere 18,5 Millionen Dollar an Investoren in Puerto-Rico-Anleihen zahlen. Nach hohen Verlusten auf den Papieren sieht sich die Bank nicht abreissen wollenden Forderungen ausgesetzt. Laut Medienberichten ist dies die höchste Einzelzahlung, welche die UBS in dem Fall bisher leistete.

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