Zurich: Die 7 Gross-Risiken im Cyberspace

Nicht nur Banken sind systemrelevant: Die IT-Vernetzung schafft Gefahren, von denen nicht einmal die Experten etwas ahnen. Die Zurich-Gruppe veröffentlicht nun eine ernsthafte Warnung.

Cyber-Risiken könnten einen globalen Schock auslösen, der sich mit der Finanzkrise von 2008 messen lässt. Dies besagt eine Untersuchung der Zurich Insurance Group. Selbst Fachleute für Cyber-Sicherheit seien sich nicht darüber im Klaren, wie sich der Ausfall einzelner Unternehmen oder Technologien zu einem systemweiten Risiko ausweiten könnte.

Der Zurich Cyber-Risikobericht, erarbeitet mit dem Think Tank Atlantic Council in Washington, kommt zum Schluss, dass sich die Cyber-Riskexperten viel stärker mit eng verbundenen Gefahren beschäftigen müssen, und zwar über ihre internen IT-Schutzvorrichtungen hinaus. Eine Anhäufung solcher Gefahren – die etwa auch bei Konkurrenten,  Zulieferern, bei vorgelagerten Infrastrukturen und durch externe Schocks lauern können – könnte grosse Ausfallgefahren der Weltwirtschaft nach sich ziehen.

Vorbild Financial Governance

Verschärft werden diese Risiken, wenn ein Unternehmen das Management seiner Server, IT und Cyber-Sicherheit auslagert: Die Informationssicherheit oder Schutzmassnahmen zur Aufrechterhaltung des Betriebs des externen Dienstleisters sind eventuell nicht hinreichend bekannt.

Was tun? Der Zurich-Bericht ruft Unternehmen dazu auf, die besten Ideen aus der Financial Governance zu übernehmen, beispielsweise einen G20+20-Cyber-Stabilitätsausschuss zur Stärkung des Cyber-Risikomanagements sowie zur Identifizierung und Verbesserung der Steuerung von Internetunternehmen mit weltweit wesentlicher Bedeutung.

Das komplexeste System aller Zeiten

«Das Internet ist das komplexeste System, das die Menschheit jemals entworfen hat», sagt Axel Lehmann, Group Chief Risk Officer der Zurich Insurance Group. «Über die letzten Jahrzehnte hat es sich zwar als unglaublich widerstandsfähig erwiesen, doch das Risiko liegt darin, dass die Komplexität, die den Cyberspace relativ risikolos gemacht hat, sich als Bumerang erweisen kann».

Unternehmen seien unwissentlich externen Risiken ausgesetzt, da sie an ein immer komplexeres und unverständlicheres Geflecht aus Netzwerken outgesourct haben oder ihm anderweitig ausgesetzt sind.

Es sei ähnlich wie beim Finanzsystem, so Lehmann weiter: «Nur wenige sind eingehend mit ihrem eigenen Computer oder dem Internet beziehungsweise der Cloud vertraut, mit der sie sich verbinden» – ebenso wie nur wenige das Finanzsystem insgesamt wirklich verstehen.

Der Bericht sichtet diese 7 Gefahrenzonen – die durch ihre Verbundenheit ein umfassendes Systemrisiko bilden:

Zurich Cyber kopie

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NEWS GANZ KURZ

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

Finma

Die Eidgenössische Finanzaufsicht revidiert ihre Anforderungen an die externe und interne Auslagerung von Bankdiensten. An systemrelevante Banken werden für die Auslagerung kritischer Dienstleistungen nochmals erhöhte Anforderungen gestellt.

UBS

Die Grossbank muss nach einem Entscheid der amerikanischen Finanzbehörde Finra weitere 18,5 Millionen Dollar an Investoren in Puerto-Rico-Anleihen zahlen. Nach hohen Verlusten auf den Papieren sieht sich die Bank nicht abreissen wollenden Forderungen ausgesetzt. Laut Medienberichten ist dies die höchste Einzelzahlung, welche die UBS in dem Fall bisher leistete.

Gottex

Der angeschlagene Vermögensverwalter Gottex will den Nennwert seiner Aktien von 1 auf 0,10 Franken senken. Darüber sollen die Aktionäre am 30. Dezember an einer ausserordentlichen GV befinden. Das Unternehmen hat erst kürzlich die zweite Runde einer Rekapitalisierung abgeschlossen.

Generali

Im Verlaufe des Jahres 2017 werden zentrale Funktionen von Generali Schweiz in Adliswil ZH zusammengeführt. Dazu werden rund 100 Stellen aus Nyon VD dorthin verschoben, wie auch finews.ch berichtete. Nun hat der Versicherer ein Konsultations-Verfahren eröffnet. Die gewählte Arbeitnehmer-Vertretung startet umgehend mit den Arbeiten.

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

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