«Bankaktien werden dieses Jahr 30 Prozent zulegen»

Der Investor und Vermögensverwalter Beat Wittmann traut globalen Finanztiteln dieses Jahr eine deutliche Hausse zu. Von Schweizer Grossbankenaktien hält er eher wenig.

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Vor rund einem halben Jahr ging Beat Wittmann auf Distanz zu den allermeisten Finanzaktien, wie er seinerzeit gegenüber finews.ch erklärte. Nun hat er seine Einschätzung modifiziert, zumal der Banksektor im letzten Dezember eine Kehrtwende geschafft hat und seit Jahresbeginn deutlich zulegt.

Wittmann, Mitgründer und CEO der Zürcher Vermögensverwaltungsfirma Dynapartners, führt diese positive Entwicklung vor allem auf die anhaltende Zufuhr von Liquidität durch die Notenbanken zurück, namentlich durch die amerikanische Federal Reserve (Fed) und die Europäische Zentralbank (EZB).

Politik nimmt Einfluss

«Und daran wird sich bis vorläufig auch nichts ändern», ist er überzeugt, da die Währungshüter ein vitales Interesse hätten, die Gesundung des Bankensektors weiter zu begünstigen.

Ausserdem stünden in verschiedenen Ländern, insbesondere in Frankreich und Griechenland, demnächst Wahlen an, so dass die Notenbanken alles daran setzten, die Märkte milde zu stimmen.

Anfang einer grossen Transformation

«Grosse Finanzhäuser bleiben vielerorts systemrelevant. Darum geht eine wirtschaftlich nachhaltige Erholung nur mit einer Rehabilitation des Bankensektors einher», betont Beat Wittmann.

Dabei stehe man erst am Anfang eines langen Transformationsprozesses, bei dem es einerseits um die Re-Dimensionierung, Re-Positionierung sowie Re-Kapitalisierung der Banken gehe, und andererseits um verschärfte Gesetze und den weiteren Abbau von Fremdkapital (Deleveraging).

Deutlich unterbewertet

Wer in einer frühen Phase dieser von den Notenbanken und Behörden klar geförderten Entwicklung einsteige, könne, – besonders im Finanzsektor – mit überdurchschnittlichen Renditen rechnen, erklärt Wittmann weiter und erwartet im laufenden Jahr eine Performance mit globalen Finanztiteln von mindestens 30 Prozent, wie er gegenüber finews.ch betont.

Wittmann rät allerdings davon ab, auf einzelne Bankaktien zu setzen. Das Risiko dafür sei noch zu gross, zumal sich der ganze Sektor bis auf weiteres in einer längerfristigen Hausse befinde und deutlich unterbewertet sei. US-Bankaktien würden aktuell zu 0,8 x Buchwert gehandelt, europäische zu 0,5 x Buchwert, so Wittmann. Zu den Titeln der beiden Schweizer Grossbanken UBS und Credit Suisse bleibt Wittmann auf Distanz – solange die Investmentbanking-Sparte nicht konsequent auf die Bedürfnisse der Vermögensverwaltung reduziert sei. 

Beste Zeit für Contrarians

«In der frühen Phase (des Zyklusses) ist es sinnvoller am «Beta» im Markt zu partizipieren, als «Alpha» zu jagen», sagt Wittmann, betont aber auch, dass die Entwicklung kurzfristig immer auch wieder volatil sein werde.

Daher empfiehlt der Dynapartners-CEO aktiv verwaltete Fonds mit Finanztiteln sowie ETFs entweder auf amerikanische oder europäische Bankaktien.

Auch aus technischer Sicht spreche einiges für einen weiteren Anstieg der Finanztitel, sagt der Finanzfachmann und ergänzt noch, dass derzeit auch aus Contrarian-Sicht ein Einstieg prüfenswert sei – Bankaktien würden nach wie vor von sehr vielen Investoren gemieden.

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NEWS GANZ KURZ

Finma

Die Eidgenössische Finanzaufsicht revidiert ihre Anforderungen an die externe und interne Auslagerung von Bankdiensten. An systemrelevante Banken werden für die Auslagerung kritischer Dienstleistungen nochmals erhöhte Anforderungen gestellt.

UBS

Die Grossbank muss nach einem Entscheid der amerikanischen Finanzbehörde Finra weitere 18,5 Millionen Dollar an Investoren in Puerto-Rico-Anleihen zahlen. Nach hohen Verlusten auf den Papieren sieht sich die Bank nicht abreissen wollenden Forderungen ausgesetzt. Laut dem Bericht ist dies die höchste Einzelzahlung, welche die UBS in dem Fall bisher leistete.

Gottex

Der angeschlagene Vermögensverwalter Gottex will den Nennwert seiner Aktien von 1 auf 0,10 Franken senken. Darüber sollen die Aktionäre am 30. Dezember an einer ausserordentlichen GV befinden. Das Unternehmen hat erst kürzlich die zweite Runde einer Rekapitalisierung abgeschlossen.

Generali

Im Verlaufe des Jahres 2017 werden zentrale Funktionen von Generali Schweiz in Adliswil ZH zusammengeführt. Dazu werden rund 100 Stellen aus Nyon VD dorthin verschoben, wie auch finews.ch berichtete. Nun hat der Versicherer ein Konsultations-Verfahren eröffnet. Die gewählte Arbeitnehmer-Vertretung startet umgehend mit den Arbeiten.

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

Acron

Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

Raiffeisen

Die beiden Raiffeisenbanken Fulenbach-Murgenthal-Langenthal und Oberes Gäu-Aare haben sich für einen Zusammenschluss entschieden. Die neue Raiffeisenbank soll unter dem Namen «Raiffeisenbank Aare-Langete» auftreten.

Schroder

Schroder Real Estate hat drei Schweizer Geschäftsimmobilien für den kotierten Immoplus-Fonds erworben. Die Transaktion bringt das Fondsvermögen auf rund 1,5 Milliarden Franken. Das Portfolio hat Rockspring Investment Managers verkauft. Es handelt sich dabei um vollständig vom «Do it yourself»-Spezialisten Hornbach Baumarkt gemietete Liegenschaften.

Glarner Kantonalbank

Die Glarner Kantonalbank (GLKB) weitet die Laufzeiten ihrer angebotenen Hypotheken aus. In Filialen erworbene Hypotheken können neu eine Laufzeit von bis zu 15 Jahren haben, online erworbene eine solche von bis zu 20 Jahren. Käufer sollen somit länger von tiefen Zinsen profitieren können.

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