So steht es um die Schweizer Fintech-Szene

Ist die Schweiz nun ein Zwerg in der globalen Fintech-Landschaft oder ein kommender Riese? Wieviel Geld wird im internationalen Vergleich in der Schweiz investiert? Wie diese Infografiken zeigen, ist die Lage nur teilweise ernüchternd.

Je nach Sichtweise und Gesprächspartner ist Fintech, der Einsatz digitaler Technologien für Finanzdienstleistungen, eine «conditio sine qua non». Also schlicht die Zukunft für Finanzgeschäfte jeglicher Art und darum eine existenzielle Gefahr für etablierte Finanzunternehmen, sofern diese nicht den digitalen Wandel vollziehen.

Diese Meinungsvertreter sind in der Regel im Lager derer, welche den Schweizer Fintech-Standort und seine Entwicklung hoffnungslos im Hintertreffen sehen. Sie verweisen gerne auf die boomenden Zentren in New York, London, Berlin oder Singapur und die jeweiligen Infrastrukturen und Förderprogramme, die in der Schweiz fehlen.

Hype und übertrieben

Andere Bankenvertreter halten Fintech wiederum für einen Hype, die disruptive Gefahr für das traditionelle Bankengeschäft für übertrieben und sehen nur wenig Notwendigkeit für Investitionen oder für das Überholen hergebrachter Denkschemas und Geschäftsmodelle.

Diese Meinungsvertreter belächeln die Schweizer Fintech-Szene eher. Dass Fintech auf dem Schweizer Finanzplatz eine marginale Rolle spiele, liege an den bisher wenig Aufsehen erregenden Errungenschaften.

Wie es um Fintech in der Schweiz wirklich steht, hat darum die Digital Marketing Agentur Blueglass zusammen mit der IG Bank Schweiz untersucht und dargestellt. Die Infografiken wurden finews.ch exklusiv zur Verfügung gestellt.

Internationaler Vergleich Kl

Fazit: Die Schweiz ist bezüglich in Fintech-Risikokapital tatsächlich eine Provinz. Etwas über 8 Millionen Franken, das heisst 0,7 Prozent des globalen Investitionskapitals, sind eigentlich der Bedeutung des hiesigen Finanzplatzes unwürdig. Allerdings ist das fehlende Risikokapital bislang kein Hinderungsgrund gewesen, dass sich in der Schweiz eine lebendige und vielfältige Fintech-Szene etabliert hat.

Fintech CH Kl

Fintech Wachst Kl

Fazit: Die Wachstumskurve neu gegründeter Fintech-Unternehmen zeigt in der Schweiz seit Jahren steil nach oben. Seit 2010 hat sich die Anzahl verdreifacht. Auffällig ist auch die Heterogenität der Aktivitäten der jeweiligen Firmen.

Offensichtlich ist der Grund, dass sich mehr als die Hälfte der Firmen in Zürich angesiedelt hat. Der Wirtschaftshub hat mit der ETH eine Schmiede für Informatiker und Programmierer. Die Bankendichte bildet ebenfalls ein Anziehungspunkt für Fintechs, die nicht nur Konkurrenz, sondern vielfach auch Kooperations- und Dienstleistungspartner von Finanzinstituten sind.

Mit 111 Fintech-Unternehmen steht die Schweiz im internationalen Vergleich demnach überraschend gut da: Gemäss der Auszählung ist demnach jedes elfte Fintech-Unternehmen der Welt in der Schweiz angesiedelt. Das praktisch nicht vorhandene Risikokapital war kein Hinderungsgrund für die Entwicklung der Branche, die offenbar andere Finanzierungsquellen nutzt.

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NEWS GANZ KURZ

Allianz Suisse

Der Versicherer hat in der Romandie Wohn- und Büroimmobilien im Volumen von rund 290 Millionen Franken erworben. Dabei handelt es sich bislang um die grösste Immobilieninvestition in der Westschweiz für die Allianz Suisse. Angesichts des anhaltenden Tiefzinsumfelds investiert der Versicherer verstärkt in Immobilien.

Swiss Re

Die Ratingagentur Fitch hat das Rating für Finanzstärke für den Rückversicherer Swiss Re mit AA– und den Ausblick mit «stabil» bestätigt. Auch das Langfristrating bleibt mit stabilem Ausblick unverändert bei A+.

Swiss Life

Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

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