Rochus Appert: «Zwölf Milliarden Dollar sind zugeflossen»

State Street Global Advisors hat einen Blockbuster im Angebot, der in der Schweiz einen reissenden Absatz findet. Jetzt will der amerikanische Asset Manager eine ETF-Weltneuheit hier kotieren lassen.

Das bekannteste und bislang erfolgreichste Produkt des – hinter Blackrock – zweitgrössten Asset Managers der Welt sind die Exchanged Traded Funds (ETF) mit dem Akronym SPDR. Dieses steht für Standard & Poor's Depositary Receipts und bildet den amerikanischen Index S&P 500 ab.

Seit drei Jahren sind diese Fonds auch an europäischen Börsen handelbar – in der Schweiz seit Januar 2013. Und die ETF finden bei Investoren reissenden Absatz. «Innerhalb von nur drei Jahren sind uns zwölf Milliarden Dollar zugeflossen», sagt Rochus Appert (Bild) im Gespräch mit finews.ch.

Weitere Kotierungen in der Pipeline

Weitere Listings für die Schweizer Börse seien im Vorbereitung, so der Verkaufsleiter von State Street Schweiz. Darunter befände sich ein ETF auf Wandelanleihen – ein Produkt, das in dieser Form weltweit einzigartig sei. Weiter sind Kotierungen von diversen Smart-Beta-ETF in der Pipeline. 

Mit ETF ist State Street hierzulande seit Anfang 2012 vertreten. Laut Appert ist die Schweiz für State Street ein «ein wichtiger Standort». Der Grund wird schnell ersichtlich, in Anbetracht folgender Zahlen.

  • Die hiesigen Pensionskassen verwalten ein Gesamtvermögen von über 600 Milliarden Franken.
  • Die von Banken in der Schweiz gesamthaft verwalteten Vermögen belaufen sich auf rund sechs Billionen Franken. Etwa die Hälfte stammt aus dem Ausland.
  • Die Versicherer vereinen etwa 400 Milliarden Franken unter ihren Fittichen.

Insbesondere in den Pensionskassen-Markt kommt laut Appert Bewegung. «Die Pensionskassen haben begonnen, ETF aktiv in ihre Portfolios zu integrieren.» Beliebt seien dabei Smart-Beta-Produkte mit einer tiefen Volatilität.

Schweizer Markt auf dem Radar

Auch andere Asset Manager haben die Schweiz  entdeckt, wie WisdomTree. Der laut eigenen Angaben fünftgrösste ETF-Anbieter in den USA, expandiert in die Schweiz und wird sechs Smart-Beta-Produkte an die Schweizer Börse bringen, wie finews.ch unlängst berichtete.

Ein weiteres Beispiel ist Blackrock: Anfang 2013 übernahm der grösste Asset Manager der Welt das ETF-Geschäft der Credit Suisse. Primäres Ziel war nicht unbedingt den Marktanteil zu steigern, sondern Zugang zum Schweizer ETF-Markt zu bekommen.

Konsolidierung wird kommen

Laut Appert werden weitere Anbieter kommen. Der Konkurrenzkampf wird also härter. Entscheidend für das Überleben einer Firma ist die kritische Grösse bei den verwalteten Vermögen. Einige ETF hätten allzu bescheidene Assets under Management, was für die Emittenten kaum wirtschaftlich sein könne, so Rochus.

«In der Folge wird es über kurz oder lang Konsolidierungsmöglichkeiten geben», sagt Rochus und ergänzt: «Wir werden aber auch in Zukunft zu den Big Playern im Markt zählen.»


Rochus Appert ist seit Juli 2005 bei State Street Global Advisors. Davor war er bei der Credit Suisse als Head of M&A für den Kauf/Verkauf von Mid-Caps zuständig. Seine Karriere begann Rochus bei der UBS und wechselte dann zur WestLB in den Bereich Projekt-, Leveraged- und Structured Finance. Er hat ein Masters von der Universität Zürich in Ökonometrie und Finance und ist ein Certified Financial Analyst (AZEK).

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NEWS GANZ KURZ

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

Finma

Die Eidgenössische Finanzaufsicht revidiert ihre Anforderungen an die externe und interne Auslagerung von Bankdiensten. An systemrelevante Banken werden für die Auslagerung kritischer Dienstleistungen nochmals erhöhte Anforderungen gestellt.

UBS

Die Grossbank muss nach einem Entscheid der amerikanischen Finanzbehörde Finra weitere 18,5 Millionen Dollar an Investoren in Puerto-Rico-Anleihen zahlen. Nach hohen Verlusten auf den Papieren sieht sich die Bank nicht abreissen wollenden Forderungen ausgesetzt. Laut Medienberichten ist dies die höchste Einzelzahlung, welche die UBS in dem Fall bisher leistete.

Gottex

Der angeschlagene Vermögensverwalter Gottex will den Nennwert seiner Aktien von 1 auf 0,10 Franken senken. Darüber sollen die Aktionäre am 30. Dezember an einer ausserordentlichen GV befinden. Das Unternehmen hat erst kürzlich die zweite Runde einer Rekapitalisierung abgeschlossen.

Generali

Im Verlaufe des Jahres 2017 werden zentrale Funktionen von Generali Schweiz in Adliswil ZH zusammengeführt. Dazu werden rund 100 Stellen aus Nyon VD dorthin verschoben, wie auch finews.ch berichtete. Nun hat der Versicherer ein Konsultations-Verfahren eröffnet. Die gewählte Arbeitnehmer-Vertretung startet umgehend mit den Arbeiten.

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

Acron

Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

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